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Gastbeitrag: 12 minimalistische Konsumalternativen

Heute freue ich mich über einen Gastbeitrag von Huong Tran.

Wer den Schritt in ein minimalistisches Leben gehen möchte, muss den Teufelskreis aus Konsum und Entrümpeln durchbrechen. Entrümpeln allein bringt nämlich nicht viel, wenn das eigene Konsumverhalten unverändert bleibt. Denn dann sammeln sich immer wieder unnütze Dinge an, die wir entsorgen müssen. In diesem Beitrag stelle ich dir 12 minimalistische Konsumalternativen vor, die dir dabei helfen, jeden Neukauf bewusst zu hinterfragen und dein Konsumverhalten langfristig zu ändern.

1. Verzichten – frage dich vor jedem Kauf, ob du die Sache wirklich brauchst

Für viele von uns ist es selbstverständlich, sich neue Dinge zu kaufen. Meistens müssen wir auch nicht lange darüber nachdenken. Denn wir können sie uns ja leisten. Gar nicht erst zu kaufen, ist aber der effektivste Weg, um deine Wohnung von unnützen Dingen fernzuhalten. Stelle dir daher vor jedem Kauf die Frage, ob du die Sache wirklich brauchst. In den meisten Fällen trifft das nämlich nicht zu.

2. Ersetzen – nicht alle defekten Gegenstände müssen ersetzt werden

Wenn Gebrauchsgegenstände kaputt gehen, entsteht oft zunächst der Impuls, sie gegen neue zu ersetzen. So ist es mir kürzlich mit unserem Reiskocher ergangen. Nachdem ich den Kauf aber hinterfragt habe, wurde mir bewusst, dass ich eigentlich nur sehr selten Reis koche. Und mir fiel wieder ein, dass man ihn auch in einem normalen Topf zubereiten konnte. Ich hatte mich so sehr an den Reiskocher gewöhnt, dass ich zunächst gar nicht auf diesen Gedanken kam. So entsteht die Abhängigkeit von Dingen, das Gefühl, sie zu brauchen, obwohl es meistens gar nicht so ist. Ich entschied mich also dagegen.

3. Familie und Freunde – wer hat was, was er nicht braucht?

Frage in deinem Familien- oder Freundeskreis nach, ob jemand das, was du gerade brauchst, übrig hat. Es kann doch tatsächlich sein, dass jemand einen Duschvorhang zu viel hat oder Bettwäsche in Übergröße, weil er sie geschenkt bekommen und eigentlich nicht die passende Bettgarnitur dafür hat. Davon profitieren alle. Du musst nichts neues kaufen und deine Liebsten werden Dinge los, für die sie keine Verwendung haben. Wir leben in einer Überflussgesellschaft. Da kann man sich das Ganze auch gut zu Nutze machen.

4. Umsonstläden – profitiere von dem, was die Überflussgesellschaft wegwirft

Umsonstläden würden ohne Überfluss gar nicht existieren. Profitiere davon, indem du einfach mal dort vorbeischaust. Vielleicht findest du ja das, was du gerade suchst. Wenn du Alltagsgegenstände wie zum Beispiel Geschirr, Besteck oder gut erhaltene Möbel nicht neu kaufen musst, sparst du eine Menge Geld. Eine Liste mit Umsonstläden findest du hier.

5. Leihen – lohnt sich für Dinge, die du nur selten brauchst

In deinem Familien- und Freundeskreis gibt es mit Sicherheit jemanden, der einen Raclettegrill, ein Waffeleisen oder eine elektrische Säge besitzt. Warum solltest du dir dann die gleichen Sachen zulegen, wenn du sie dir auch ausleihen kannst? Natürlich sollte das immer auf Gegenseitigkeit beruhen. Es lohnt sich, dich vor einem Kauf zu fragen, wie oft und wie lange du den Gegenstand brauchst und dann abzuwägen, ob Leihen nicht die bessere Alternative ist. Mittlerweile gibt es auch viele professionelle Verleihdienste, Sharing- und Tauschportale. Auch sie helfen dir zu weniger Besitz.

