Hallo Generation Y, du faules Stück!

Generation Y, wer hat dir eigentlich diesen bekloppten Namen gegeben? Willst dich nicht für deinen Chef abrackern sondern lieber deine eigenen Träume verwirklichen und dabei noch genug Zeit für Freunde, Familie und dich selbst haben! Du hast unser Wirtschaftswachstum auf dem Gewissen und brauchst dich gar nicht wundern, warum du keinen Job auf Lebenszeit findest! Und komm mir bloß nicht mit deinen dämlichen Idealen! So läuft das nämlich nicht im Kapitalismus. Angebot und Nachfrage, klar? Und dich will keiner. Continue reading…

Generationenmanifest: Weg von „Nach mir die Sintflut!“

Die Gesellschaft hat ein Problem. Nicht nur eines, Hunderte! Probleme, über die man sich in Gesprächen müde diskutiert, über die man sich aufregt, wenn man von ihnen in den Medien liest. Probleme, die meistens mit dem Gedanken einhergehen, dass wir zwar in einer bewundernswerten Demokratie leben, aber die Leute da oben, die Politiker, nicht immer wissen, was sie tun. Oder bewusst Entscheidungen treffen, die wir nicht unterstützen wollen. Bald will der Staat von mir als mündigem Bürger wieder ein Kreuzchen haben: Am 22. September steht die nächste Bundestagswahl an. Meistens bin ich mir nicht ganz sicher, wen ich wählen soll. Im Grunde ähneln sich die Wahlprogramm der großen Parteien doch stark. Und so einseitig orientierte Parteien wie die Anti-Euro-Partei kann ich nicht ernst nehmen. Im Zweifel setze ich mein Kreuzchen also irgendwo in der Mitte. Ob sich dadurch etwas in meinem Sinne verändert? Ich bezweifle es ….

Meine letzte politische Handlung ist noch keine zwei Stunden alt. Ich habe meine Unterschrift unter eine Liste von Forderungen gesetzt, die den Gewinnern der nächsten Bundestagswahl eine Richtung vorgeben sollen. Diese Liste nennt sich Generationenmanifest. Die darin enthaltenen Forderungen beschäftigen sich mit Themen wie: Klimawandel, Energiewende, Staatsverschuldungen, die Macht der Finanzindustrie, die Ausbeutung von Drittländern, Änderungen im Bildungssystem, politische Mitsprache, soziale Chancengleichheit (insbesondere den Mindestlohn) und den mehr als hinfälligen Generationenvertrag. Im Grunde geht es darum, unseren Kindern eine gesunde Umwelt und eine funktionierende Gesellschaft zu hinterlassen, anstatt alles ohne Rücksicht auf die Zukunft an uns zu reißen und zu verbrauchen. „Ja!“ habe ich innerlich bei jedem dieser Punkte geschrien. Das schreiben die Initiatoren selber zu ihrer Aktion:

„Wir fordern eine Strategie des Wandels für Deutschland, Europa und die Welt. Zukunftsfähigkeit erfordert mehr als ein paar kosmetische Korrekturen. Und sie braucht den Schulterschluss mit den Schwellen- und Entwicklungsländern, die aufgrund ihrer dynamischen Entwicklung eine besondere Bedeutung für alle Themen der Nachhaltigkeit haben. Wir müssen mit langem Atem und konsequent auf eine ökologisch und sozial gerechtere Gesellschaft hinarbeiten. Wir fordern alle Politiker auf, sich in ihren Entscheidungen nicht abhängig von kurzzeitigen Wahlprognosen, Machtverschiebungen oder Lobbyinteressen zu machen. Wir fordern sie auf, ihre Kraft uneingeschränkt dem Wohle der heutigen und zukünftigen Generationen zu widmen, ihren Nutzen zu mehren und Schaden von ihnen abzuwenden.“

 

Ins Leben gerufen wurde diese Initiative von einigen Prominenten, wobei unter diesen Begriff sowohl Künstler als auch Wissenschaftler, Autoren, Unternehmer und Politiker fallen. Eben fast alles Menschen, von denen man irgendwo schon einmal gelesen oder gehört hat. Das Ziel steht fest: Bis zur Bundestagswahl sollen 100.000 Unterschriften zusammenkommen. 35.000 gibt es bereits. Wenn jeder von diesen Unterzeichnern — so die Idee — nur 10 weitere Menschen dazu bekommt, es ihnen nachzumachen, müsste das zu schaffen sein. Wenn ihr also einer von meinen 10 angeworbenen Unterzeichnern sein wollt, dann gebt doch einfach hier eure Stimme ab.

Letztlich ist es doch so: Der Einzelne kann sich anstrengen und ein vorbildliches Leben führen, wenig Müll produzieren und Energie verschwenden, wenig und bewusst konsumieren, seinen Mitmenschen helfen und sich allgemein Gedanken um sein Verhalten machen. Wirklich etwas an der Situation ändern kann aber nur Politik, indem sie Gesetze ermöglicht, die zwar ungemütlich sind, aber die Menschen (die doch gerne gemütlich sind) dazu zwingen, sich anders zu verhalten. Ein Beispiel: Eine Abgabe auf Plastiktüten. Bei fast jedem Einkauf bekommt man die Dinger ungefragt in die Hand gedrückt, dann werden sie im Durchschnitt aber nur 25 Minuten lang benutzt, bevor sie im Müll landen. Eine Plastiktüte benötigt 500 Jahre um zu verrotten! In Irland wurde bereits 2002 eine Steuer auf Plastiktüten erhoben, seitdem hat sich der Pro-Kopf-Verbrauch drastisch verringert. Es wäre also ein Kinderspiel, den Verbrauch dieser unnützen Werbeflächen auch hier zu senken, was dem Staat sogar noch einen satten Batzen Geld einbringen würde. Warum also lehnen unsere Politiker solche Maßnahmen ab? Ich komme da einfach nicht mehr mit. Die Lobbyisten der deutschen Einzelhändler allerdings schon.

Genug aufgeregt für heute. Und nicht vergessen: Unterschreiben!