Mein ökologischer Fußabdruck: Energiesparlampen, Computerzeit und Konsumgüter

Die letzten Meter sind immer die schwersten. So ist es auch bei meinem Fußabdruck-Experiment. Es gibt nicht mehr vieles, was ich ohne große persönliche Einbußen und auf die Schnelle verändern könnte, um auf meine 2 Erden zu kommen. So langsam macht es mir auch keinen Spaß mehr, den Fragebogen immer und immer wieder mit neuen Variablen auszufüllen. Deshalb ändere ich ab heute drei Dinge auf einmal und komme damit auf 3,75 Hektar und 2,08 Erden (also eine Verbesserung im Vergleich zu letzter Woche).

TV+Notebook-Zeiten: Es geht hier um die Zeit, die der Fernseher läuft, und die Zeit, die man für private Zwecke am Notebook verbringt (also jetzt gerade nicht). Die werde ich halbieren. Dürfte nicht allzu schwer sein, ich habe nämlich gerade ein paar echt tolle Bücher aus der Bücherei geholt.

Energiesparlampen: In Zukunft werde ich mehr darauf achten, mehr Energiesparlampen einzusetzen. Es macht meiner Meinung nach jedoch wenig Sinn, jetzt alle Glühbirnen auszutauschen, obwohl sie noch funktionieren.

Konsumgüter unter 50 Euro im Monat: Das klingt erstmal einleuchtend, ich kaufe nämlich nicht mehr besonders viel ein. Vor allem nichts Unnötiges. Aber unter Konsumgüter fallen auch Freizeitaktivitäten und Hobbys (zum Glück bin ich keine Sammlerin, dann sähe die Bilanz wohl schlimmer aus). Und da komme ich in manchen Monaten schon auf mehr. Mal ins Kino, mal auf eine Party, fällt wohl auch auswärts Essen darunter? Nun ja, da kann ich bestimmt noch sparen. Ein bisschen drauf gucken, wie viel ich ausgebe, das dürfte nicht allzu schwer sein.

So, das war mein Strauß guter Vorsätze, der mich der Umweltverträglichkeit näher bringen soll. Erschwerend kam hinzu, dass ich ab und zu wieder Fleisch esse. Das hat mir die Ökobilanz wohl etwas versaut.

Wie hältst du es mit den drei Punkten? Benutzt du Energiesparlampen und wie viel Geld gibst du im Monat für Freizeitaktivitäten aus?

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11 Kommentare

  1. christine

    Ich habe gleich zwei Fußabdruck-Rechner ausprobiert und liege mit meinem Verbrauch unter dem Durchschnitt. Das ist gut, allerdings sind mir manche Angaben zu pauschal und daher nicht sonderlich aussagekräftig.
    Energiesparlampen sind von der Effizienz her wirklich gut. Aber sie machen kein warmes Licht, heizen nicht und sind in der Herstellung und Entsorgung Sondermüll. Sondermüll unterstütze ich ungern. Vor allem muss ich diese Lampen wieder einmal sortieren und dafür extra zum Wertstoffhof fahren. Das ist Zeit- und Ressourcenverschwendung.
    Komsumgüter: Sprit muss ebenso dort hinein wie Kinokarten, Eintritt fürs Schwimmbad oder Putzmittel oder Toilettenpapier. Hier wird es für mich verwirrend. Denn Toilettenpapier gehört für mich zum Haushalt, also in eine Extrarubrik. Sprit benötige ich für die tägliche Fahrt zur Arbeit. Sollte da nicht auch zählen, dass ich „unterwegs“ z. B. Flaschen am Container entsorge oder auf dem Rückweg noch einkaufe?
    Was mich noch nervt: Meine Waschmaschine läuft mindestens dreimal die Woche. Einmal wasche ich Feinwäsche wie meine Unterhosen, die 30 Grad Wäsche umfasst Pullover, Hosen und Strümpfe und die Handtücher (inklusive Hundehandtücher) brauchen 60 Grad. Das ist keine Verschwendung, weil die Maschine immer gut voll ist. Wie soll ich da auf eine Waschladung wöchentlich zur Umweltschonung kommen? Ich benötige saubere Kleidung und habe keinen übervollen Kleiderschrank.
    Kleidung: Ich kaufe wesentlich bewusster ein als früher. Aber muss ich deswegen unbedingt Secondhand kaufen? Meine Kleidung hält bei guter Pflege mindestens fünf Jahre, oft noch wesentlich länger. Aus diesem Grund kaufe ich ausschließlich neue Sachen, weil ich zerschlissene ersetzen muss oder Sachen, die mir nicht mehr gefallen, verschenkt habe. Nun die Frage: Zählen Unterhosen, Schuhe, Jacken und Socken nicht auch zur Kleidung?
    Papier: Die Antiwerbungaufkleber tun ihren Dienst. Seit einigen Tagen gibt es keine Werbezeitungen mehr. Aber schone ich die Umwelt, wenn ich nur drei statt 20 Seiten ausdrucke? Bei weißem Papier ist schon immer Altpapier beigemischt. Sonst könnten die Papierfabriken ihren niedrigen Preis nicht halten. Bei Umweltpapier entwickelt sich leider auch Feinstaub, der die Lungen angreift. Was tun?

