6 Tricks gegen Perfektionismus

Perfekt gibt es nicht. Puh! Was für eine Erleichterung! Perfektionismus ist demnach noch so eine Sache, die man ruhigen Gewissens loslassen kann. Wenn das nur so einfach wäre…

Ich habe mich niemals für einen Perfektionisten gehalten. Eines meiner Lebensmottos lautet: „Is mir egal, ich lass das jetzt so.“ Ein anderes: „Fertig ist besser als perfekt.“ Ich sehe gerne Ergebnisse und ich kann damit leben, wenn zum Beispiel in meinen Texten ein paar Rechtschreibfehler sind (ein paar, nicht in jedem zweiten Satz, das ist einfach schlampig). Wenn ich etwas bastele oder nähe oder stricke benutze ich es auch dann, wenn es nicht so geworden ist, wie ich es geplant hatte. Genauso beim kochen.

Perfektionismus, dachte ich, ist also kein Thema für mich. Doch manchmal trifft es mich auch: Ich fange zum Beispiel Dinge gar nicht erst an, weil ich Angst habe, dass die Ergebnisse nicht so werden, wie ich mir das vorstelle. Dann schmiede ich große Pläne, komme aber nicht so weit, sie auch in die Tat umzusetzen. Manchmal merke ich auch erst mittendrin, dass ich nicht so gut bin, wie ich gehofft hatte, und verliere die Lust weiterzumachen. Total doof, oder?

 

Vor ein paar Tagen habe ich ein tolles Zitat gelesen, das mir zu denken gegeben hat. Es stammt von der amerikanischen Künstler-Trainerin Julia Cameron:

„Was würde ich tun, wenn ich nicht perfekt sein müsste?
Eine ganze Menge mehr.“

 

Wer sagt, dass wir perfekt sein müssen? Von wem kommen diese Erwartungen? Von uns selber oder der Gesellschaft?

 

Wie wichtig ist Perfektion denn eigentlich?

Ist dir schon mal aufgefallen, dass es kein Programm ohne regelmäßige Updates gibt? Oft gibt es sogar eine Beta-Version, also eine Vorstufe, in der das Programm erst mal getestet wird – von zahlenden Kunden. Diese Unternehmen verkaufen also unfertige und in jedem Fall unperfekte Programme und niemanden stört’s. Hauptsache es funktioniert und es wird regelmäßig nachgebessert.

Wer entscheidet überhaupt, was perfekt ist? Wenn ich beispielsweise bei einer Floristin ein Blumengesteck kaufe und es mir sehr gut gefällt, finde ich es perfekt. Der Floristin geht es wahrscheinlich ganz anders. Vielleicht denkt sie, dass von der einen Sorte Blumen zwei Blüten mehr besser gewesen wären. Oder dass die Schleifen an einer Stelle nicht richtig fallen. Je besser man sich mit einer Sache auskennt, desto eher erkennt man Verbesserungspotenzial. Und das gibt es immer.

Was in deinen Augen, der/die du dich in deinem Fach auskennst, noch verbesserungswürdig ist, ist für andere schon perfekt. Ich habe wenig Ahnung vom Kochen. Mit einer nicht verbrannten Pizza kann man mich also schon glücklich machen. Sterneköche rümpfen darüber bestimmt die Nase.

Natürlich möchte ich hier niemanden dazu animieren, unter den eigenen Möglichkeiten zu bleiben oder offensichtlichen Mist abzuliefern. Nur finde ich es wichtig, seine eigenen Ansprüche ab und zu einem Realitäts-Check zu unterziehen, damit man nicht betriebsblind wird.

