Warum ich meine Lebensaufgabe wohl niemals finden werde

Quelle: Splitshire.com

Es kommt mir so vor, als gäbe es für die meisten Menschen gerade nichts Wichtigeres, als ihre Lebensaufgabe zu finden. Überall hört man von Hamsterrädern und Leidenschaften, von Selbstmotivation und Nischen. Ich kann das alles so langsam nicht mehr hören und habe mich entschieden: Da mache ich nicht mehr mit.

Damit du mich verstehst, muss ich paar Jahre zurückgehen. Ich war 5 Jahre alt und meine Kindergärtnerin fragte mich, was ich denn mal werden wolle. Weil ich meine Haustiere liebte, sagte ich: „Tierärztin!“ Die Frage war damit für eine gewisse Zeit erledigt.

In den Jahren darauf habe ich meine Hobbys gewechselt wie meine Birkenstock-Sandalen: Jedes Frühjahr ein paar Neue. Eine kleine Auswahl gefällig? Seidenmalerei, Zeichnen, Puppen basteln, Häkeln, Stricken, Theaterspielen, Reiten, Gitarre spielen, Klamotten verschönern, Singen im Chor, Fotografieren, Aerobic, Töpfern…

Ungefähr ab der 8. Klasse wurde das Thema Berufswunsch aber wieder wichtig. Ich war froh, dass ich noch fünf Jahre Schule vor mir hatte. Und danach wollte ich Schauspielerin werden, weil mir die Theater-AG so einen Spaß machte und alle sagten, ich könnte das gut. Zumindest war das der Beruf den ich nannte, wenn jemand fragte.

Kurz vor den Abiturprüfungen kam ich nicht mehr um die Entscheidung herum: Scheiße, was sollte ich bloß werden?

Jetzt musste ich mich für einen Weg entscheiden, mich ein für alle Mal festlegen! Das mit der Schauspielschule ließ ich dann doch sein, weil ich zu oft den Begriff „brotlose Kunst“ gehört hatte. Im Rückblick schon schade. Also schrieb ich mich für ein Studium ein: Literaturwissenschaften, Psychologie und Geschichte, weil mich alles irgendwie interessierte. Und ich damit noch weitere fünf Jahre schinden konnte, bevor ich mich endgültig entscheiden musste. Immer wieder wurde ich gefragt, was ich denn mit dem Studium mal machen wollte. Meine Standardantwort: Lektorin oder Journalistin.

Dann bekam ich kein BAföG mehr und musste mich letztlich doch entscheiden. Also Journalistin. Im Volontariat hieß es, man müsse sich auf ein Themengebiet spezialisieren. Dann wurde es mir aber doch zu viel. Ich hatte keine Lust, mein ganzes Leben lang nur noch über Politik, Kultur, Wirtschaft, oder schlimmer noch, nur noch über das Leben in einer einzigen Kleinstadt zu berichten. Ich wollte eigentlich gar nichts mein Leben lang machen, weil das ja auch bedeutet, dass man ganz viele Sachen nicht machen kann.

Also versuchte ich gar nicht erst, einen Job zu finden (von ein paar halbherzigen Versuchen mal abgesehen) und machte mich selbstständig weil ich dachte, dass ich so noch ganz viel ausprobieren könnte. Doch die Rufe wurden lauter: „Du musst dich spezialisieren, deine Nische finden, zur Marke werden!“ Einerseits, dachte ich, wäre es total praktisch, wenn alle Menschen meinen Namen mit einer bestimmten Sache in Verbindung bringen würden. Andererseits könnte ich dann nie wieder etwas anderes machen. Ich gruselte mich noch mehr.

Doch dann dachte ich: Wenn ich die eine Sache finde, die mich mehr als alles andere begeistert, dann wäre es vielleicht nicht so schlimm, mich festzulegen. Allerdings beschleicht mich so langsam das Gefühl, dass es diese eine Leidenschaft für mich gar nicht gibt. Vielmehr interessiere ich mich immer wieder für andere Dinge, die mich dann irgendwann wieder langweilen.

Ein Charakterfehler, mangelnde Disziplin und Durchhaltevermögen, lese ich überall. Wer Erfolg haben will, muss dranbleiben.

