Warum Minimalismus nichts für Jeden ist

Von Minimalismus profitiert jeder – lange habe ich geglaubt, dass das stimmt. Jeder hat doch irgendwie zu viel Kram und zu viel zu tun und würde gerne freier leben, oder? Aber mittlerweile fürchte ich, dass man das so pauschal nicht sagen kann. Warum? Hier sind die Gründe.

Der „richtige“, sichtbare, tiefgreifende Minimalismus ist nur was für gut verdienende Singles ohne Kinder. Das behaupte ich jetzt einfach mal so. Du darfst mich jetzt gerne steinigen, aber vielleicht liest du dir erstmal meine Begründung durch.

 

Minimalismus kostet Geld

Ja, man spart sehr viel, wenn man nicht mehr wahl- und willenlos konsumiert. Andererseits kostet sehr strikter Minimalismus auch eine Menge Geld.

Zum Beispiel wenn man beschließt, nicht mehr so viele Dinge mit sich rumzuschleppen. Unterwegs bekommt man Durst und kauft sich eine Flasche Wasser für 2,50 Euro. Mitgebrachtes Kraneberger hätte nur einen Bruchteil gekostet.

Oft wird geraten, Dinge zu entrümpeln, die man günstig jederzeit neu kaufen könnte. Es mag sein, dass ein Toaster für 20 Euro für den einen ein Klacks ist. Aber es gibt auch viele Menschen, die sich so eine Ausgabe fünf Mal überlegen müssen.

Nur die allerbesten Dinge zu benutzen führt dazu, dass diese schneller abnutzen. Du liebst deine Markenjeans. Trägst du sie nun jeden Tag, nutzt sie sich schneller ab, als wenn du sie nur gelegentlich anziehen und im Alltag oder zuhause eine andere Hose tragen würdest. Früher gab es das Prinzip der Sonntagskleidung: Was gut war, wurde geschont. Auch ich trage zuhause, wenn ich alleine bin, nicht meine besten Klamotten. Ich würde mir komisch dabei vorkommen, mich herauszuputzen, wenn mich doch eh niemand sieht.

Minimalisten haben Statussymbole. Ja, wir halten nichts davon, aber wie oft sieht man einen Minimalisten im Fernsehen oder auf Instagram oder Facebook oder wo auch immer, der stolz von sich behauptet, außer seinem ultraleichten Macbook und dem iPhone bräuchte er nichts. Ein weiteres Statussymbol sind Reisen. Erlebnisse vor Besitz, schon klar, also jettet man das ganze Jahr über quer durch die Weltgeschichte. Auch das kann sich nicht jeder leisten.

Ein Ziel vieler Minimalisten ist es, durch ihren Konsumverzicht Geld zu sparen und so weniger arbeiten zu müssen. Ein schöner Traum für viele Menschen. Denn wer 8,50 Euro die Stunde verdient und vielleicht noch zwei Kinder zu versorgen hat, der wird auch dann nicht seine Arbeitszeit halbieren können, wenn er seine Wohnung entrümpelt.

 

Beim Minimalismus dreht sich alles um Dinge

Minimalismus kritisiert, dass die Welt so materialistisch geworden ist. Dass nur noch zählt, was man besitzt und was es neues gibt. Dass wir in unserem Besitz ersticken. Eben, dass sich alles ums Haben dreht. Aber auch beim extremen Minimalismus dreht sich auch alles ums Haben – ums Nicht-Haben nämlich. Da wird ständig überlegt, was man noch weggeben oder weglassen könnte.

