Warum und wie ich meditiere

Ooooooommmmm… ja, ich meditiere. Manchmal. So, jetzt isses raus. Wenn du wissen willst, wie ich das mache und was ich dabei gelernt habe, lies weiter.

Lange habe ich überlegt, ob ich über dieses Thema schreiben sollte. Denn ich finde, Meditation ist etwas sehr privates. Oder doch nicht? Schließlich scheint da ja gerade jeder zu machen. Es gibt also Menschen, die viel besser darüber Bescheid wissen als ich. Warum sollte ich also darüber schreiben?

Weil ich manchmal das Gefühl habe, dass meditieren ziemlich aufgeblasen wird und deshalb schnell abschreckend sein kann. Es gibt so viele Anleitungen und Tipps und Kurse, dass das Ganze wie eine Wissenschaft für sich wirkt. Dabei ist Meditieren sowas von einfach und schnell zu lernen. Sonst hätte ich es nie hinbekommen 😉

Herumsitzen und atmen – was soll das bitteschön bringen?

Aber erstmal ein paar Worte dazu, warum ich meditiere. Anfangs wollte ich es nur mal ausprobieren, weil ich überall davon las. Dabei konnte ich mir nicht vorstellen, was es bringen sollte, irgendwo herum zu sitzen und sich auf seine Gedanken und seinen Körper zu konzentrieren. Ich kann verstehen, dass man durch tägliche Situps irgendwann einen Sixpack bekommt, aber was sollte das Meditieren bringen? Eine Menge, wie ich jetzt weiß (was genau, liest du in diesem tollen Text).

Es ist doch komisch, oder? Wenn wir von Gesundheit reden, dann denken wir immer nur an den Körper. Genauso ist es bei Fitness: Wir trainieren unseren Körper, unsere Muskeln, überlegen, welche Nährstoffe und welcher Anzahl wir zu uns nehme sollen und ärgern uns, wenn wir mal wieder zu viel getrunken/geraucht/gesessen/gegessen haben. Aber um die graue Matsche in unserem Kopf kümmern wir uns nur selten. Dabei glaube ich, dass es genauso viele, wenn nicht noch mehr Menschen gibt, die unter psychischen Beschwerden und Krankheiten leiden, diese aber nicht als solche akzeptieren können. Wenn wir Halsschmerzen haben, rennen wir in die Apotheke und kaufen uns Bonbons und Sprays, haben wir Rückenschmerzen gehen wir zu Arzt. Doch wenn wir und dauerhaft schlecht fühlen, Angstzustände haben, nicht schlafen können, weil sich die Gedanken immer schneller im Kreis drehen, sind wir ärgerlich über uns selber uns nehmen uns vor, uns zusammen zu nehmen. Menschen mit psychischen Krankheiten werden noch immer schräg angesehen. Du kannst kaputte Knie haben, aber keine kaputte Psyche.

Widersprich mir gerne, wenn du das anders siehst oder erlebt hast. Das ist nur mein persönlicher Eindruck. Mir kommt es so vor, als ob wir die Ursache für unser Leiden immer nur in der Außenwelt suchen, aber nie ins uns selber. Doch wenn ich mich schlecht fühle, dann möchte ich in der Lage dazu sein, etwas dagegen zu tun. Ich möchte schädigenden Emotionen und Gedanken nicht wehrlos ausgesetzt sein. Deshalb meditiere ich.

Auf Knopfdruck zur Ruhe kommen

Das war jetzt aber nicht der Grund, warum ich angefangen habe zu meditieren. Wie gesagt, ich wollte es einfach mal ausprobieren. Ich finde, Sachen blöd finden kann man erst, wenn man sie selber gemacht hat (außer vielleicht Bungee-Jumping mit den Haken im Rücken, da weiß ich auch jetzt schon, dass es mir nicht gefallen würde ;)) Das war ungefähr vor zwei Jahren, als ich auch meinen ersten Yoga-Kurs besucht habe. Ich habe keine Ahnung, was für ein Yoga wir da machen. Man kommt jedenfalls nicht ins Schwitzen und atmet ganz viel. Meditation und das Hineinhören in den eigenen Körper ist bei meiner Lehrerin auch ein großes Thema. Anfangs fand ich das irgendwie seltsam. Doch jetzt spüre ich schon bei den Aufwärmübungen, wie bei mir eine innere Ruhe einsetzt.