Und alles geben! Sein inneres Feuer entfachen! Ach ja, und sich den „Arsch aufreißen“ (was ich mir ziemlich schmerzhaft vorstelle). Ich weiß, dass Experten in unserer Gesellschaft Helden sind und sprunghafte Menschen belächelt werden. Man kommt sich als Versager vor, wenn man offenbar nicht in der Lage dazu ist, ein Spezialist auf irgendeinem Gebiet zu werden.

Dieses Gefühl wird übrigens durch alle Bücher, Blogs, Videos, Podcasts und sonstige Informationsquellen zum Thema Lebensaufgabe bestärkt: Sobald man seine wahre Leidenschaft gefunden habe, so lese ich immer wieder, würde alles ganz einfach. Dann sei der Erfolg – wie auch immer man sich diesen vorstellt – geradezu vorprogrammiert.

Nur ein Buch ist da anders: „Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast“ von Barbara Sher. Darauf bin ich durch einen Kommentar unter einem früheren Beitrag gestoßen. Das Buch widmet sich Menschen wie mir, die sich einfach nicht entscheiden können, sogenannten Scannern. Ein etwas blöder Begriff, wie ich finde, aber egal. Jedenfalls war da Buch eine echte Erleichterung für mich. Zum einen, weil ich offenbar nicht alleine bin mit dem Problem. Zum anderen, weil ich so bleiben darf, wie ich bin. Und trotzdem etwas Sinnvolles mit meinem Leben anfangen kann.

Die Punkte, die ich besonders aufschlussreich fand:

  • Ich kann gut auf einem Gebiet werden, auch wenn ich mich ihm nicht komplett widme.
  • Ich kann etwas Besonderes erschaffen, es dauert halt nur länger.
  • Ich habe noch genug Zeit um alles zu tun, was ich gerne möchte. Naja, fast alles.
  • Ich muss mich nicht auf eine Sache festlegen.
  • Es ist aber nicht schlimm, sich zeitweise auf eine Sache festzulegen. Nichts ist wirklich für immer bindend.
  • Es gibt auch Jobs, die es einem ermöglichen, viele Interessen auszuleben.
  • Nicht jedes neue Interesse muss ich sofort zum Beruf machen.

In den letzten Jahren habe ich ziemlich viel Zeit damit vergeudet, nach meiner einzig wahren Leidenschaft, eben meiner Lebensaufgabe zu suchen. Die eine Sache, für die ich alles andere liebend gerne aufgeben würde. Aber entweder hat sie sich mir noch nicht gezeigt. Oder es gibt sie gar nicht.

Jetzt habe ich keine Lust mehr, zu suchen. Ich möchte lieber genießen, was mir gerade Spaß macht. Und wenn die Begeisterung auch nur ein paar Wochen anhält.

Ich kann und will nicht alles planen. Manche Dinge passieren einfach, manche Chancen ergeben sich unerwartet. Gäbe es einen Masterplan für mein Leben, hätte ich wohl jetzt schon keinen Bock mehr darauf.

Vielleicht geht es dir ja ähnlich wie mir. Hast du deine Lebensaufgabe schon gefunden? Oder suchst du noch? Schaffst du es, alle deine Interessen unter einen Hut zu bringen? Wenn ja, wie? Schreib es in die Kommentare, es würde mich wirklich wahnsinnig interessieren.

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41 Kommentare

  1. Sandra

    Mir geht es genauso… Für mich gibt es keine Lebensaufgabe. Ich mag viele Dinge, bin aber auf keinem Gebiet ein Experte. Und das zieht mich zeitweise doch arg runter. Ich weiß nichts mit mir anzufangen. Gerne würde ich eine Sache ausbauen, aber ich schaffe es nicht… Ich suche etwas um mich selbstständig zu machen, aber das funktioniert nicht, wenn ich immer wieder meine Interessen wechsele und nie gut in einer Sache werde.

  2. Die Freiheit, sich seinen Beruf nahezu uneingeschränkt heraussuchen zu können, bringt natürlich einige Probleme mit sich, denn wer die Wahl hat, hat bekanntlich auch die Qual. Noch dazu ändern sich Berufsfelder ständig, neue Aufgaben kommen auf, anderen schwinden, entsprechend verhalten sich Berufe.
    Viele Interessen zu haben und breit aufgestellt zu sein empfinde ich deshalb aber als großen Vorteil. Ein ehemaliger Mitbewohner erzählte mir mal, dass es weltweit etwa fünf Unternehmen gibt, in welchen er mit seiner Spezialisierung arbeiten könne. Und das sei noch viel. Finde ich persönlich etwas gruselig.
    Ich persönlich bevorzuge da Flexibilität, denn die gibt mir auch ein Stück weit mehr Freiheit.
    Nichtsdestotrotz finde ich Leidenschaft wichtig – bei allem, was ich tue.