 

Wenn du dich also auch ab und zu in der Perfektionismus-Fall wiederfindest, habe ich hier ein paar von mir erprobte und für gut befundene Tipps für dich:

  1. Einfach mal etwas in den eigenen Augen Unperfektes abliefern und merken: Das ist ja gar nicht schlimm. Falls doch Kritik kommt: Annehmen, sich drüber freuen und nachbessern.
  2. Sich selbst erlauben, am Anfang schlecht zu sein. Es ist bekanntlich noch kein Meister vom Himmel gefallen. Ich persönlich glaube ja, dass Talent völlig überschätzt wird. Nur liest und hört man so oft von diesen Wunderkindern, dass man glaubt, man könne mit Zeit und harter Arbeit niemals zum selben Ergebnis kommen.
  3. Sich nicht mit anderen vergleichen, sondern mit dem früheren Ich. Es gibt immer jemanden, der besser ist. Die einzige Person, die du übertreffen musst, bist du selber.
  4. Fortschritte festhalten und feiern. Du bist zum ersten Mal 10 Minuten am Stück gelaufen! Yeah! Super! Du hast auf Französisch ein Hotelzimmer gebucht und wurdest sofort verstanden! Glückwunsch!
  5. Nicht zu streng mit sich sein, wenn man mal feststeckt oder etwas nicht klappt. Stattdessen: Scheuklappen aufsetzen und weitermachen. Entscheidend ist nicht, wer eine Schlacht, sondern wer den ganzen Krieg gewinnt.
  6. Spielraum für Verbesserungen lassen. Das ist meistens möglich und beruhigt das Gewissen. Gib den Monatsbericht ein paar Tage vor der Deadline ab, so bleibt dir im Ernstfall noch Zeit, etwas zu ändern. Nähst du ein Kleid, dann lieber etwas größer. Enger nähen geht immer noch. Plane für Dinge, die sich nicht nachbessern lassen, eine Generalprobe ein.

 

Probier es aus! Irgendwann merkst du: Perfekt gibt es nicht. Und dann kannst du so richtig loslegen.

 

Und jetzt bin ich gespannt auf deine Meinung: Wie wichtig ist Perfektion für dich? 

 

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23 Kommentare

  1. Punkt eins kommt aus Versehen mal beim Kochen für Gäste vor. Wenn die Gäste Essen, was nur O.K. ist aus meiner Sicht sehr loben, lasse ich das inzwischen einfach so über mich ergehen. Mein Mann sagt dann hinterher immer, dass die Gäste ja nicht wussten, wie gut es hätte schmecken können, wenn ich einen besseren Tag erwischt hätte. Fehlt der Vergleich, fehlt der Maßstab. Ist manchmal gut 🙂 .

  2. Hallo Pia,

    manchmal habe ich das Gefühl, dass Perfektionismus nur hemmt und man eigentlich nie fertig wird. Es braucht mehr Zeit und Energie andauernd eine Sache zu verschlimmbessern als mit dem Ergebnis zu zufrieden zu sein. Ich bin bei vielen Dingen nicht perfekt, aber das ich es trotzdem mache (und fertig mache) reicht mir vollkommen aus.

    Liebe Grüße,
    Maren

    • Pia

      Hallo Maren,

      Wenn du Sachen fertig machst, machst du schon mehr als die meisten Menschen, glaube ich.

      LG
      Pia

  3. Liebe Pia
    Gewisse Dinge gar nicht erst anfangen, aus Angst sie könnten nicht gut genug sein. Das war bei mir auch so.
    Und dann hatte ich irgendwann ein einfaches, aber absolut befreiendes Schlüsselerlebnis:
    Ich hörte eine Live-CD einer jungen Sängerin. Und sie machte Fehler, einmal verwechselte sie den Text, einmal verpatzte sie das Intro… also nicht perfekt. Aber sie berührte mich mit ihrer Musik und ihrem Gesang, im Herzen, in der Seele, ganz tief. Weil sie einfach echt war. Das hätte sie mit „Perfektion“ wahrscheinlich nicht erreicht.
    Seither bin ich diesbezüglich locker, ich bevorzuge Echtheit und begnüge mich mit gut-sein anstelle von perfekt-sein-wollen und finde das sehr förderlich für Kreativität, Erfolg und Freiheit… 🙂
    Merci und herzliche Grüsse, Yvonne.

    • Pia

      Hallo Yvonne,

      Das finde ich auch immer toll, wenn ich Sänger/innen live höre und mir denke: Ok, lauter schiefe Töne aber das Lied ist trotzdem genial.

      LG
      Pia

  4. Oh wunderbar. Ich ertappe mich auch immer mal wieder, dass ich in die Perfektionsfalle laufe. Und es stimmt: Perfektion lähmt, denn die Haltung „bevor was schief geht, mache ich lieber nichts“ macht sehr unbeweglich, das Selbstvertrauen leidet, viele Ideen versickern im Nichts. Dabei ist das ein ziemlicher Unsinn.