Dieses Gefühl finde ich total genial und ich wollte lernen, wie man es quasi auf Knopfdruck reproduzieren kann. Sich selber beruhigen, erden, Abstand von den eigenen Gedanken und Gefühlen bekommen und diese dann neu ordnen, das ist durch Meditation möglich, wie ich bald herausgefunden habe.

So, und nun dazu, wie ich meditiere. Wie gesagt, es ist so einfach, dass man darüber eigentlich kaum reden muss. Ich setzte mich einfach hin, auf einen Stuhl oder das Sofa – Schneidersitz oder Lotussitz finde ich furchtbar ungemütlich – lege die Hände ineinander, straffe den Rücken und schließe die Augen. Und dann atme ich einfach nur ein und konzentriere mich auf die Luft, die durch meine Lungen fließt. Sobald ich merke, dass meine Gedanken abschweifen, lenke ich sie wieder zu meinem Atem. Das mache ich so lange, bis mir mein Kopf vorkommt wie ein Teich, dessen Wasseroberfläche sich langsam beruhigt. Wenn ich nicht mehr denke, sondern nur noch wahrnehme – wie sich mein Körper anfühlt, die Geräusche um mich herum, die Temperatur – dann habe ich mein Ziel erreicht.

Liebe Gedanken, jetzt nicht nerven, ich meditiere

Es gibt noch ein paar Tricks, dort hin zu kommen. Einer ist die Reise durch den Körper. Ich fange bei den Zehen an und wandere dann langsam von dort nach oben. Dabei konzentriere ich mich nur auf diese eine Stelle an meinem Körper und lass mir ganz viel Zeit, dort hinein zu hören. Wenn man sich darauf konzentriert, dann haben störenden Gedanken sowieso keine Chance.

Noch ein Trick, den ich beim Yoga gelernt habe: Wenn die Gedanken partout keine Ruhe geben wollen, dann sag ihnen einfach, dass du dich später wieder um sie kümmerst. Die Sorgen und Probleme, oder die Ideen und Pläne, sind ja auch noch da, wenn du fertig bist mit meditieren.

Anfangs habe ich zehn bis fünfzehn Minuten meditiert, mit Wecker. Mittlerweile mache ich es nur so lange, wie ich Lust habe. Ich meditiere nicht jeden Tag, manchmal eine Woche gar nicht, und dennoch funktioniert es dann sofort wieder. Das war auch eine Überraschung für mich. Ich dachte, wenn ich meine Meditationspraxis unterbreche, dann muss ich danach wieder ganz von vorne anfangen. Ist aber nicht so. An manchen Tagen klappt es nicht mit dem Meditieren, an anderen Tagen ist es total einfach. Wie auch immer, es ist OK.

Meditation ist keine Sache, über die ich mit anderen Menschen spreche. Ich tue das nur für mich. Ich muss damit kein Ziel erreichen, ich will mir nichts beweisen, ich mache es einzig und allein deshalb, weil es mir gut tut. Wenn ich die Augen danach wieder öffne, dann sehe ich alles klarer. Ich bin viel fokussierter, lasse mich nicht mehr so schnell aus der Ruhe bringen. Probleme wirken irgendwie kleiner und unwichtiger. Ich kann danach wunderbar schreiben, weshalb ich meistens morgens meditieren.

Ich glaube, man muss sich einfach mal darauf einlassen, es ausprobieren, ohne Ziele und Erwartungen. Und dann wird es echt toll, egal, wie oft oder intensiv du meditierst.

 

Wie sind deine Erfahrungen mit Meditation? Hast du es schon mal ausprobiert oder würdest du gerne mal? Oder ist das gar nicht dein Ding?