    Lieber Gruß,
    Philipp

  3. Nina

    Hallo Pia,

    dein Beitrag hat mich sehr berührt. Genauso geht es mir auch!
    Danke das du mir das nochmal vor Augen geführt hast.
    „Scanner“ sind wichtig 🙂
    Das Leben ist auch ohne Masterplan lebenswert (manchmal vergesse ich das gern und lasse mich dann ziemlich stressen).

    Es grüßt Dich

    Nina

    • PiaMester

      Hallo Nina,

      Willkommen im Boot! Ist schon viel gemütlicher hier, finde ich 😉

      LG
      Pia

  4. Maria/findinghope

    Lach, Pia. Gerade musste ich wirklich herzhaft lachen. Nach ein paar Zeilen schrie mein Hirn: „Barbara Sher, empfiehl ihr Barbara Sher!“. Amazon aufgemacht, um nach dem Buchtitel zu suchen und dann „oh, da kommt er ja schon“ in deinem eigenen Artikel 😀 Ich habe das Buch genau so empfunden wie du, als große Erleichterung. Ich habe alleine schon zig kreative Hobbies ausprobiert (Basteln mit Papier, Collagen machen, Schmuck machen, Emaille arbeiten, Fotoalben machen, Kerzen gießen…) dazu dann noch Sportarten, andere Hobbies und, und, und (Yoga, Laufen, Tanzen, Feldenkrais, Klarinette, Chor, Trommeln…) und nie konnte ich ewig an was dran bleiben, weil mich zig neue Sachen gelockt haben. Im Moment würde ich z.B. gerne: Seife sieden, Spanisch lernen, Korbflechten, Altflöte oder Cello lernen, Kraulschwimmen, mit Leder arbeiten, ein bestimmtes Ehrenamt…
    Inzwischen sehe ich das einfach als Bereicherung, dass mich so viel interessiert und mir Spaß macht. Nur beim Beruf finde ich es schwierig. Ich habe das Gefühl, dass da gerade ein klarer Plan von mir verlangt wird, den ich bislang nicht sehe. Aber da findet sich schon noch eine Lösung. Ich habe inzwischen schon auch den Wert darin erkannt, an manchem, das mir grundsätzlich liegt, mal länger dran zu bleiben. Oft kommt nach einer gewissen Durststrecke erst noch mal ein richtiger Durchbruch, den ich verpassen würde, wenn ich vorschnell aufgebe.

    • PiaMester

      Hallo Maria,

      Korbflechten wollte ich auch schon immer mal ausprobieren 🙂
      Diese Durststrecken kenne ich. Wenn sie nicht zu lang sind, komm ich mittlerweile ganz gut darüber hinweg.

      LG
      Pia

  5. Janni

    Hej Pia, du sprichst mir aus der Seele *lach* mir geht es ganz genauso. Seit meinem letzten Ausbildungsende suche ich nach „meiner“ Bestimmung und werde einfach nicht fündig. Stattdessen finde ich tausend neue Sache, die ich alle irgendwie spannend finde und gerne mal probieren würde – leider geht das oft nicht. Aber ich finde es ja beruhigend, dass es nicht nur mir so geht. Das Buch würde mich auch interessieren, ich mags aber nicht extra kaufen, würdest du es verleihen?

    Liebe Grüße
    Janni

    • PiaMester

      Hallo Janni,

      Die Bestimmung! Klar, den Begriff habe ich die ganze Zeit gesucht! Noch so ein Wort, was man überall liest.
      Noch bin ich mit dem Thema und dem Buch nicht ganz durch, deshalb kann ich es dir noch nicht leihen. Aber das ist schon ein paar Jahre alt, findest du sicher auch in jeder Bücherei.

      LG
      Pia

  6. Ein wirklich schöner Text der einen etwas leichter ums Herz werden lässt, Danke 🙂

    • PiaMester

      Hallo Mina,

      Freut mich, dass dir der Text gefällt 🙂

      LG
      Pia

  7. Hallo Pia,
    wieso Scanner? Du hast dich doch immer festgelegt und eingelassen auf eine Sache für viele Jahre. Ich kenne ganz andere Leute, die ich Scanner nennen würde. Da waren 3 Studiengänge, keins fertig gemacht, etwa 30 Jobs, 5 Wohnorte, x Beziehungen. In der Zeit hast du brav 5 Jahre studiert.
    Das sind Leute, die nie ankommen. Du bist doch angekommen.

