Projekt 12in2014: Strategiewechsel

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Von dem Projekt „12in2014“ war ich im Januar noch ziemlich begeistert. 12 Vorsätze in einem Jahr umzusetzen erschien mir nicht so schwierig zu sein. Aber mittlerweile habe ich gemerkt: Das stimmt nicht. Einige Änderungen fallen mir leicht, bei anderen komme ich kein Stück weiter. Nanne hat mich jetzt in einem Kommentar da drauf gebracht, woran das liegen könnte. Continue reading…

Nie mehr Fernsehen? Fazit der TV-Diät

Der Juni ist rum und damit auch meine (von gelegentlichen Rückfällen unterbrochene) TV-Diät. Und wie nach jeder Diät warte ich jetzt ängstlich und gespannt auf den Jojo-Effekt: Nächtelange Zapping-Exzesse, ein heißlaufender DVD-Player und ein schmerzender Daumen vom ständigen Umschalten. Und? Nichts. Komisch. Ich glaube, ich habe keinen Spaß mehr am Fernsehen.

Der laufende Fernseher, das müsst ihr dabei wissen, gehörte und gehört in meiner Familie immer zu den ständigen Hintergrundgeräuschen. Auch wenn niemand schaut, läuft das Ding. Warum das so ist, weiß ich nicht. In meiner Studentenbude habe ich diese Tradition quasi fortgeführt: Der Fernseher war meine Gesellschaft. Hört sich jetzt traurig und ein bisschen ärmlich an, aber da ich nie, niemals in einer WG wohnen wollte, war mir dieser Ersatz lieber als Mitbewohner, die nicht mit einer Klobürste umgehen können.

Danach hat sich mein TV-Konsum auf den Abend reduziert. Aber er gehörte dazu: 20.15 Uhr war Fernsehzeit. Dass ich sogar trotz erweiterter (und sehr teurer) Programmauswahl nur selten eine Sendung gefunden habe, die mich a) interessiert und die ich b) noch nicht gesehen habe, ist mir dabei gar nicht so sehr aufgefallen. Aber mal ehrlich: Was gibt es sinnloseres, als einen Film ein zweites Mal zu sehen (abgesehen vielleicht vom Lieblings-Herzschmerzfilm mit dem Lieblings-Anschmachtschauspieler)?

Anfangs fiel mir der TV-Verzicht nicht leicht. Abends wusste ich nicht mehr, was ich tun sollte. Dabei hatte ich mir so viele Sachen überlegt: Brot backen, stricken, Marmelade einkochen usw. Vieles davon ist unerledigt geblieben, weil Fernsehen für mich nicht nur Ablenkung ist, sondern auch einen gewissen informativen Input bedeutet. Und den brauche ich einfach. Also habe ich stattdessen gelesen (und die Ebooks des Bücherriesen für mich entdeckt). Was ich lese, interessiert mich garantiert. Und wenn doch nicht mehr, dann lese ich eben etwas anderes.

Zum Schluss zur Frage von Christof von einfachbewusst.de: Wie geht es im Juli weiter? Und werde ich meinen Fernseher vielleicht sogar verkaufen? Letzteres: Nein. Er gehört mir nicht alleine und auch wenn es so wäre würde ich auch weiterhin nicht auf einen gelegentlichen Fernsehabend verzichten wollen. Ob ich wieder fernsehen werde? Wenn ich Lust darauf habe. Und die ist bisher  — zum Glück — nicht besonders stark. Ein Versuch am vergangenen Freitag hat mir gezeigt, dass der Reiz irgendwie weg ist. Außerdem möchte ich die gewonnen Zeit nicht missen.

Halbzeit der TV-Diät

Zwei Wochen meiner Juni-Fernsehdiät habe ich jetzt hinter mich gebracht und ich muss sagen: Es ist nicht so schlimm, wie ich dachte. Den nächsten beiden Wochen schauen ich also entspannt entgegen. Wobei ich auch dann ein bisschen mogeln werde. Aber dazu später mehr.

Zunächst muss ich gestehen, dass ich mir ein paar Ausnahmen genehmigt habe. Wie bereits angekündigt habe ich zwei TV-Kritiken geschrieben, einmal über das Promispecial von „Wer wird Millionär?“ (3 Stunden) und einmal über Maybrit Illner (1 Stunde). Diese Sendungen musste ich mir natürlich persönlich ansehen. Ansonsten wollte ich nicht auf drei gemütliche Fernsehabende mit meinem Freund verzichten (insgesamt ca. 6 Stunden). Macht also zusammen 10 Stunden Fernsehen in zwei Wochen. Im Vergleich zu den ungefähr 21 Stunden in der Woche, die ich zuvor konsumiert habe, ich das in meinen Augen ein großer Fortschritt. Ich zähle die Momente, in denen ich an einem eingeschalteten Fernsehgerät vorbei gelaufen bin, jetzt mal nicht mit.

Abends bleibt die Flimmerkiste jetzt aus. Das fühlt sich sehr befreiend an, da ich zuvor immer eine zeitliche Barriere im Kopf hatte: Um 20.15 Uhr musste ich zuhause sein bzw. fertig mit allen Dingen, die ich an diesem Tag zu erledigen hatte. Jetzt löst dieser Zeitpunkt keine Alarmglocken mehr in meinem Kopf aus.

