Minimalistisch leben aus Mangel oder Fülle?

 

Kennst du eigentlich die Motivation hinter deinem minimalistischen Lebensstil? Worauf verzichtest du freiwillig und wo beginnt der Zwang? Musst du minimalistisch leben oder willst du es?

Auf die Idee für diesen Text hat mit Afschin mit seiner Podcastfolge „Warum Minimalismus nicht das Allheilmittel ist“ gebracht. Er sagt darin, dass es zwei Motive für einen minimalistischen Lebensstil gibt: Entweder ein Gefühl des Mangels oder ein Gefühl der Fülle. Diese These hat mich sofort wie ein Blitz getroffen und geht mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf. Ich glaube, dass sie vieles erklärt, worüber beim Minimalismus gestritten wird.

Zum Beispiel der Vorwurf, Verzicht mache nur die Menschen glücklicher, die eh zu viel haben. Das stimmt. Wenn ich jeden Cent umdrehen muss, um über die Runden zu kommen, dann wirkt Minimalismus wie ein Hohn auf mich. Das, was diese Leute abgeben, weil es sie angeblich belastet, würde ich mir nur zu gerne leisten können. Arme Menschen leben vielleicht minimalistisch, aber sie tun das nicht freiwillig. Es geschieht aus Zwang. Sie haben nicht die Wahl. Mit so einer Situation ist niemand glücklich.

Manchmal wird Minimalisten Knausrigkeit, sogar Geiz vorgeworfen. Ohne ständigen Konsum breche die Wirtschaft zusammen. Verzichte man also aufs sinnlose und ständige Einkaufen, stürze man letztlich die Welt ins Unglück. Das sei mal dahingestellt. Es gibt Menschen, die sind ständig auf der Jagd nach Schnäppchen und suchen an jeder Ecke nach der Möglichkeit, noch mehr zu sparen. Das kann sehr lächerlich wirken, wenn man es extrem betreibt. Vor allem, da man an einem Schnäppchen nicht wirklich spart, man hat ja dennoch Geld ausgegeben. Vielleicht ist Minimalismus für einige Menschen ein guter Vorwand, um ihren Hang zur Sparsamkeit zu rechtfertigen. Die Frage ist dann nur: Woher kommt diese Sparsamkeit? Aus dem Gefühl oder der Angst, nicht genug zu haben? Oder aus dem Bestreben, kein Geld für unnötigen Krempel auszugeben?

Natürlich habe ich mir diese Fragen selber gestellt: Welches Gefühl liegt meinem Minimalismus zugrunde?

Meine Eltern haben mir und meinen Geschwistern Sparsamkeit vorgelebt, keine Frage, das hat mich geprägt. Sie sind weder arme Schlucker noch Geizhälse, aber es war immer selbstverständlich, kein Geld für unnötigen Luxus auszugeben. Die Nudeln aus dem Discounter schmecken genauso gut wie die vom Markenhersteller, das war mir als Kind schon klar und ist es heute umso mehr. Dieses ganze Marken-Getue habe ich noch nie verstanden: Warum zahlt man freiwillig mehr Geld für eine Packung Müsli, ein Paar Turnschuhe oder ein Shampoo von gleicher Qualität, nur weil ein bekannter Name darauf steht? Das ist für mich pure Dummheit!

Als Kind und Jugendliche kann man sich die meisten Dinge, die man sich wünscht, nicht so einfach leisten. Meistens reicht das Taschengeld nicht. Bei mir war das eigentlich nicht so, da ich seit ich 15 war immer irgendeinen Nebenjob hatte. Trotzdem habe ich, als ich in meine erste eigene Wohnung gezogen bin und dank BaföG zum ersten Mal so richtig flüssig war, fleißig eingekauft: Klamotten, Bücher, Taschen (ganz schlimm), Firlefanz fürs Regal, allen möglichen Kram eben. Das habe ich schon von einigen Leuten gehört, dass mit dem ersten eigenen Geld die Dämme brachen und sie sich alles kauften, was sie sich zuvor nicht leisten konnten. Als ich nach drei Jahren aus der Wohnung auszog, brauchte ich einen doppelt so großen Umzugswagen wie beim Einzug.