 

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16 Kommentare

  1. Liebe Pia, wunderbar! Vor allem: wunderbar mitten aus dem Leben und alltagstauglich. Ich finde, es gibt sehr vieles zu diesem Thema, was mitunter sehr salbungsvoll, esoterisch überhöht oder wie auch immer daher kommt. Da gefallen mir die geerdeten Beiträge, wie deiner, besonders gut. 🙂

  2. Susanne Ahlers

    Liebe Pia, ein wunderbarer Artikel zu diesem Thema. Vor allem auch was die psychischen Erkrankungen angeht. Mich hat es vor ca. 8 Jahren komplett aus der Bahn geworfen. Schwere Depressionen mit Angststörungen. Trotzdem ich ein „gutes“ Beispiel vor Augen hatte, meine Mutti hat zu dieser Zeit bereits einige Jahre an Depressionen gelitten, habe ich anfangs nicht an eine psychische Erkrankung gedacht.
    Doch als es mir klar wurde, habe ich mir sofort Hilfe gesucht. Ich bin in eine Klinik gegangen. 10 Wochen stationäre Behandlung, anschließend noch Tagesklinik und auch noch eine Reha-Kur gemacht. In dieser Zeit hab ich viel über die Erkrankung an sich gelernt, aber auch über mich.
    Ich musste schmerzlich erkennen, dass ich mich jahrelang nicht um MICH gekümmert habe. Ich habe im Grunde nur noch funktioniert. Job, Familie, Nebenjob. Ob es mir gut geht war egal, Hauptsache es ging allen anderen gut.
    Es hat noch Jahre gedauert, bis ich soweit war, auch konsequent etwas zu ändern.
    Seit ungefähr 3 Jahren kann ich behaupten, es geht mir gut. Trotz alle dem gibt es immer wieder sogenannte depressive Phasen. Zum Glück kann ich heute gut damit umgehen, dies lernt man bei all den Therapien sehr gut. Dazu gehört auch, dass ich Entspannungsübungen mache. Mir kleine Auszeiten nehme. Und ich habe angefangen mich von unnützen Dingen zu befreien. Aus diesem Grund bin ich auf das Thema Minimalismus gekommen und auf deine Webseite aufmerksam geworden 🙂
    Und ích gehe sehr offen mit meiner Krankheit um, habe keine Probleme darüber zu reden.
    Ich verstecke mich damit nicht. Meine Erfahrungen sind bisher meist sehr positiv.
    Viele Leute reden darüber nicht, aber wenn sie merken, dass da jemand ist, dem es ähnlich geht, kommt man schnell ins Gespräch.

    • Pia

      Hallo Susanne,

      Danke, dass du deine Geschichte hier mit uns geteilt hast.
      Dies Scham, die mit psychischen Erkrankungen einhergeht, finde ich furchtbar. Hoffentlich ändert sich das bald.

      LG
      Pia

  3. Thomas Glißmann

    Spannend wie Du Deine Art der Meditation beschreibst. Ich habe sofort in mir innere Bilder aufsteigen sehen. Ja ich finde Meditieren ist etwas Intimes. Es gehört demjenigen der es für sich entdeckt. Trotzdem ist es schön diese wunderbare Art der Kommunikation mit Anderen zu teilen.
    Ich meditiere im Tanz, es bedeutet mir sehr viel in der Bewegung mich mit meinem Körper zu verbinden. Meine Gedanken lassen Bilder entstehen und ich spüre Zufriedenheit. Das ist wild, hart, zart, weich oder melancholisch. Anschließend gehe ich mit einem Lächeln im Gesicht in die Nacht.
    Danke.

    • Pia

      Hallo Thomas,

      Oh, Tanzmeditation kannte ich auch noch nicht. Ich glaube aber, das wäre nichts für mich, weil man sich dabei bewegen muss 😉

      LG
      Pia

      • Thomas Glißmann

        Hallo Pia,
        Keine Angst, Du bestimmst ob Du Dich bewegst. Es ist vielfach auch nur ein inneres Tanzen. Die Bewegung kommt aus Dir. Eine Beschreibung kannst du gern bei Gabrielle Roth “ Das Chaos der Stille“ lesen.