    Ich spezialisiere mich. Bin nach Sher wohl ein Taucher. Mag die Tiefe. Scanner ist mir zu oberflächlich, sprunghaft, anstrengend. Du bist bestimmt keiner! Reicht mir nicht. Die Dinge werden ja erst interessant, wenn man richtig dran bleibt und sie wirklich für sich entdeckt. Diese ganzen Glückstexte nerven mich eh. Raus aus der Komfortzone? Ich wäre gerne mal in einer.

    Wo hast du diesen Jäger kennengelernt? Hab Hunger!

    Liebe Grüße – Tanja

    • PiaMester

      Hallo Tanja,

      Dein Kommentar hat mich ein wenig nachdenklich gemacht. Ich glaube nicht, dass ich angekommen bin.

      Die Jäger laufen hier frei in den Wäldern herum, man erkennt sie an ihrer grünen Kleidung. Sie sind aber sehr scheu und kommen nur bei Sonnenuntergang von ihren Hochsitzen herunter.
      Haben noch ein ganzes, portioniertes Reh in der Kühltruhe. Schmeckt auch super in Lasagne 🙂

      LG
      Pia

  8. Hallo Pia,

    ich mag das Konzept der kreativen Chaoten von Cordula Nussbaum – sei es bezogen auf Zeitmanagement oder auf Karriere.
    Wobei ich mich mit den Jahren auch spezialisiert habe, ich habe nämlich im Rahmen meiner Begegnung mit Minimalismus auch vieles reduziert, was ich schon immer mal machen und ausprobieren wollte.
    lg Nanne

    • PiaMester

      Hallo Nanne,

      Sich auf das Wesentlich zu konzentrieren finde ich in Bezug auf meine Interessen ziemlich schwierig. Weil ich partout nicht weiß, was da das Wesentlich ist.

      LG
      Pia

  9. Hallo Pia,
    vielen Dank für den tollen Artikel – ich glaub, das, was du ansprichst, hat einen weiteren fatalen Beigeschmack: Diese Vorstellung, eine Lebensaufgabe zu haben und damit auch einen Job zu finden, der einen total erfüllt, kann manchmal auch aufgehen – meist aber führt er zur totalen Enttäuschung, weil ein Job so etwas in den meisten Fällen gar nicht leisten KANN! Und ich glaube auch, dass es einfach sehr viele verschiedene Menschen gibt – Spezialisten sind ja auch wirklich super (wenn ich mir beispielsweise das Knie operieren lassen muss). Aber Menschen, die neugierig auf nahezu alles sind, sind eben auch toll…
    Viele Grüße,
    Susanne

    • PiaMester

      Hallo Susanne,

      Im Grunde stimme ich dir da zu. Wenn man erwartet, dass ein Job einen ultimativ glücklich macht, wird man schnell enttäuscht. Den perfekten Job gibt es nicht. Aber ich finde man sollte schon schauen, dass einem die Tätigkeit, mit der man den Großteil seines Tages verbringt, auch Spaß macht. Zumindest so sehr, dass man es nicht als Belastung empfindet.

      LG
      Pia

      • Ja das stimmt natürlich schon, andernfalls wird es sich wirklich auch negativ auf die Gesundheit auswirken. Nur macht einen diese Erwartung, unbedingt den total erfüllenden Job zu finden, auf Dauer eben auch unglücklich!