Außerdem gehe ich viel früher ins Bett. Lesen kann ich schließlich auch dort, es ist sogar viel gemütlicher als auf dem Sofa. Dort schlafe ich übrigens auch dann ein, wenn der Fernseher nicht läuft. Vielleicht ist es eine Gewohnheit oder das Sofa ist einfach so gemütlich. Beides Dinge, die eigentlich so schlecht nicht sind.

Bislang habe ich noch nicht alle Dinge erledigt, die ich mir als TV-Alternative vorgenommen hatte. Ich habe genau ein Brot gebacken, kein einziges Glas Marmelade gekocht, beherrsche noch immer kein Steno und die angehäkelte Jacke liegt noch immer unvollendet in ihrer Kiste. Dafür habe ich wie gesagt viel gelesen.

Der Rest meiner Fernsehdiät wird ein Kinderspiel, weil ich nächste Woche in den Urlaub fahre. Auf dem Hausboot in Brandenburg, das wir gemeinsam mit Freunden gemietet haben, gibt es keinen Fernseher, noch nicht einmal genug Strom für einen Föhn. Dafür haben wir einen Grill und Mückenspray, damit kann man sich auch ganz nett beschäftigen.

Kein Fernsehen im Juni

Seit er bei uns eingezogen ist, dreht sich vieles um ihn. Nicht nur hat er entschieden, wie wir unsere Wohnzimmermöbel arrangieren, er diktiert uns auch Termine, beispielsweise müssen wir uns fast jeden Sonntagabend um 20.15 Uhr um ihn kümmern. Dass er uns, besonders mich, so leicht um den Finger wickeln konnte, liegt wohl einfach daran, dass er ein sehr unterhaltsamer Kerl ist: Er kann lustig sein, kurzweilige Geschichten erzählen, dabei weiß er immer genau, was gerade los ist in der Welt. Er steckt voller Informationen und lässt mich bereitwillig an seinem Wissen teilhaben. Das lässt mich nur allzu oft darüber hinwegsehen, dass er meine Zeit stiehlt. Stunde für Stunde hängen wir zusammen und verplempern Stunde um Stunde. Der Fernseher ist mein Fluch und mein Segen. Ich glaube, ich bin süchtig.

Damit möchte ich mich aber nicht abgeben. Im Durchschnitt gucke ich täglich drei Stunden TV. Eindeutig zu viel. Und damit bin ich nicht allein: Fernsehen ist der Deutschen liebstes Hobby, 220 Minuten waren 2012 an der Tagesordnung. Bekanntlich ist diese Verhaltensweise der Gesundheit und besonders dem Hüftumfang nicht gerade förderlich. Und es kommt noch schlimmer: Jahrelanger exzessiver TV-Konsum macht aus einst netten Kindern später aggressive Kriminelle! Ich möchte nicht mit 40 im Gefängnis sitzen!

So, Schluss mit der Panik. Vielleicht ist es noch nicht zu spät für mich. Daher habe ich mich dazu entschlossen, den Fernseher im Juni ausgeschaltet zu lassen: Einen Monat TV-Diät! Naja, größtenteils. Ich gestatte mir ein paar Ausnahmen. Beispielsweise schreibe ich öfter Fernsehkritiken, was voraussetzt, dass ich die entsprechende Sendung auch gesehen habe. Diese TV-Nutzung fällt meiner Meinung nach in die Kategorie „Arbeit“ und bleibt daher unangetastet. Ich werde aber in den Werbepausen nicht mehr rumzappen und den Fernseher anschließend sofort ausschalten.

Nicht zum schädlichen TV-Konsum zähle ich außerdem DVD-Abende mit Freunden und Kinobesuche. Ich möchte am 1. Juli schließlich nicht ohne Freunde dastehen! Sehr wohl gestrichen wird während dieser vier Wochen aber die Nutzung von Mediatheken aller Art, also kein Fernsehen auf dem Laptop oder Tablet mehr. Es geht darum, Fernsehen nicht länger als Betäubung zu missbrauchen (abends heimkommen, Glotze an, Hirn ausschalten, müde werden, aufm Sofa einschlafen, ins Bett kriechen), sondern bewusst zu genießen.

Die drei Stunden mehr Zeit täglich möchte ich mit sinnvollen Tätigkeiten füllen. Sinnvoll bedeutet für mich nicht ziellos durchs Internet zu surfen oder mir einen Troll bei World of Warcraft heranzuzüchten. Hier kommt das Ergebnis meines ersten, schnellen Brainstormings:

  • Mehr (gute) Bücher lesen
  • Podcasts hören
  • Blogposts schreiben (natürlich regelmäßige Updates, wie das Experiment läuft)
  • Jackenprojekt beenden (daran häkele ich schon seit einem Jahr)
  • Brot backen (günstig, lecker, meditativ)
  • Angeln (günstig, lecker, meditativ und an der frischen Luft)
  • Marmelade machen
  • Entrümpeln, und zwar richtig viel
  • Bewegung an der frischen Luft (vom Spaziergang bis zum Marathon, ich fange erstmal klein an)
  • Regelmäßig Kochen
  • Steno lernen (steht nicht umsonst ganz unten auf dieser Liste)

Ende des Experiments ist der 1. Juli. Los geht´s!