„Was weg ist, ist weg“

 

Manchmal, nein, meistens, sind die einfachen Erkenntnisse die besten. Wie bei so vielen Dingen im Leben. Aber wem erzähle ich das? Meinen leichten Hang zum Prokrastinieren habe ich in der letzten Woche mit einem einfachen Satz bekämpft: „Was weg ist, ist weg.“ Und was soll ich sagen? Es funktioniert.

Prokrastinieren ist ja eine weit verbreitete Angewohnheit. Ökonomen würden das chronische Aufschieben vielleicht als Volkskrankheit bezeichnen, weil es die Produktivität und das Wachstum bremst und es uns daran hindert, noch mehr zu schaffen und noch besser zu werden. Aber ich möchte hier nur von einer Angewohnheit sprechen. So wie Nasebohren: Fast jeder tut es, aber niemand spricht darüber. Und es verläuft selten tödlich. Meistens läuft Prokrastination nach einem bestimmten Muster ab:

  • Wir sehen uns mit einer Aufgabe konfrontiert.
  • Egal, ob man anfangs euphorisch an diese Aufgabe herangeht oder nicht, irgendwann kommt ein Punkt, an dem es hakt: Es beginnt, schwierig zu werden.
  • Wir sind frustriert und lassen uns von anderen Dingen ablenken (Facebook, dem kuschelbedürftigen Hund, dem vollen Mülleimer). Das ist bereits Prokrastination.
  • Wir merken, dass wir die unangenehme Aufgabe vor uns herschieben und sind frustriert darüber. Was uns wiederum frustriert. Ein Teufelskreis.
  • Also suchen wir nach Auswegen. Wir schmieden Pläne, wie wir die Aufgabe am besten erledigen könnten.
  • Dann unterteilen wir die Aufgabe in Teilaufgaben.
  • Dann schreiben wir eine ToDo-Liste.
  • Dann brainstormen wir jeden einzelnen Punkt.
  • Dann gucken wir nochmal kurz, was sich bei Facebook getan hat, so als Belohnung quasi.
  • Dann ist es halb elf und wir fallen müde vom Stuhl.
  • Am nächsten Morgen ärgern wir uns, dass wir die Aufgabe noch immer nicht erledigt haben.
  • Also nehmen wir uns wieder unsere ToDo-Liste vor…

Das Dumme ist nur: Die Aufgabe erledigt sich nicht von alleine. Wenn die Aufgabe überflüssig ist, dann sollte man sie an diesem Punkt einfach aufgeben. Wenn sie sein muss, hilft alles nix:

(wo war ich? Sorry, musste mir mal eben die neue Farbe aus den Haaren waschen)

Irgendwann muss man anfangen.

Dabei helfen weder ein noch so ausgeklügeltes Organisationssystem wie GTD oder Zen To Done, leider, noch genügend störungsfreie Zeit und eine angenehme Umgebung. Man muss sich irgendwie selber davon überzeugen, dass es jetzt das beste ist, einfach anzufangen. Und den inneren Schweinehund gleich mit.

Letztens bin ich auf einen Satz gestoßen, der mich an etwas erinnert hat: „Was weg ist, ist weg.“ Als ich im Volontariat eine Monat im Foto-Team gearbeitet habe, gab es dort eine freie Fotografin, die wirklich geniale Bilder gemacht hat und immer gut drauf war. Morgens wurden die Fototermine für den Tag vereinbart. Bei vielen davon war es möglich, sie irgendwann im Laufe des Tages zu erledigen. Baustellen beispielsweise laufen ja nicht weg. Viele Kollegen dort, ich auch, ließen den Tag lieber ruhig angehen. Planten die besten Routen für die Termine, tranken noch einen Kaffee, sowas eben. Doch sie hatte das Motto: Was weg ist, ist weg. Je eher sie ihre Termine abgearbeitet hatte, desto eher konnte sie Feierabend machen, was natürlich vollkommen logisch ist.

Eine zweite Erkenntnis, die mich beschäftigt und überrascht hat, lautet: Die meisten Dinge sind viel einfacher, als man denkt. Manchmal neige ich zum Zerdenken, zum Überrecherchieren, was auch eine Form der Aufschieberritis ist. Das führt dazu, dass die Aufgaben viel schwieriger und komplexer erscheinen, als sie eigentlich sind, und mir dann Angst machen.

Deshalb: Einfach denken. Einfach tun. Dann kann doch eigentlich nichts mehr schiefgehen, oder?

 

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8 Kommentare

  1. Liz

    Was weg ist, ist weg: Also schreibe ich sofort einen Kommentar hier hin, wie supergut mir der Artikel gefallen hat. Echt witzig. Echt mehrwertig. Die Zauberformel pinne ich mir gleich mal an den Bildschirm. Was weg ist, …

    • Pia

      Hallo Liz,

      Ich glaube, das ist ein Kölscher Ausdruck. Hab ich zumindest heute bei Facebook gelesen. Würde aber passen 😉

      LG
      Pia

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