Da ich immer schon gearbeitet habe, wusste ich, dass Geld mir nicht nur die Freiheit gibt, Dinge zu kaufen, sondern auch die Möglichkeit, über die eigene Lebenszeit frei zu entscheiden. Um mir eine Handtasche kaufen zu können, muss ich eine bestimmte Zahl an Stunden arbeiten. Ich habe Zeit gegen Geld und Geld gegen Gegenstände getauscht. Verzichte ich auf diese Tasche, kann ich im Umkehrschluss auch meine Zeit behalten. Diese Erkenntnis bestimmt mein Denken genauso sehr wie die Sache mit den Markenartikeln und sie ist auch der Grund dafür, dass ich so gerne selbstständig bin. Wenn ich mal einen Monat weniger Geld brauche, kann ich auch weniger arbeiten. Was würde dein Chef wohl darauf antworten: „Diesen Monat würde ich gerne ein paar Tage freimachen und dafür auf einen Teil meines Gehalts verzichten“?

Ich könnte, aber ich will nicht.

Bei Mara Stix habe ich gelesen, dass die eigene Einstellung zum Geld dafür verantwortlich ist, wie viel man verdient. Wenn man immer sagt „Das kann ich mir nicht leisten“ mache man sich selber arm. Da ist etwas dran. „Das kann ich mir nicht leisten“ ist ein Gefühl des Mangels. Ich würde gerne, aber ich kann nicht. Das sehe ich genau anders herum: Ich könnte, aber ich will nicht. Ich könnte mir eine neuen SUV kaufen (mit Kredit natürlich, ich hasse Kredite. Oder sich suche mir einen oder mehrere Jobs), aber ich will nicht. Ich könnte ich Fünf-Sterne-Hotels wohnen, aber ich will nicht. Ich könnte mir Schmuck und Designer-Handtaschen kaufen, aber ich will nicht. Weil ich mit dem Geld Besseres anzufangen weiß. Und sei es nur ein freier Tag, an dem ich von morgens bis abends in der Sonne liege und lese.

Vielleicht fragst du dich jetzt, warum ich die ganze Zeit nur von Geld quatsche. Weil ich denke, dass Zeit Geld ist. Und dass Geld Zeit ist. Natürlich gibt es Möglichkeiten, Zeit und Einkommen voneinander zu trennen (wie ich in meinem Beitrag „Warum es ganz einfach ist, dein eigenes Business aufzubauen“ schon mal erklärt habe). Unsere Lebenszeit ist viel wertvoller als Geld. Dennoch werfen wir sie gerne zum Fenster heraus, indem wir Dinge tun, die uns nichts bringen oder auf die wir keine Lust haben.

Wurzelt mein Minimalismus jetzt in Mangel oder in Fülle? Eindeutig in Fülle. Ich verzichte weil ich will, nicht weil ich muss. Sondern weil es mir ein Gefühl von Leichtigkeit und Freiheit gibt.

Und wie ist es bei dir? Wenn du jetzt zu dem Schluss gekommen bist, dass du manchmal aus einem Gefühl des Mangels verzichtest, habe ich noch ein paar Tipps für dich.