Wenn ich in manchen Minimalismus-Gruppen lese, verdrehe ich regelmäßig die Augen. Da wird gefragt, was man sich am besten als Alternative zum Bett kauft (Was habt ihr alle gegen euer Bett? Ich liebe meins!), ob man sich die Haare lieber mit Tonerde, Roggenmehl oder mit Backsoda waschen soll (Holt euch doch einfach ein gutes Bio-Shampoo!), ob man Badewasser mehrfach benutzen kann (Trinken? Nee, im ernst, geht doch einfach duschen, wenn ihr Wasser sparen wollt…) oder wie man es schafft, einen Monat nur mit Handgepäck zu verreisen (Was ich zum Beispiel ziemlichen Quatsch finde, wenn man sich eh nur an einem Ort aufhält. Wer hat schon Bock, jeden Abend seine Wäsche zu waschen?). Viele dieser Beispiele sind natürlich Experimente, Versuche, mit weniger auszukommen, und das finde ich prinzipiell gut. Was ich manchmal übertrieben finde, sind diese Zählungen. Wenn jemand stolz berichtet, dass er oder sie nur noch 100 Dinge besitzt (und dabei meist verschweigt, dass er alle Socken als ein Ding zählt und ständig die Teller und Töpfe seines Partners benutzt). Manchmal kann zählen ein Antrieb sein, etwa beim Project333, aber oft ist es auch nur Show. So nach dem Motto: „Guckt mal, mit wie wenig ich auskomme!“

Drehen sich die Gedanken also nur noch darum, was man noch wegminimalisieren oder ersetzen könnte, hat Minimalismus meiner Meinung nach seinen Sinn verfehlt. Denn dann sind die Gedanken nicht freier, sondern genauso an den eigenen Besitz gebunden wie vorher.

 

Minimalismus ist anstrengend

Ja, es ist einfacher, einen eigenen Akkuschrauber zu besitzen, als ihn sich ständig leihen zu müssen. Ich habe mal ernsthaft darüber nachgedacht, mein Auto abzugeben. In Gedanken habe ich durchgespielt, wie ich trotzdem noch mobil bleiben könnte: Bus oder Taxi, mitfahren, Auto vom Freund leihen. Es wäre möglich gewesen, aber auch unglaublich umständlich. Der Bus hier fährt nur ungefähr 3 Mal am Tag und ich habe auch keine Lust, jede noch so kleine Besorgung Tage im Voraus planen zu müssen. Und ständig andere fragen, ob sie mich mitnehmen oder freundlicherweise wo hin bringen könnte, möchte ich auch nicht.

Manche Dinge nutzt man vielleicht selten, braucht sie aber trotzdem. Andere Dinge machen einem das Leben einfach nur leichter. So wie eine Spülmaschine. Oder eine Waschmaschine. Oder das Smartphone mit Internetzugang. Klar, es ginge auch ohne, aber warum? Warum kostbare Lebenszeit zum Spülen verschwenden, wenn es dafür doch Maschinen gibt?

 

Minimalismus macht ein schlechtes Gewissen

„Mist, jetzt habe ich mir dieses Shirt doch gekauft, obwohl ich es gar nicht brauche. Und dieses Notizbuch wäre auch nicht nötig gewesen, ich habe doch schon genug. Was gebe ich denn jetzt dafür weg?“ Hardcore-Minimalisten stellen oft sehr strikte Regeln für sich auf. Konsum ist schlecht, nichts brauchen gut. So schwarz-weiß funktioniert das Leben aber nicht.

Genauso bei Geschenken. Viele Minimalisten fürchten sich geradezu vor Weihnachten oder Geburtstagen, wenn Schenken und beschenkt werden einfach dazu gehört. Es ist angenehmer, wenn man das ganze etwas bremst, das gebe ich zu. Mit der Familie zum Beispiel vereinbart, dass jeder an Weihnachten nur ein Geschenk bekommt. Oder sich immer Geld wünschen. Oder nichts. Aber ein Geschenk zu bekommen oder eins zu vergeben ist kein Beinbruch und macht dich nicht zu einem schlechteren Minimalisten.

 

Minimalismus mit Familie – geht das?

Minimalismus mit Partner, der nicht Minimalist ist, ist schon schwer genug. Da gibt es nur drei Möglichkeiten: A: Man trennt sich B: Man trennt die eigenen Güter oder C: Man geht einen Kompromiss ein. Die Optionen A und B sind irgendwie unmenschlich oder zumindest unpraktikabel. Wer zusammen wohnt, kann die Gegenstände nicht immer trennen. Vieles benutzt man zusammen. Wem gehört es dann aber? Und darf ich Dinge aus dem gemeinsamen Fundus entrümpeln?