6. Reparieren – einen Versuch ist es Wert

Vieles kann heute noch repariert werden, wie zum Beispiel Handy Displays, Schuhsohlen, Kleidung oder Spielzeug. Manchmal reicht es schon, sich etwas Zeit zu nehmen oder mal im Bekanntenkreis nachzufragen. Auch Youtube-Videos, sogenannte Tutorials, können weiterhelfen. Bei komplizierteren Geschichten kann ein Repaircafé sehr nützlich sein. Dort stellen sich freiwillige Helfer zur Verfügung und bringen die technischen Geräte meist mit Erfolg wieder zum Laufen. Hier kannst du in Erfahrung bringen, ob es ein Repaircafé in deiner Nähe gibt.

7. Gebraucht kaufen – davon profitieren alle

Ganz klassisch ist, einfach zu schauen, ob du einen Gegenstand auch gebraucht bekommen kannst. So fragst du keine neuen Ressourcen nach, entlastest andere und sparst eine Menge Geld. Auch das hilft dir dabei, bewusster zu konsumieren, weil Gebrauchtkäufe oft mit mehr Aufwand verbunden und die meisten sich mehr Gedanken dazu machen. Warum es klüger ist, gebrauchte Dinge zu kaufen, erfährst du hier.

8. Improvisieren – Not macht erfinderisch

Denke darüber nach, ob sich in deinem Haushalt nicht Dinge befinden, die du alternativ verwenden kannst, bevor du dir etwas Neues kaufst. Wir haben zum Beispiel auf einen Fernsehschrank verzichtet und nutzen statt dessen eine alte Tropenkiste aus der Bundeswehrzeit meines Freundes. Unsere Bücher stehen auf dem Fensterbrett und Duschgel, was niemand von uns mag, wird als Handseife verwendet. Eine Konsumbeschränkung kann sehr kreativitätsfördernd sein.

9. Ressourcen – sei sparsam mit dem, was du hast

Klingt ziemlich altbacken, ich weiß. Denn ich habe früher oft selbst die Augen verdreht, wenn ich das zu hören bekam. Aber heute kann ich dem nur zustimmen. Denn Überfluss verleitet zu Verschwendung, weil das was wir haben an Wert verliert. In einer Doku habe ich mal gesehen, dass bereits die halbe Dosierung von dem, was empfohlen wird, völlig ausreicht. Das trifft zum Beispiel auf Shampoo, Waschmittel, Geschirrspülmittel oder Zahnpasta zu. Wenn du sparsam mit deinen Verbrauchsgütern umgehst, musst du seltener nachkaufen.

10. Überblick behalten – so vermeidest du Doppelkäufe

Wenn du einen Überblick über deine Sachen hast, vermeidest du Doppelkäufe. Das kann zum Beispiel zutreffen auf Sonnencreme, Lebensmittelvorräte, Kinderkleidung oder andere Sachen. Halte Ordnung bei dir Zuhause, miste regelmäßig aus und schau nach, ob du das, was du kaufen willst, nicht bereits besitzt. So vermeidest du Doppelkäufe, die bei dir zuhause für noch mehr Chaos sorgen.

11. Neukauf – achte auf Langlebigkeit und Qualität

Da ich früher viel gekauft habe, habe ich mich auch schnell wieder von Dingen getrennt, obwohl sie in einem sehr guten Zustand waren. Das tue ich heute nicht mehr. Ich versuche alles, was ich habe, möglichst langfristig zu nutzen und neue Dinge in guter Qualität zu kaufen. Diese muss ich dann sehr viel seltener gegen neue Sachen ersetzen. Frank von Genughaben hat dazu übrigens einen tollen Beitrag geschrieben: „Und wenn ihr doch einmal was kaufen müsst, nehmt beste Qualität“.

12. Mehrwegprodukte – finde Alternativen, die du immer wieder nutzen kannst

Einwegprodukte kosten in der Summe eine Menge Geld, weil du sie immer wieder nachkaufen musst. Ich nutze zum Beispiel eine Menstruationstasse, wiederverwendbare Wattepads, Edelstahltrinkflaschen und Brotdosen. Diese Gegenstände sind pflegeleicht und sie erleichtern mir meinen Alltag, weil ich bei meinen Einkäufen an weniger Sachen denken muss und weil ich mir unterwegs nicht ständig Snacks oder etwas zu trinken kaufe. Das läppert sich nämlich auch mit der Zeit.