  1. Frage dich immer wieder: „Was wäre mir das wert? Und was kann ich dafür tun?“ Du wünschst dir ein ganz bestimmtes Paar Schuhe, das dir mit 299 Euro allerdings ein wenig zu teuer ist, um es mal schnell aus der Portokasse zu bezahlen. Was könntest du tun, um an dieses Geld zu kommen? Du könntest dir einen Zweitjob fürs Wochenende suchen. Oder etwas verkaufen. Oder auf etwas anderes verzichten, zum Beispiel deine Mitgliedschaft im Fitnessstudio. Es gibt immer Möglichkeiten, etwas zu bekommen. Aber ist es dir das wert? Möchtest du am Wochenende Abendschichten schieben, nur für dieses Paar Schuhe? Willst du deine Kamera dafür verkaufen? Oder zukünftig nicht mehr ins Fitnessstudio gehen?
  2. Halte dir vor Augen, was du gewinnst, wenn du verzichtest. Dein Auto ist kaputt. Du stehst vor der Entscheidung, dir ein neues zu kaufen oder auf Bus und Bahn umzusteigen. Rechne doch mal durch, wie viel Geld und Zeit es dir spart, kein Auto mehr zu besitzen (das habe ich hier mal gemacht).
  3. Hinterfrage, woher dein Mangelgefühl kommt. Kommt das Gefühl aus deinem Inneren oder sagen Freunde, Familie oder Bekannte, dass du etwas unbedingt brauchst? Dass ist übrigens der Job der Werbung: Wünsche und Bedürfnisse zu generieren, die vorher nicht da waren. Frage dich, was hinter den Kommentaren deiner Mitmenschen steht: Vielleicht wollen sie, dass ihr in der gleichen Situation seid. Gemeinsamkeiten verbinden. Alle bauen plötzlich am Eigenheim und deine Freunde möchten, dass du weiter zu ihrer Gruppe gehörst. Deshalb sollst du auch bauen. Oder sie möchten einfach nur, dass es dir gut geht, und kennen nur Statussymbole als Werkzeug dazu. Deshalb sollst du dir auch ein neues Handy kaufen. Es ist ihr Weg sich gut zu fühlen, deshalb raten sie dir auch dazu. Ich glaube nicht, dass Menschen anderen Menschen absichtlich etwas Böses wollen. Natürlich verfolgen Menschen immer auch egoistische Ziele. Wenn dir der Porsche-Verkäufer sagt, dass du mit seinem Auto jede Frau rumkriegen kannst, solltest du ruhig skeptisch sein.
  4. Verzichte auf nichts, das du liebst. Nur weil irgendwer behauptet, dass Minimalisten kein Auto besitzen, musst du deines nicht gleich verscheuern. Du musst auch nicht in eine kleinere Wohnung ziehen oder deinen Thermomix verschenken oder 3/4 deines Kleiderschrankes. Ich finde es werden viel zu häufig Maximen und „Ganz oder gar nicht„-Parolen verbreitet, die einem den Spaß am Minimalismus verderben, weil sie wieder wie ein Zwang wirken. Verzichtest du auf etwas, was dir Freude bereitet. resultiert daraus keine zusätzliche Freiheit, sondern wieder nur ein Gefühl des Mangels.

Zum Schluss noch ein Lesetipp: Silke von minimalisch.de gibt regelmäßig Spartipps. Beim Schreiben dieses Textes hatte ich sie immer im Hinterkopf. Denn ihr Motto lautet: More Money for Adventures. Das ist der Grund, warum sie gerne verzichtet: Um mehr Geld und Zeit für spannende Abenteuer und Reisen zu haben.

Und jetzt bist du dran: Aus welchem Gefühl heraus verzichtest du? Wo fällt es dir leicht, zu verzichten, und wo nicht? Wofür gibst du gerne deine Zeit und dein Geld aus?

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28 Kommentare

  1. Ines

    Meine These ist: man muss erst in der Fülle gelebt haben, um ein Weniger schätzen zu können. Zudem muss wohl (fast) jeder Mensch bestimme Phasen durchleben, um sich weiter zu entwickeln. So wie Dir ging es mir auch:
    nach Schule/Studium/Ausbildung hatte ich richtig Geld zur Verfügung, das wurde freigiebig in Deko, Kleidung, Wohnen etc. investiert (auch gerne in Schnäppchenläden)!
    Dann kamen die Kinder, mein Fokus legte sich auf Ökologisch und und Nachhaltig (weniger Teile durften dann teurer und hochwertiger sein).
    Danach und währenddessen waren mir der soziale Gedanke (z. B. fairtrade) sehr wichtig, ich konnte die „Billigheimer“ nicht mehr ertragen.
    So entwickelt man sich immer weiter und ich verstehe mein Verhalten von früher nicht mehr….
    Nur manchmal kommen Zweifel, ob das alles was bringt, da die Mehrheit ja nicht darauf achtet oder achten kann.
    Liebe Grüße Ines

    • Pia

      Hallo Ines,

      Ja, die Frage stelle ich mir auch öfter: Egal, was ich tue, gesellschaftlich gesehen ist es nur eine Tropfen auf den heißen Stein. Bei Harald Welzer habe ich dazu eine interessante These gelesen: Nur 3-5% der Bevölkerung reichen, um etwas zu verändern. Leben diese Menschen anders, dann wird das als Trend gesehen und erfährt Aufmerksamkeit. Und dadurch kann die Veränderung überschwappen und ein Massenphänomen werden.
      Es ist also gar nicht nötig, dass alle Menschen anders leben, um etwas zu bewirken. Erst ein paar, dann immer mehr. Und so bekommt die Verhaltensweise des Einzelnen eine viel größere Bedeutung.