Also bleibt noch Option 3: Kompromisse schließen. Und damit akzeptieren, dass man wohl niemals ein richtiger echter Minimalist sein wird. Schon wieder ein schlechtes Gewissen.

Ich kann nicht beurteilen, wie Minimalismus mit Kindern funktioniert. Ein paar Beispiele kenne ich, bei denen die ganze Familie mitzieht. Aber mal ehrlich: Kinder brauchen eine Menge Kram. Es gibt viel Kinder-Zubehör, das absolut unnötig ist, das würde ich sofort unterschreiben. Aber vieles ist auch einfach nötig oder erleichtert einem das Leben ungemein. Und ob man Kinder, wenn sie älter werden und eine eigene Vorstellung vom Leben bekommen, zum Minimalismus zwingen kann?

 

Und die Moral von der Geschichte…

Lass dich nicht entmutigen, wenn du es nicht schaffst, der perfekte Minimalist zu werden. Oft wird in den Medien ein Minimalismus gezeigt, der so überhaupt nicht praktikabel ist. Das ist vielleicht inspirierend, aber du solltest dich auch nicht schlecht fühlen, wenn du das nicht schaffst. Ich habe mich oft gefragt, ob ich überhaupt über das Thema Minimalismus schreiben darf, wo ich doch so gar nicht diesem Bild des Minimalisten entspreche. Manchmal fühle ich mich wie ein Scharlatan. Niemand würde meine Wohnung betreten und auf die Idee kommen, dass ich Minimalistin sein könnte. Meistens bezeichne ich mich selber noch nicht einmal so, weil die Realität eben so überhaupt nicht dem Bild entspricht, das viele Menschen davon haben.

Aber wenn ich ehrlich zu mir bin, möchte ich es auch gar nicht so weit treiben. Aus oben genannten Gründen. Mein Minimalismus geht nur so weit, wie er angenehm und machbar ist. Sobald ich merke, dass mir etwas mehr Mühe abverlangt, als es mir gibt, höre ich auf.

Ich denke auch, dass Minimalismus eine Lebensphase sein kann: Mal lässt er sich gut leben, dann sind mal wieder andere Dinge wichtiger. Es bedeutet nicht, dass du gescheitert bist, wenn du plötzlich wieder viele Dinge kaufst und besitzt. Meiner Meinung nach zählt der Gedanke dahinter: Wir sind nicht unser Besitz und es gibt wichtigere Dinge, über die man sich den Kopf zerbrechen oder mit denen man sich beschäftigen sollte. Genug ist genug und mehr und neu nicht immer besser.

 

Dieser Beitrag wurde inspiriert von diesem Text: The Problem with Minimalism

 

Welche Probleme sind dir beim Minimalismus schon begegnet und wie gehst du damit um? Stimmst du mir zu oder hast du das anders erlebt? Wie weit geht dein Minimalismus und was würdest du niemals aufgeben?

 

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29 Kommentare

  1. Elke

    Hi,
    Ich bin in fb Gruppen minimalismus angemeldet. Da bekomme ich immer wieder mit wie Leute ständig ihre Sachen minimalisieren wollen. Manchmal habe ich das Gefühl das ist ein Trend oder sie zwingen soch dazu. Es heißt ja nicht gleich das man alle Sachen wegschmeißen muss. Mann sollte die Sachen behalten die man auch behalten möchte und wenn man sich was kaufen will dann macht man das doch. Man muß nicht gleich alles aufgeben. Manche übertreiben es auch.
    Lg elke