    • PiaMester

      Hallo Christine,

      Stimme dir in allen Punkten zu. Diese Fußabdruck-Rechner sind in einigen Punkten total widersprüchlich.

      LG
      Pia

  2. Sibylle

    Ich sehe das genauso wie Christine – ich finde es unheimlich schwer, Dinge gegeneinander aufzuwiegen wie etwa Glühbirnen und Energiesparlampen, eben wegen der o.g. Probleme. Ähnliches halt auch bei der Lebensmittelbeschaffung: Lieber eine Freiland-Tomate aus Spanien oder eine aus einem niederländischen Gewächshaus?
    Daher sind auch die „Fußabdruck-Rechner“ so ungenau (und müssen es ja auch sein, wenn man nicht 1500 Fragen mit jeweils 15 Antworten haben will) – ich bin im letzten Jahr 1500km geflogen. Dafür aber die vier Jahre davor gar nicht. Wäre eine Autotour quer durch Europa wirklich CO2 günstiger gewesen als der Flug? Auch noch, wenn ich auf halber Strecke übernachten muss, in ein Hotel einchecke und all die Energie mit einrechne, die das Putzen dieses Raums, das unvermeidliche Waschen von Handtüchern und Bettwäsche am nächsten Tag mit sich bringt? Ich bin oft verwirrt von vielem, was ich dazu lese – was ist denn nun „schlimmer“? Zuhause sein und Strom/Glühbirnen verbrauchen oder draußen sein und dabei Schuhe und Kleidung „verbrauchen“?
    Also beschränke ich mich derzeit auf Energie sparen und Müll vermeiden, das sind zwei der wenigen Dinge bei denen ich sicher sein kann, nicht an einem Ende was besser und dafür am anderen schlimmer zu machen.

  3. Hmmmm… Also ich finds ja schon mal echt super, wie du die Sache angegangen bist. Es gibt immer wieder Bereiche im Leben, die man nachhaltiger und bewusster gestalten kann, wenn man sich ein wenig den Kopf darüber zerbricht und ggf. neue Gewohnheiten annimmt. Und du hast da echt ne gewaltige Leistung vorgelegt!
    Warum man aber an nicht primär materiellen Konsumgütern zurückschrauben sollte, verstehe ich nicht ganz. Der Mensch will ja auch leben, glücklich sein und seine freie Zeit genießen.
    Bspw., meine Yogaschule verbraucht auch Strom für Licht und Heizung und Bliblablubb. Aber das würde ich in dem Zeitraum zuhause auch, wenn ich dort Yoga mache. Und in der Schule lerne ich was dazu. Verbringe ein wenig Freizeit mit einer Freundin. Und treffe tolle Menschen.
    So könnte ich weitere Beispiele gut-argumentieren. Mit gutem Gewissen. Also ich würde das mit dem Bereich „Konsumgüter“ nicht so eng sehen, wenn es sich eigentlich um Erlebnisse handelt.

    • PiaMester

      Hallo Magdalena,

      In meiner Yoga-Schule ist es auch immer kuschelig warm 😉
      Was auch unlogisch ist, fällt mir gerade auf: Wie viel man unternimmt wird daran gemessen, wie viel Geld man dafür ausgibt. Wenn ich jetzt eine Theaterkarte für 50 Euro kaufe oder 5 Mal ins Kino gehe, habe ich nicht automatisch dieselben Ressourcen verbraucht.