      LG
      Pia

  2. Hmm, ich kann mir tatsächlich nicht sehr viel leisten, das konnte ich noch nie. Aber meine Einstellung dazu hat sich geändert: Habe ich früher ständig darüber gejammert mir diese tollen Schuhe hier oder dieses hübsche Kleid da nicht leisten zu können, ist es heute genau umgekehrt. Ich möchte mir diese Sachen gar nicht mehr kaufen. Mein Kleiderschrank ist inzwischen radikal minimalisiert und ich habe keinem einzigen Kleidungsstück auch nur eine Träne nachgeweint. Shoppen ist mir inzwischen viel zu anstrengend 😉

    • Pia

      Hallo Anja,

      Danke erstmal für deinen Kommentar und für die Verlinkung auf deinem Blog.
      Wie anstrengend Shoppen ist, war mir früher auch nicht so klar. Mittlerweile finde ich es viel angenehmer, mir das Treiben aus einem Cafe heraus anzuschauen.

      LG
      Pia

  3. Nur solange ich die anderen Nudeln nicht kannte, Pia. Seitdem kaufe ich viel lieber die eine teurere Sorte mit Quellwasser und weiß erst mal, wie geil Nudeln schmecken können. Ich war jetzt 18 Jahre nicht im Kino oder essen. Gebe das Geld lieber meiner Tochter. Für mich ist das kein Verzicht. Das ist mein Glück, sie glücklich zu sehen. Ich frage mich manchmal ob ich geizig bin. Ja. Mangel hatte ich nie aber so eine Geldausgebzeit, wie du sie beschreibst im Studium, auch nicht. Deine ganzen Beispiele oben habe ich ja z. B. gar nicht: Auto, Fitnessstudio, Smartphone. Hatte ja gleich ein Kind. Das war das größte Glück. Sonst hätte ich noch mehr die Hohlheit und Leere gespürt, die Konsum bei mir erzeugt. Für mich ist es immer noch Luxus, mehr Schuhe zu besitzen als ich anziehe.

  4. Oh ein spannendes Thema.
    Ich kenne beide Seiten: Mangel und (relative) Fülle. Mangel: mit 13 Jahren habe ich bereits neben der Schule gearbeitet. Nicht für Freizeitvergnügen oder Schnickschnack, sondern weil ich schlichtweg wenig hatte. Auch wenig vom eigentlich Notwendigen. Ich brauchte mal einen ordentlichen Pullover oder eine vernünftige Hose kaufen zu können.
    Im Studium wars super eng und nicht so wirklich freiwillig, aber es war meine freie Entscheidung zu studieren. – Einige Jahre danach hatte ich auch mal Nachholphasen, ich habe es genossen, mir was kaufen zu können, was mal nicht zwingend nötig ist.
    Und heute: Persönliche Dinge habe ich wirklich nicht viel, aber ich empfinde es nicht so. Denn es ist zwar wenig im Vergleich zu vielen Leuten um mich rum. Aber: Sind für die kühle Jahreszeit 7 Pullover, 2 Sweatshirtjacken und 3 Jeans wirklich wenig oder doch auch viel? Für die meisten Leute vermutlich eher wenig. Ich finde es irgendwie immer noch viel. Ist ein 3 1/2 Jahre alter Computer neu oder alt? Ich finde ihn immer noch schick und neu und einen ziemlichen Luxus.
    Ich genieße es, mir die Wohnung nicht vollstellen zu müssen und rechtfertigen für wenig Zeugs (boah, du hast aber wenig) tue ich mich nicht mehr und „Stehrümchens“ lasse ich mir nicht mehr schenken. Ganze freiwillig und ich genieße es.

    • Pia

      Hallo Gabi,

      Vielleicht kann aus einem Mangelgefühl auch ein Füllegefühl werden, ohne dass sich äußerlich viel ändert. Umso besser.

      LG
      Pia

  5. In meinem, offenbar natürlichen, Minimalismus wurde ich schon oft belächelt, und zwar auf die milde Art, wie man jemanden belächelt, der vielleicht nicht alle Antennen am Sender hat. Aber das war mir schon immer egal. Das Wort Verzicht hat für mich keine negative Wirkung, weil ich aus jedem Verzicht für mich einen Gewinn gemacht habe und dies auch weiterhin tun werde. Der Mensch braucht ganz allgemein nur wenig, um gesund, glücklich und zufrieden leben zu können. Alles, was darüber hinaus geht, ist häufig als Bedarf suggeriert. Die Gesellschaft lebt danach – und ich glaube, die allermeisten merken es nicht mal.
    Nach dem Minimalismus, der so hübsch belächelt wurde, hält man meine Einstellung heute für Zweckoptimismus. Na und? Was ist falsch daran?
    Ich habe und erreiche, was ich brauche, um gesund, glücklich und zufrieden zu sein, und ich finde Wege, auch meine Wünsche zu verwirklichen.