  2. Jessica

    Liebe Pia!
    Mit diesem Beitrag hast Du mir mal wieder aus der Seele geschrieben, sozusagen…
    Also ich habe drei Kinder und ich habe jahrelang versucht, ihren Besitz zu minimieren. Erst, als sie zu klein waren, habe ich selber aussortiert, dann mit ihnen. Sie sind jetzt 10, 6 und 6, und ich merke, dass das einfach nur ein Stück weit richtig war. Zwei meiner Kinder finden es gut und misten von selber aus, bzw. wollen erst gar nicht so viel haben. Aber die dritte, die sammelt jedes Steinchen und wirft mir jedes einzelne Spielzeug vor, das wir jemals entrümpelt haben. Sie sammelt alles und ist damit TOTAL GLÜCKLICH!
    Wahrscheinlich wollen alle „echten“ Minimalisten mir jetzt widersprechen, aber ich kenne mein Kind und sehe mein Kind und sehe, dass sie mit ihren (vielen) Schätzen glücklich ist. Sie weiß von jeden Ding, wo es her kommt, wo sie es gefunden hat, oder wer es ihr geschenkt hat. Und hab ein echt schlechtes Gewissen, dass ich ihr das Entrümpeln jahrelang „aufgedrückt“ habe.
    Auch bei mir ist es jetzt gerade so, dass ich wieder etwas abgekommen bin vom „nur das Nötige und nützliche haben“. Ich bin letzten Sommer vom Urlaub heimgekommen, und dachte mir: Hier ists so leer, gar nicht richtig gemütlich. Und dann merkte ich, dass ich mir zwar gerne minimalistische Wohnungen anschaue, aber so wohnen wollte ich niemals! So darf auch bei mir wieder etwas Deko einziehen, und selbstgemalte Bilder meiner Kids hängen herum und wir fühlen uns einfach wohl.
    So ist es also, wie Du geschrieben hast: immer wieder andere Phasen im Leben. Man übernimmt einiges (Wir haben zum Beispiel alle recht wenig Klamotten, aber mit der Pübertät der Mädels wird sich das bestimmt ändern ;-)) aber anderes lässt man nach einer gewissen Zeit auch wieder sein. Und dann ist das auch richtig so!
    Liebe Grüße, Deine Jessica

    • Pia

      Hallo Jessica,

      Vielleicht sind Menschen einfach unterschiedlich. Gibt es den geborenen Minimalisten? Keine Ahnung. Deine Kinder sind ja ein gutes Beispiel. Finde ich toll, dass du deiner Tochter ihre Sammlungen lässt. Manche Menschen sammeln ja total gerne, ich konnte damit nie viel anfangen. Ist sicher einfach eine Typsache.
      Ich gucke mir auch lieber minimalistische Wohnungen an, als in einer zu leben 😉

      LG
      Pia

      • Ramona

        ….minimalistische Wohnungen sind auch extrem laut, weil die Akustik bzw. der Schall nicht gebrochen wird. Woran auch…?

    • Liebe Jessica,

      das kann ich gut nachvollziehen mit dem Kind. Mein Kind sammelt auch am liebsten alles und findet wegschmeißen / aussortieren gaaaaanz furchtbar! Ich selbst sortiere gern immer mal wieder Dinge aus, sammele aber auch immer wieder zu viel an. Und mein Mann kann sich fast genauso schwer von Dingen trennen, wie das Kind. So hat er – meiner Meinung nach – viel zu viele Jacken und allgemein viel zu viel Kleidung. Zum Beispiel. Aber so ist er eben.
      Jeder hat seine Themenfelder, bei dem ihm das Aussortieren leicht fällt und oft auch welche, wo es eben nicht so leicht ist.
      Wenn man Kompromisse finden kann, ist das sicher der beste Weg und das ist auch gut so.
      Liebe Grüße, Frauke

  3. Hallo Pia,

    ein interessanter Gedankengang, den Du beschreibst und ich kann ihn absolut nachempfinden.

    Du hast Recht – der Fokus auf das „Nicht-Haben“ führt nicht zur gewünschten geistigen Befreiung vom Haben. Bildlich gesprochen: Du beginnst den Drahtseilakt gewohnheitsgemäß auf einer Seite des Drahtseils. Als Minimalist beginnst Du den Drahtseilakt jetzt mit Fokus von der anderen Seite des Seils. Das ändert jedoch nichts daran, dass Du noch immer auf dem gleichen Seil tanzt. Befreiend wird es erst dann, wenn Du Dir bewusst machst, (A) dass Du auf einem Seil stehst und (B) eigentlich nur endlich den Schritt auf den Boden vollenden musst, um entspannt laufen zu können.