      LG
      Pia

  4. Shinsei

    Hallo, ich würde Energiesparlampen eher vermeiden, weil Sie kein schönes Licht erzeugen und zudem Quecksilber enthalten, was die Entsorgung erschwert und die Gesundheit belastet. Das wird vor allem dann relevant, wenn solche ein Leuchtmittel etwa durch Kinder im Haushalt einmal zerstört werden sollte. Gute Erfahrungen habe ich mit LED-Lampen gemacht. Energiesparlampen habe ich bisher noch nicht durch LED-Lampen ersetzt, wohl aber alle konventionellen Glühlampen und Halogenlampen. Der Stromverbrauch in unserem 5-Köpfigen Haushalt ist dadurch merklich gesunken (wobei wir ohnehin darauf achten, wenig Strom zu verbrauchen und mit ca. 3.000 kWh im Jahr auskommen). Den Austausch von konventionellen Glühlampen durch LED-Leuchtmittel rechtfertige ich mit der Amortisation der Kosten durch den geringeren Stromverbrauch und gehe davon aus, dass auch die Umwelt davon profitiert, wobei ich bisher keine Studien zur Ökobilanz über den gesamten Lebenszyklus von LED-Leuchtmitteln habe finden können. Anders als in konventionellen Glühlampen stecken darin ja eine Menge an Kunststoffe, Halbleiter (seltene Erden) und Metalle, was einer sorgsamen Trennung beim späteren Recycling bedarf. Dafür soll eine LED-Lampe auch eine mittlere Brenndauer von 20.000 Stunden haben – wenn man den Angaben der Herstelle vertrauen darf. Bei meinem Nutzungsverhalten steht der nächste Birnenwechsel wegen des Defekts eines Leuchtmittels mithin in ca. 20-25 Jahren an. Die konventionelle Glühlampe hingegen muss (je nach Anzahl der Einschalthäufigkeit) alle 1.500 – 2.500 Betriebsstunden getauscht werden. Dafür besteht sie auch nur aus Glas und Metall, was das Recycling einfach gestaltet. Zumindest was den Verbrauch angeht, so stellte ich für mich die Frage nach dem Sinn des Ersatz konventioneller Glühlampen durch ihre LED-Pendants bei ca. 80% Ersparnis nicht. Ich habe mich zum Austausch entschieden. Eine 12-Watt-Energiesparlampe durch eine LED-Leuchtmittel mit 6 Watt zu ersetzen, obwohl die Energiesparlampen noch in Ordnung ist, halte ich wegen der Umweltbelastung hingegen für bedenklich – halbierter Verbrauch, hin – halber Verbrauch her.

    Beste Grüße, Shinsei

    • PiaMester

      Hallo Shinsei,

      Danke für deinen Erfahrungsbericht! Energiesparlampen, das weiß ich jetzt, sind wegen der giftigen Inhaltsstoffe Murks. LEDs scheinen mir da auch die bessere Möglichkeit zu sein. Ich glaube die Hersteller wissen selber noch nicht, wie lange ihre LED-Lampen halten, dennoch rechnen sie einem die angeblich lange Lebensdauer vor. Was noch funktioniert, sollte nicht ersetzt werden, finde ich. Auch nicht durch eine energiesparende Variante. Der AAA-Kühlschrank muss nämlich auch erst produziert werden, was natürlich auch Energie braucht.

      LG
      Pia

      • Johannes

        Hast Du eigentlich mal über CO2-Kompensation nachgedacht? Nachdem Du Dich ja nun intensiv mit Sparmöglichkeiten beschäftigt hast, wäre das doch ein naheliegender Schritt. Ich will das demnächst mal machen.

        • PiaMester

          Hallo Johannes,

          Nein, habe ich noch nicht. Ich finde es ja prinzipiell sinnvoller, gar nicht erst zu viel CO2 zu verbrauchen, anstatt es hinterher mühsam wieder irgendwo auf der Welt einzusparen.

          LG
          Pia

          • Johannes

            Hallo Pia,

            das sehe ich genau so. Aber man kommt ja irgendwo an Grenzen, wenn man nicht zum Aussteiger werden will. Für den Rest finde ich Kompensation eine gute Sache.
            Noch einen Gedanken zur Beleuchtung: Ich würde für die Lampen, die viel benutzt werden, LEDs anschaffen (mit Philips habe ich gute Erfahrungen gemacht), und die Glüh- oder Halogenbirnen im Keller oder im Treppenhaus aufbrauchen, wo die Brenndauer eher niedrig ist.

            Gruß
            Johannes

          • PiaMester

            Hallo Johannes,

            Guter Tipp mit den Glühbirnen. Über die Sache mit dem CO2 muss ich mich mal ein wenig informieren.

            LG
            Pia