    • Pia

      Hallo Angelika,

      Toll, dass du deinen Weg gegangen bist, trotz offenbar einiger Hürden. Was Worte alles bewirken können… nennt man es Verzicht, klingt es negativ. Nennt man es Vereinfachung, positiv. „Ich muss“ ist auch so eine Sache. Sagt man stattdessen „Ich darf“ oder „Ich will“ ändert sich auch die eigene Einstellung.

      LG
      Pia

  6. Für mich ist es eine Mischung aus beidem. Es gibt Apsekte, wo ich aus Mangel minimalistisch lebe, weil ich einfach nicht unendlich viel Geld zur Verfügung habe und das, was ich habe, bewusst einteile. Bei anderen Bereichen lebe ich aus Fülle minimalistisch, weil mir Reduktion an der Stelle einfach gut tut. Im großen und ganzen halte ich es wie Du: ich überlege mir, ob etwas das Geld (und damit die eingebrachte Zeit und Leidenschaft) wert ist und ob es mir gut tun wird oder nicht.

    Den ersten Kaufrausch mit eigenem Geld kenne ich auch. Hatte reichlich Nachholbedarf, denn es ist ein großer Unterschied, ob ich mich selbst gegen bestimmten Konsum entscheide oder die Umstände das machen.

    • Pia

      Hallo Ines,

      Danke für deinen Kommentar. Mir ist grad aufgefallen, dass meine Formulierung im Text vielleicht etwas unglücklich klingt. Ich kann mir viele der oben genannten Dinge nicht leisten. So viel Geld habe ich nicht auf dem Konto. Aber ich bilde mir ein, ich könnte. Wenn ich wirklich einen Porsche will, dann setze ich alles daran, ihn zu bekommen. Dann suche ich mir einen oder mehrere möglichst du bezahlte Jobs, nehme einen Kredit auf, verzichte auf Urlaub. Aber – wie du schon sagst – ist es mir das wert? Vielleicht ist das Naivität. Ich denke, es gibt viele Mensche, die tun alles in ihrer Macht stehende und können sich trotzdem nicht die Dinge kaufen, die sie gerne hätten. Das hat nichts mit Unfähigkeit zu tun, sondern wohl einfach mit der Gesellschaft, in der wir leben.

      LG
      Pia

  7. Liebe Pia,

    ein ganz toller Artikel, den du geschrieben hast und vielen Dank für die Erwähnung von meinem Blog.

    Die Ergänzung „ich könnte es mir leisten, aber ich will gar nicht“ finde ich super wichtig. Es bedeutet nämlich, dass du dir etwas anderes leisten willst (z.B. einen freien Tag).

    Ich kenne nämlich nicht wenig Menschen, die sagen: Ich würde mir so gerne leisten können, weniger zu arbeiten. Und das ist natürlich auch ein Mangeldenken.

    Alles Liebe,

    Dari Mara

    • Pia

      Hallo Mara,

      Danke 🙂 Tolle Blogs und Menschen verlinke ich gerne.

      LG
      Pia

  8. Hallo Pia,

    das mit Fülle und Mangel ist in meinen Augen ein zweischneidiges Schwert, ich sehe die Sache nämlich andersherum: Habe ich mit Minimalismus begonnen, weil ich einen Mangel an erfüllten Leben verspürt habe? Nein. Weil ich einen Mangel an Übersichtlichkeit und mehr Einfachheit verspürt habe? Ja.

    Meiner Meinung nach, liegt dem Streben nach einem minimalistischen Leben entsprechend ein Mangel voraus. Wer der festen Überzeugung ist, ein erfülltes Leben zu führen, hat keinen Grund, es in Frage zu stellen und zu überdenken.