    Für mich persönlich macht es daher auch mehr Sinn, sich zu fragen, was mir persönlich wirklich wichtig ist (auch Materielles!). Der von Dir in Frage gestellte Ansatz vieler Minimalisten geht hingegen von der Frage aus, worauf ich verzichten kann. Dieses Ausschlussverfahren führt am Ende dazu, dass man die eigenen materiellen Bedürfnisse verdammt und bekämpft. Wenn man sich hingegen bewusst macht, was einem wichtig ist, akzeptiert man auf diese Weise die eigenen materiellen Bedürfnisse und lässt ihnen einen maßvollen Raum.

    Bin gespannt, ob Du dem Gedanken so zustimmen kannst?

    Liebe Grüße,
    Rebecca

    • Pia

      Hallo Rebecca,

      Absolut! „Auf was kann ich noch verzichten?“ ist ja irgendwie ein negativer Ansatz, „Was ist mir wichtig/Was möchte ich behalten?“ hingegen ein positiver. So lernt man sicher auch, seine verbliebenen Dinge richtig wertzuschätzen.

      LG
      Pia

  4. Okay, meine Theorie:
    Extroveritert = Technomaden, 100-Teile Besitzer, Capsule-Wardrobe-Fans
    Introvertiert = Scharlatan-Minimalisten (ich nenn das jetzt einfach mal so weil du das Wort benutzt hast und ich mir auch so vorkomme), die lieber ihren Besitzstand haben und weniger kaufen, aber prima mit dem Zeug auskommen, was sich schon in der Wohnung befindet.

    Für mich als Intro wäre es nämlich ein absoluter Alptraum nur per Couchsurfing und Handgepäck ständig irgendwo unterwegs zu sein. Ohne festen Anker, ohne meine „Spielsachen“. Und wenn ich das mitnehmen würde, was ich bräuchte, um mich wohlzufühlen (also im Sinne von als Technomade in Thailand unterwegs) , wäre ich kein Minimalist 😀

    Jemand, der ständig Action braucht, dem es nichts ausmacht, ständig bei Freunden zu pennen und der keine Hobbys hat, für die er Zeug braucht, kann natürlich leichter minimalisieren.

    Ich glaube, diese Unterscheidung wird selten bis gar nicht getroffen.

    Vielleicht ist es auch an der Zeit, den Minimalismus loszulassen und mal zu gucken, was sonst noch so passiert.

    LG
    FDD

    • Zora minimiert

      Und mir geht ein Licht auf 😀 Ich finde etwa Couchsurfing eine geniale Idee, aber die fehlende Rückzugsmöglichkeit würde mir Albträume bescheren. Und das gesparte Geld geht auf Kosten des Gastgebers, der für mich ein Sofa unterhält. Und ja, bei aller Reisefreude habe ich inzwischen manchmal das Gefühl, nicht genug in die andere Kultur einzutauchen. Aber ich werde zuhause selten zu einem Tee eingeladen, warum sollte das in den Ferien plötzlich anders sein?

      @Pia, ich glaube schon, dass Minimalismus für alle passt, eben vorausgesetzt, es geht nicht ums Nichthaben, was ich auch als Materialismus empfinde, sondern um die Frage, was zu einem passt. Die Frage sollte sich jeder stellen,unabhängig von Patner und Familie. Denn ganz ehrlich: Seine Band-T-Shirt-Sammlung ist nicht der wahre Grund für die Trennung 😉

    • Pia

      Hallo Frau DingDong,

      Ja, genauso sehe ich das auch.

      Vielleicht ist es ja wirklich wichtig, den MInimalismus mal loszulassen. Doof nur, dass sich dieser Blog darum dreht 😉

      LG
      Pia

  5. Lilly

    Auf den Punkt gebracht! (Und damit ja auch wieder minimalistisch. ;))
    Wirklich großartiger Beitrag, der mir aus der Seele spricht!