        Viel Freude an diesem sonnigen Tag

        Thomas

  4. heiner

    Hallo Pia,
    ich bin anscheinend nicht der Typ der sich hinsetzen kann und dann das Meditieren beginnt. Ich liebe es aber alltägliche Tätigkeiten wie Kochen,Abspülen,Saugen sehr bewußt zu tun und dabei auf eine tiefe,regelmäßige Atmung zu achten.
    Meine Art der Meditation.
    Schönen Sonntag noch.
    Heiner

    • Pia

      Hallo Heiner,

      Ist doch wurscht, wie man in sich geht, ob sitzend, kochend oder tanzend. Jedem das Seine 🙂

      LG
      Pia

  5. Kiki

    Hallo liebe Pia,

    uff, Dein Art zu meditieren ist ziemlich anstrengend….Du bist leider auf dem allerschlimmsten Holzwege, wenn Du meinst, wenn Du nur noch wahrnimmst, und nicht mehr denkst, dann hast Du Dein Ziel erreicht. Das Gegenteil ist der Fall. Bitte realisiere, daß Gedanken, egal ob wunderschön oder grottenschlecht, in Deinem Bewußtsein erscheinen und auch wieder vergehen. Kannst Du Dich an einem Gedanken festhalten? Mitnichten. Ich mache Dich auf das Wichtigste im Leben aufmerksam: schaue einfach auf das, was alles wahrnimmt. DAS ist ewig frei und hier liegt der Schlüssel zum Glück. Gedanken, ob sie nun schlecht sind, gut sind oder neutral, werden alle bezeugt vom Urgrund, der DU in Wirklichkeit bist. Schaue einfach, wenn Du gerade mal nicht denkst, was vebleibt…es verbleibt eine Wachheit, die alles bezeugt, aber von allem unberührt bleibt. DAS ist Deine wahre Natur. Nur leider haben wir das alle vergessen….
    Du gehst davon aus, daß Du ein „Ich“ besitzt, was Gedanken hat. Aber letzten Endes sind auch die „Ich-Gedanken“ nur Gedanken, es gibt niemanden der denkt. Gedanken erscheinen einfach. Also was ich bei Deinen Texten festgestellt habe, sie sind irgendwie alle etwas „angestrengt“, also ob das „ich“ irgendwas bewegen könnte.
    Liebe Pia, ich möchte Dich nicht auf keinen Fall beleidigen, verletzten oder kränken, aber mir ist es ein Bedürfnis, einfach mal eine andere Lebensdarstellung zu geben. Auch ich habe die Weisheit nicht mit Löffeln „gefressen“. Es grüßt Dich wirklich von Herzen, Kiki

    • Pia

      Hallo Kiki,

      Auch uff, das ist mir jetzt zu hoch. Ich verstehe, dass es irgendwie kein Ich gibt, das Gedanken produzieren kann, weshalb es auch keine Gedanken gibt…??? Und ich soll mich aufs Wahrnehmen konzentrieren? Aber das tue ich doch.

      Danke für deinen Kommentar. Allerdings halte ich es da mit Descartes: Ich denke, also bin ich 😉

      LG
      Pia

      • Kiki

        Danke Dir liebe Pia, ja, wunderschön, daß jeder Mensch eine andere Ansicht hat. Und das ist gut so. Ich würde es so ausdrücken: ich bin, also denke ich. Aber jeder nach seiner Facon! Man kann sich mal überlegen, wer oder was wahrnimmt. Sicher ist die Antwort; ja ich, wer denn sonst? Aber Wahrnehmung ist neutral, still, unbeweglich und ewig frei. Wahrnehmung bezeugt alle Gedanken, die so den ganzen Tag über erscheinen. Und letzten Endes ist es egal, was man für Gedanken hat, alle kommen auf (in der Wahrnehmung) und vergehen wieder. Also ist der Focus „nur gute Gedanken zuzulassen“ ziemlich anstrengend oder sich über störende Gedanken zu ärgern, vergebene Liebesmüh. Klar freue ich mich auch über schöne Gedanken und häßliche Gedanken finde ich auch nicht so doll, aber liegt der Focus auf Wahrnehmung an sich, wird das Leben ziemlich leicht. Dir ein tolles Herbstwochenende, bis dann, liebe Grüße, Kiki
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