    Lieber Gruß,
    Philipp

    • Pia

      Hallo Philipp,

      Oha, bei diesem Gedankengang musst ich jetzt erstmal mitkommen. Wenn man etwas verneint, kann aus jedem Mangel Fülle werden und aus jeder Fülle Mangel 😉
      Aber ich finde, du hast recht: Vielleicht liegt jedem Minimalismus oder jedem Versuch, etwas zu vereinfachen, ein Mangel an erfülltem Leben zugrunde. Das ist irgendwie poetisch…

      LG
      Pia

  9. Ja, vielleicht ist es wirklich so, dass man ohne Fülle nicht zur Erkenntnis gelangt, auch mit weniger auszukommen.

    Ich hab Gott sei Dank nie in Armut leben müssen. Meine Eltern waren sparsam, hatten aber immer genug Geld. Dieses Verhalten haben sie auch mir vermittelt. Ich hatte, anders als ein Teil meiner Freundinnen, auch nie das Bedürfnis mehr zu haben. Mehr Geld, mehr Klamotten, mehr Elektronikschrott in Form der neuesten Handys.
    So lange die Grundbedürfnisse allerdings gedeckt sind, glaube ich nicht, dass ein Mensch grundsätzlich Mangel leidet. Das Problem ist eher, dass allen eingeredet wird, mehr haben zu wollen, und sich die meisten dem auch beugen.

    Liebe Grüße, Daniela

    • Pia

      Hallo Daniela,

      Eigentlich wird uns doch ständig eingeredet, dass wir zu wenig haben und uns gefälligst mehr wünschen sollten. Ich finde es manchmal ganz schön schwer, sich dem zu entziehen.

      Wow, was hast du für einen hübschen Blog!

      LG
      Pia

  10. Wolf

    „Wenn ich jeden Cent umdrehen muss, um über die Runden zu kommen, dann wirkt Minimalismus wie ein Hohn auf mich.“
    Nein. Ich habe wenig, und Minimalismus hilft mir, aus dem wenigen Geld das zu machen, was ich wirklich will. Ich finde darin Lösungen, ohne viele Dinge gut zu leben. Ich fühle mich weniger arm am Ende.

    • Pia

      Hallo Wolf,

      So habe ich das noch nicht gesehen. Du hast also deine Einstellung geändert. Wenn man die Welt nicht ändern kann, dann doch zumindest die eigene Einstellung. Ich finde das super!

      LG
      Pia

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  12. Rappo

    Schöner Artikel. Bei mir ist es so, dass ich mir zwar viele Dinge leisten könnte – es aber nicht will. Ich komme aus sehr bescheidenen Verhältnissen. Wenn ich Luxusgüter wie Computer, Moped oder ähnliches haben wollte, musste ich dafür arbeiten. Da ich also schon früh angefangen habe zu arbeiten und auch kreativ zu werden (wie verdiene ich der mir zur Verfügung stehenden Zeit mehr Geld) habe ich es nun mit Mitte 30 geschafft aus der „finanziell schwachen“ Welt auszubrechen.

    Nun ist es aber so, dass mich der Gedanke an neue Konsumgüter nicht mehr reizt. Wenn ich den tollen TV für 2.000 Eur haben will – dann kauf ich ihn mir einfach. Sofort. Aber ich will nicht. Der alte funktioniert noch und wird eh selten genutzt. Da meine Einnahmen aber noch relativ hoch sind und ich auch gerne arbeite, habe ich am Monatsende noch gut Geld übrig. Das investiere ich in Dinge, die wiederum Geld abwerfen und ich habe dann wieder mehr zur Verfügung. Ein Teufelskreis. 🙂

    Ich unterstreichen aber die These, dass man (oder zumindest ich) viel gehabt haben muss um leicht verzichten zu können/wollen. Als ich sehr wenig hatte, wollte ich viel und wurde hungrig auf Luxus. Nachdem ich viel hatte, vom 350 PS Auto bis Urlaub im Bungalow mit Pool direkt am Meer, 1000 EUR für quatsch an einem Samstag ausgeben weil man es kann, nerven mich solche Dinge eher. Teilweise bin ich fast schon angewiedert von meiner damaligen Verschwendung.

    Nun versuche ich das für mich zu finden, was mich wieder hungrig macht. Familie, Freunde, Natur. Ich sitze mit Freunden im Garten, trinke ein gutes Glas Wein und bin glücklicher als mit allen meiner früheren Luxusgüter zusammen. Mein Geld wird zwar durch diese Lebensweise immer mehr – aber das ist ja nun ein Luxusproblem, für das ich auch noch eine gute Lösung finde 🙂

    • Pia

      Tja, auf der anderen Seite des Zauns ist das Gras immer grüner… 😉

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