  6. Plastiktechnisch dürfte ich ja nur Öl, eine Bambuszahnbürste und eine Seife im Bad haben. Das Ding ist, dass ich mich damit gar nicht wohlfühlen würde. Überhaupt mag ich Ökostyle gar nicht. Weder an mir noch im Bad. Wie wenig ist genug? Irgendwann hast du genau dein Maß an Dingen und es ist nur noch ein Austauschen der Sachen nicht (nur) wenn nötig, sondern auch weil man Abwechslung braucht. Mit Spülmaschine wollte ich allerdings nie mehr. Auto und Smartphone wäre mir auch Ballast.

  7. Hey Pia,

    ich sehe das etwas differenzierter.

    Du vergleichst im Beitrag ziemlich viele Punkte mit dem, was andere Menschen tun. Meiner Meinung nach ist einer der Hauptbeweggründe für Materialismus. Dabei ist letztlich nur ein Vergleich entscheidend: Empfindest du dein Leben jetzt angenehmer als in der Vergangenheit?

    Alles Liebe,
    Philipp

    • Pia

      Hey Philipp,

      Och, ich war eine Zeit lang auch mit meinen vielen Sachen sehr glücklich.

      LG
      Pia

  8. Hallo Pia,

    ich dachte beim Lesen, schau doch einfach wo du losgegangen bist und wie weit du gekommen bist. Dass du nicht weiter gehen willst, Auto abschaffen oder kleiner wohnen und all diese Sachen, ist doch völlig egal. Das Bett scheint eine typische Minimalistensache zu sein. Ich hab das auch schon mal angeschafft und wieder abgeschafft, mir ein neues zugelegt, dann ein Zweitsofa. Für mich liest sich dein Text ein bisschen wie wenn ich über Vegan Leben nachdenke: Ich sehe den Verzicht darin und möchte das nicht. Es würde mein Leben nicht vereinfachen. Die Veganer sehen die vielen neuen Möglichkeiten. Dann passt es wohl nicht zu mir. Ich kenne übrigens nur 3 Minimalisten im realen Leben seit 20 Jahren. Ich denke, für die wenigsten ist der Lebensstil was. Die anderen fühlen sich nicht belastet durch Dinge.
    Liebe Grüße – Tanja

    • Pia

      Hallo Tanja,

      Ja, da ist sicher was dran. Die einen stören Dinge, die anderen nicht. Oder sie brauchen sie vielleicht sogar. Manchmal bin ich mir gar nicht sicher, zu welcher Partei ich gehöre…

      LG
      Pia

  9. Sibylle

    Doch, Minimalismus ist für jeden, der Besitz und Geld sparen will. Es ist nur nicht jeder Minimalismus was für jeden. Überflüssige Zeit- und Geldfresser loszuwerden, heißt nicht, auf Guam per Macbook die Welt zu verändern. Jeder Stil muss an das Individuum angepasst werden – hat ja auch nicht jeder ‚Normalo‘ zwei Autos und nen Fernseher im Schlafzimmer….

  10. Ein sehr interessanter Artikel, Pia. Es ist wie mit jedem Trend – sei es sich vegan zu ernähren oder auf der Minimalismus-Welle zu schwimmen -, es gibt die Hardcore-Typen, die sich ganz rigoros daran halten und und ihre Weltanschauung für die einzig richtige halten, die dann auch bitte jeder übernehmen soll.

    Ich finde, jeder sollte seinen eigenen Minimalismus finden. Es ist Gefühlssache, wie viel ich brauche und mit wie viel ich mich wohl fühle.

  11. Liebe Pia,

    ich stimme Dir zu: Lebt man wie ich mit einem Partner und Kind zusammen, muss man Kompromisse finden.

    Den Minimalismus beschränke ich auf meine persönlichen Dinge. Diese Grenze verschwimmt allerdings bei Haushaltsgegenständen.

    Niemals würde ich die privaten Sachen von meinem Mann ausmisten oder aktuelle Spielsachen von meinem Sohn auf dem Flohmarkt verkaufen.

