Bücher, Bücher: Wut vs. Gelassenheit

Gerade habe ich mal wieder in meiner Bücherkiste (sprich E-Reader) gewühlt und ein paar Lesetipps hervorgezaubert, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Noch ganz jung ist Select! Minimalismus in der Wegwerfgesellschaft von Dr. ( so viel Zeit muss sein) Anja Dostert. Der Titel klang sehr vielversprechend, der damalige Aktionspreis von 99 Cent hat mich dann vollkommen überzeugt, mir dieses Buch zu kaufen. Es fing auch wirklich interessant an. Anja Dostert besitzt einen klaren, treffenden Sprachstil. Sie beschreibt sehr nachvollziehbar, wie sich Minimalismus äußert, was dahinter steckt und welches die ersten Schritte dorthin sind. Natürlich finden sich in ihrem Buch viele klassische Ratschläge zu Themen wie Entrümpelung, Zeitgewinnung, Spartipps etc. Alles gut recherchiert. Das letzte Kapitel „Die Gesellschaft der Konsumtempel“ hat mich dann aber doch irritiert. Hier rechnet die Autorin mit allem ab, was ihr an unserer Gesellschaft nicht passt. Was die Unterscheidung von Privat- und Kassenpatienten bei der Vereinbarung eines Arzttermins dort zu suchen hat, bleibt mir schleierhaft. Stellenweise wirkt es wirklich so, als wollte sich Frau Dorstert einfach nur mal auskotzen. Es sei ihr gegönnt, und bis auf dieses seltsame letzte Kapitel ist das Buch wirklich lesenswert.

Ganz im Gegenteil zu „Select!“ hält sich der britische Journalist John Naish in Genug: Wie Sie der Welt des Überflusses entkommen sehr mit persönlichen Gefühlsregungen zurück. Seine Abhandlung zu der Frage, wie sich die Konsumgier auf die Gesellschaft auswirkt, bleibt durchgängig nüchtern. Naish selbst ist kein Hardcore-Minimalist, der nur 50 Dinge besitzt und seinen Lebensweg predigt. Er ist eher ein distanzierter Kritiker, sich selbst gegenüber genauso wie gegenüber seinen Mitmenschen. Die Wurzeln des Überflusses versucht er mit der Hilfe von Experten zu entdecken. So besucht er einen Wirtschaftswissenschaftler, der in einer Gartenhütte lebt, einen Neurologen, der Werbestrategien erforscht, und einen mexikanischen Evolutionspsychologen. Im Gedächtnis geblieben ist mir besonders die Schilderung einer Londoner Mülldeponie, deren Mitarbeiter immer wieder noch original verpackte Möbelstücke im Unrat finden. All die gut erhaltenen Dinge, die die Menschen so gedankenlos wegwerfen, werden hier aber nicht vernichtet, sondern weiterverkauft. Naishs Buch liefert gute Hintergründe und neue Einsichten, deshalb kann ich es wirklich empfehlen.

Prokrastinierer aufgepasst! Grämt euch nicht weiter, ihr seid nicht allein! Und außerdem ist Aufschieberitis gar nicht so fatal, wie immer behauptet wird. Das jedenfalls zeigen Sascha Lobo und Kathrin Passig in Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin. Kernaussage des Buches: Morgen ist auch noch ein Tag, und er ist genauso schön wie heute. Oder: Was du heute kannst besorgen, das verschiebe ruhig auf übermorgen. Angesichts des allgegenwärtigen Selbstoptimierungszwanges wirkt dieses Buch wie Valium: Alles ist halb so wild. Die Autoren zeigen zum Beispiel, wie man es schafft, Behördenbriefe so lange zu ignorieren, bis sich die Angelegenheit von selbst erledigt hat. Oder dass es keineswegs verwerflich ist, für Aufgaben, die man einfach nicht hintereinander bekommt (wie Putzen) eine Fachkraft zu engagieren (wie die Putzfrau/den Putzmann). Mein innerer Schweinehund hat gar nicht mehr aufgehört, zu jubeln.

Irgendetwas wollte ich doch noch sagen…… Ach, egal!

(By the way: Alle diese Links sind Werbelinks. Ich empfehle aber auch nur Bücher, die ich selbst gelesen habe und lesenswert finde. Indianerehrenwort!)

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6 Kommentare

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