  5. Ich bin nicht perfekt, denn ich bin ein Mensch und Menschen sind niemals perfekt

    Bis ich das allerdings so gesehen habe bin ich auch das ein oder andere mal in diese Perfektionismus Falle gelaufen /o\

    Liebe Grüße
    Aurelia

  6. „Fertig ist besser als perfekt“- ein super Motto. Das schreibe ich mir hinter die Ohren.
    Danke 🙂

    Viele Grüße
    Bettina

  7. Hallöchen,

    toller Beitrag.

    Besonders den Vergleich mit den Software-Updates finde ich sehr passend gewählt, denn das zeigt mal ein klares Bild auf, dass wir mit mehr unperfekten Dingen im Alltag jonglieren, als uns tatsächlich bewusst ist.

    Liebe Grüsse,

    Doris

  8. Hallo Pia,

    gut, dass du das ansprichst! Ich versuche schon länger, meine Ansprüche an die Realität anzupassen. Die 80/20-Regel hilft dabei ganz gut. Die kennst du bestimmt.

    Für 80% eines Arbeitsergebnisses, wenden wir nur 20% unserer Ressourcen auf, während wir für die restlichen 20% zur Perfektion (die wir ohnehin nie erreichen) die übrigen 80% an Ressourcen aufbringen. Dabei reichen 80% Perfektion meist schon aus.

    Lieber Gruß,
    Philipp

    • Pia

      Hallo Philipp,

      Klar kenne ich die 80/20-Regel. Das Schwierige daran ist allerdings herauszufinden, was die 20 und was die 80 Prozent sind.

      LG
      Pia

  9. Hallo Pia.
    Perfektionismus, mein 2ter Vorname.
    Bis vor kurzer Zeit dachte ich immer, ich bin einfach nur pingellig.
    Inzwischen habe ich sehr viel mit und an mir gearbeitet.
    Perfektionismus ist mein Fluch und bremst mich aus,
    grade wenn ich mal wieder einen Tag an der Nähmaschine gesessen habe.
    Ich kann gar nicht sagen wie oft etwas direkt in die Tonne gewandert ist.
    Meine Messlatte hängt jetzt etwas tiefer und ich bin produktiver geworden, yeah.

    Aber mein größtes Yeah in diesem Jahr war mein erster 10 Km Lauf in 1:32:24.
    Keine Traumzeit, aber angekommen und nicht als letzte.
    Und genau das macht es so schön.

    Liebe Grüße Andrea

    • Pia

      Hallo Andrea,

      Wow, so ein langer Lauf erfordert echt eine Menge Vorbereitung und Arbeit. Da kannst du wirklich stolz auf dich sein. Auch wenn du nicht Erste geworden bist.

      LG
      Pia

  10. Perfektionismus – für mich gehört es (leider) dazu. Ich bin manchmal zu pingelig, zu akribisch und nicht zufrieden, wenn es nicht zu 100% nach meiner Vorstellung ist, auch wenn vielleicht manchmal 95% reichen würden. Ich gebe immer 100% und will das alles perfekt ist – sonst bin ich nicht zufrieden. Manchmal eine anstrengende Einstellung, aber ich lebe ganz gut damit 🙂

    LG

    • Pia

      Hallo Fashionqueen,

      Vielleicht bist du ja gar nicht so perfektionistisch, wie du denkst. Irgendwann bist du ja zufrieden, auch wenn das länger dauert als bei anderen Menschen. Ich glaube wirklich, dass es perfekt nicht gibt und Perfektionismus sich dadurch auszeichnet, dass man niemals fertig wird.

      LG
      Pia

  11. Perfektionismus kann schon sehr hinderlich sein. Niemand auf dieser Welt ist perfekt und wir alle machen Fehler. Gerade das macht es doch interessant oder nicht? Gruß Hanna

  12. Ben

    Ich spiele fast gar nicht Gitarre, weil ich nur das Wunschergebnis vor Augen habe und nicht sehen will, wie schlecht ich noch bin und beim Üben so viele Fehler mache.

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