 

Huong Tran bloggt auf www.Minimalkonzept.de über Minimalismus. Schau doch mal bei ihr vorbei. Sie hat auch ein Buch geschrieben: „Die Minimalismus-Diät: Wie du satt und glücklich abnimmst, wenn du alles Überflüssige loslässt„*.

 

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12 Kommentare

  1. Hallo Huong, hallo Pia,

    eine schöne Zusammenfassung, Huong! Ich finde gerade, wenn, was Freunde und Familie haben, das was man sich leihen oder in Umsonstläden besorgen kann als erweiterten Besitz vorstellt, hat man wirklich sehr viele Dinge im Zugriff. Das Element der sozialen Verbindung kann man gar nicht unterschätzen: denkt man an andere, dann denken diese auch an dich. Besonders cool finde ich, wenn man solche Verbindungen auch zwischen zwei anderen aufbauen kann und so ein Netz entsteht. Schon etwas her brauchte ein Gartenprojekt Holz, während eine bekannte gerade einen Baum gefällt hat: der eine konnte Holz günstig und um die Ecke bekommen und sie war den Baum unkompliziert los. Beide waren froh darüber und ich habe dafür einen Sack Kompost bekommen und Kompost kann ich wirklich immer gut gebrauchen: Win-Win-Win!

    Ich freue mich auf weitere Texte!
    LG
    Frank

  2. Hallo!

    Kann ich nur unterschreiben. Use what you have und Dinge zu verschiedenen Zwecken verwenden.

    In meiner Salatschüssel rühre ich auch den Teig für Knödeln und für die Kekse an, verwende sie um das klein geschnittene Gemüse für den Eintopf zu sammeln und vieles mehr.

    lg
    Maria

  3. Sehr schöner Beitrag! Mit den meisten Punkten sprichst du mir aus der Seele.
    #2 #8 Unser Rührgerat ist vor einem halben Jahr kaputt gegangen. Butter zum Backen schmelze ich nun immer kurz in der Mikrowelle und kann dann jeden Teig problemlos mit dem Schneebesen verrühren.
    #3 Meine Eltern haben letztens ihr altes Geschirr ausgemistet, weil die Farben total verblasst waren. Das nutze ich nun. Meine Familie hat zwar nicht verstanden, wieso ich mir nicht für wenige Euro ein neues Set kaufe, aber ich nutze nun mal gerne altes Geschirr. Dann ärgert man sich auch nicht, wenn mal ein Teller kaputt geht.
    #4 Umsonstläden kannte ich noch nicht. Wieder was gelernt.
    #10 Bei Doppelkäufen muss ich noch ein wenig dazulernen. Das sagen mir zumindest meine 4 oder 5 Scheren.
    #12 Die Menstruationstasse klingt schon irgendwie sonderbar, aber ich kann gut glauben, dass man bei Hygiene-Produkten viel Müll vermeiden kann. Die Menstruationstasse ist erst mal nichts für mich, aber mein Trost: Dafür verzichte ich auf Wattepads, weil ich mich nicht schminke.

    Macht weiter so! Ich finde es toll, dass es immer mehr Menschen gibt, die versuchen, der Wegwerf-Gesellschaft entgegen zu treten.

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    kann ich mich nur anschließen. Sehr schöner Beitrag ! Ich finde auch, dass wir viel zu viele Dinge kaufen unnötig kaufen. Viele dieser Dinge bieten uns nicht mal einen Mehrwert. Ich finde den Ansatz, dass man sich Dinge leihen kann, sehr gut. Dadurch kann man feststellen, ob man die Dinge überhaupt benötigt. In den meisten Fällen ist es immer so, dass man die Dinge eigentlich doch nicht benötigt und die einfach in der Ecke einfach rumliegen. Es gibt nicht umsont den Spruch „Wir kaufen Dinge die wir nicht brauchen von dem Geld das wir nicht haben.
    LG
    Jehat

  11. Hallo! Erstmal muss ich sagen, dass ich dein Blog total inspirierend finde 🙂
    Die Umsonstläden sind vielleicht eher bekannter als „Givebox“. Dort kann man Aussortiertes reinstellen aber auch umsonst Dinge mitnehmen, die von anderen Leuten stammen.
    An einigen Orten gibt es auch Bücherschränke, was ich total praktisch finde, da ich pers. nie ein Roman zweimal lese 🙂

    LG Cella❤️ | Hier geht’s zu meinem Blog