    Auf folgendes möchte ich nicht verzichten:

    -Meine 40 Fotoalben mit Papierabzügen: Für mich wie ein Tagebuch mit wertvollen Erinnerungen. An denen hänge ich einfach und blättere jeden Monat darin.
    -Meine 20 Lieblings- CDs: Je nach Gemütslage kann ich eine auswählen. Blättern in digitalen Dateien ist nicht dasselbe Erlebnis, wie eine CD in der Hand zu halten.
    -Zubehör für mein Hobby: Das Limit sind acht große Plastikboxen auf dem Dachboden.

    Das brauchen wir als Familie mit mir als minimalistischer Mutter nicht mehr:

    – Ein Zweitauto- Wir stimmen unsere Termine täglich ab.
    – Dutzende Trinkgläser für alle möglichen Getränke- wurden auf den Wertstoffhof gebracht
    – Feines Porzellan für den Sonntag- brachte bei Ebay 100 Euro
    – Kinderkleidung, die zu klein ist
    – Geschenkeberge zu Weihnachten. Jede Oma schenkt nur ein Spielzeug.

    Gruß,
    Kerstin

  12. Roswitha

    Hallo Pia,
    ich bin neu hier, was sich aber ab heute ändert!
    Mein übervoller Kleiderschra(ä)nk(e) stört mich sehr.
    Durch Zufall stieß ich auf Deine Seite, und bin froh dass ich nicht alleine bin.
    „Minimalismus“ diesen Begriff habe ich schon öfters gehört, ich glaube auch, dass dies nichts für jedermann ist, bzw. jeder muss seinen eigenen Minimalismus entwickeln.
    Bei mir kommt noch eine ausgeprägte Sammelleidenschaft hinzu, alles was schön, außergewöhnlich und alt ist kaufe ich. ( altes Porzellan, Puppenstuben etc.). Ich habe ein schönes Stück Arbeit vor mir, aber erst der Kleiderschrank!
    Liebe Grüße

  13. Tatiana Martyanova

    Minimalismus wird oft mit irgendwas anderem verwechselt, doch eigentlich geht es dabei nur um Sachen zu besitzen die einem das Leben erleichtern oder richtig gut gefallen. Und da gibt es wirklich in jedem Haushald eine Menge Kram, der zu keinem von diesen Kategorien gehoert. Moeglichst wenig besitzen, reisen usw. das ist wie einem gefaellt, kan man machen, muss man aber nicht.

  14. Philip

    Möglicherweise hat es schon jemand vor mir gesagt, aber:
    Ist nicht das oder zumindest ein Ziel von Minimalismus, sich aus der materialistischen und kapitalistischen Schleife der Selbstinszenierung durch Besitz zu befreien? Wenn man das durch eine Schleife der Selbstinszenierung durch „Nicht-Besitz“ tut, liegt die Quelle des eigenen Glücks wieder in dem, was andere über einen denken – damit ist der Gewinn an Freiheit hinfällig….

  15. Luna

    Bin erst jetzt auf deinen Blog gestoßen, trotz dass der Beitrag schon ein Weilchen her ist, möchte ich ihn kommentieren:

    D A N K E !!!!

    Dass Minimalismus manchmal sehr klassistisch sein kann, verschweigen sehr viele Medien und auch die Leute selber. Leider. Weil ich würde da eher sehr viel Potenzial sehen, das System und die Gesellschaft zu ändern. Zb durch Vorbildwirkung.

    Bei sehr vielen Sätzen musste ich nicken, wie zum Beispiel, dass das Streben nach Minimalismus durchaus seine Hochphasen haben kann und dann wieder weniger. 🙂

  16. Anna

    Hi,
    nachdem unser Haus vor einigen Jahren abgebrannt ist, war ich zum Minimalismus gezwungen. Und ich habe es sehr genossen, dass vor dem Haus mehrfach ein Container stand, in den ich alles wegschmeißen konnte, was nicht niet- und nagelfest war. Prinzipiell mag ich das, aber ich mag auch die Dinge, die ich noch besitze. Ich mag, dass ich eine Bohrmaschine (wahlweise eine Kuchenform, Nähzeug, etc.) zur Hand habe, wenn ich sie brauche, ich mag die Bücher, die während des Brandes nicht gelöscht wurden um mich rum haben, ich mag meine schöne Bettwäsche. Ich mag meine Klamotten. Wenn ein neues Teil hinzukommt, kommt ein Altes weg. Ich mag keinen Nippes, aber ich freue mich wenn etwas Nützliches schön gestaltet ist und finde das völlig ok. Von jedem benötigtem Ding habe ich nur eine Version. Aber eine die mir gefällt. Auto hab ich keines, weil ich es hier in der Stadt nicht brauche. Minimalismus kann ganz schöner Selbstoptimierungswahn werden. Und dann wird es albern …

  17. Malte

    Hallo Pia,
    Dein Text hat mir gut gefallen. Ich lese viel über das Thema Minimalismus und finde das ein oder andere auch zu extrem (100 Dinge etc) . Da ich selber Familien Vater bin und zwei Kinder habe, wovon meine Tochter 13 Jahre ist und im absoluten Konsumrausch lebt. Ich schlag da manchmal nur die Hände über dem Kopf zusammen….aber ich war früher nicht besser, also lass ich ihr die Freiheit, da sie ja auch Erfahrung mit Geld und Konsum machen soll. Jedoch haben wir auch strikte Regeln, wenn das Taschengeld alle ist, gibt es auch nichts mehr.
    Ich selber habe mir das „Beste“ aus dem Thema Minimalismus rausgesucht, ich überlege zweimal bevor ich mir was kaufe. Ich bin leidenschaftlicher Marathon-Läufer und hab auch gerne Geld für Sportsachen ausgegeben, jetzt jedoch laufe ich meine Laufschuhe doch länger als ich es früher gemacht habe und teure Regenerationsgetränke sind einem Haferflocken-Milchshake gewichen….ich habe also Geld gespart und kein Nachteil davon getragen. Ich habe mich von Dingen getrennt, die ich wirklich nicht mehr genutz habe, wie z.B. CD’s, DvD’s und Bücher. Im Sommer sind wir mit der Familie 2 Kinder zwei Erwachsene in den Urlaub nach Dänemark gefahren und hatte so wenig Gepäck wie noch nie mit und es hat tatsächlich gereicht, keiner hat was vermisst. Ich würde also sagen, von allem weniger auch vom Minimalismus – die richtige Dosierung ist die, das man zufrieden lebt und nichts vermisst von den Dingen auf die man verzichtet. Ich werde mich weiter inspirieren lassen, wie z.b. von Büchern von Dir und Blog Einträgen.

    LG Malte

  18. Martina

    Super geschrieben, was fehlt bei vielen Leuten ist die Kombination mit der Vernunft, was ist vernünftig zu behalten vs. vernünftig zum weggeben…

  19. Jenny

    Hallo Pia,
    ich bin erst heute auf deinen Blog gestoßen und muss sagen, du schreibst total toll! Es macht wirklich Spaß deine Texte zu lesen 🙂
    Ich beschäftige mich noch nicht lange mit dem Thema Minimalismus. Ehrlich gesagt, wusste ich bis letztes Jahr nichtmal, dass es für diesen Lebensstil überhaupt einen Namen gibt. Für mich war Shopping und Konsum immer etwas unglaublich Befriedigendes. Doch während meines Auslandsjahres hat sich das plötzlich total geändert. Ich fühlte mich unfassbar frei und habe gemerkt, dass das mit den vielen „zurückgelassenen“ Sachen zu tun hatte. Dort hatte ich logischerweise nur das Nötigste. Als ich vor paar Monaten zurückkam, hat mich all das Zeug erschlagen. Jetzt bin ich nur noch am Ausmisten, Verkaufen etc. Mit jedem Ding, was rausfliegt, fühl ich mich wieder befreiter.
    Und genau so sollte es sein! Solange es gute Gefühle bringt, ist dieser Lebensstil klasse!
    Aber auf Dinge verzichten, die mich bereichern? Minimalismus nur des Minimalismus wegen? Das muss nicht sein. Da bin ich ganz deiner Meinung! Toller Beitrag! 🙂

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