  10. Spätleserin

    Liebe Pia,

    ich bin eine ziemlich alte 😉 Scannerin. Das Buch von Barbara Sher hat mir viele Aha-Erlebnisse beschert. Ich glaube, ich habe beim Lesen die ganze Zeit genickt.
    Was mir persönlich sehr geholfen hat meine Lebensaufgabe(n!) zu finden, war die persönliche Erlaubnis: Du musst das gar nicht Dein ganzes Leben machen, nur weil es im Moment sehr gut passt. Mir persönlich geht es so, dass ich sehr oft nach 7 Jahren einen neuen Kick brauche. Nun bin ich bereits seit 5 Jahren mit meinem Herzensding selbständig und glaube im Moment, diesmal passt es viel länger.
    Woran das liegt? Vielleicht daran, dass ich den Rahmen sehr weit gesteckt habe und „mein“ Thema sehr sehr vielfältig bearbeiten kann. Oder daran, dass es ein Thema ist, dass gerade -auch gesellschaftlich- sehr in Bewegung ist und ich zumindest ein kleines bisschen „Mitgestalterin“ von neuen Dingen bin.
    Vielleicht ist das das Geheimnis?
    Wie auch immer, fact ist natürlich auch, dass ich damit nirgends eine Festanstellung bekäme. Aber das wäre dann vermutlich auch schon wieder der Anfang von Langeweile oder Frust und der Beginn einer neuen Suche…

    Herzliche Grüße von der Spätleserin

    • PiaMester

      Hallo Spätleserin,

      Was machst du denn? Jetzt hast du mich echt neugierig gemacht.

      LG
      Pia

      • Spätleserin

        Liebe Pia, mein Metier ist das Thema Demenz. Unter der Überschrift mache ich ganz viel. Anfangs habe ich Menschen mit fortgeschrittener Demenz begleitet, praktisch zeitweise betreut. Dann wurde ich angefragt, ein Projekt zu entwickeln, was die Robert-Bosch-Stiftung gefördert hat, da ging es sehr viel um das Thema „Weiterbildung“. Seitdem arbeite ich auch in diesem Bereich, bilde für einen Verein ehrenamtliche Helfer_innen aus und vermittle und begleite (Praxisberatungen) sie.
        Danach habe ich ein Konzept für große Unternehmen entwickelt, weil ja die Mitarbeiter durchaus auch selber pflegende Angehörige sein können, aber aus Zeitmangel oft zu spät in die Beratung gehen. Da kamen mir die Jahre die ich zuvor in einer deutschen Großbank gearbeitet hatte sehr zugute, da ich die Strukturen in Unternehmen gut kenne. Inzwischen habe ich zwei Mitarbeiterinnen, die mich super unterstützen, denn alleine würde ich das alles gar nicht schaffen.
        Ganz brandneu, ab 01.12. beginnt ein Projekt, wo ich Menschen nach der Demenz-Diagnose, also im Frühstadium der Erkrankung, Weiterbildung (wir nennen es Gesprächskreise) anbiete. Da geht es um Themen wie Selbstbestimmung, leitliniengerechte Behandlung aber auch um Fragen zum Autofahren oder einfach nur: (wie) sag ich es meinen Nachbarn?
        Ist Demenz ein trauriges Thema?
        Manchmal schon, vor allem wenn es junge Menschen betrifft, wo der Verlauf oft schnell und krass ist.
        Ansonsten merke ich aber auch, wie gut es den Leuten geht, wenn sie trotz der erlebten Defizite ernst genommen werden – auch mit ihren eigenen Wahrheiten, die manchmal mit unseren gar nichts zu tun haben.
        Hast Du Lust mal etwas darüber zu schreiben?

        • PiaMester

          Hallo Spätleserin,

          Demenzbetreuung, damit hätte ich jetzt nicht gerechnet. Das ist wirklich ein spannendes Thema. Während der Schulzeit und des Studiums habe ich sieben Jahre lang in einem Altenpflegeheim gearbeitet und bin dort vielen Menschen mit Demenz begegnet. Was ich mich schon immer gefragt habe: Welche Erinnerungen bleiben einem eigentlich am längsten? Da würde ich gerne mal was drüber schreiben!

          LG
          Pia

  11. christine

    Einige meiner selbst gestellten Lebensaufgaben habe ich erreicht: eine abgeschlossene Berufsausbildung, eine Festanstellung, die Erziehung eines Kindes und eine Buchveröffentlichung. Als Ausgleich für meinen Beruf brauche ich nach wie vor die Arbeit mit meinen Händen.
    Ja, im Laufe der Jahre verschieben sich Interessen. Das ist auch gut so. Denn wie ich mich verändere, so verändern sich auch meine Vorlieben. Einige sind geblieben. Nach wie vor stricke ich gerne und viel. Dagegen gebe ich wenig Geld für Kleidung aus und gehe selten essen. Gartenarbeit empfinde ich nach all den Jahren als mühsam und zeitverschlingend, unergiebig und viel zu aufwändig.
    Breit gestreute Hobbys erweitern den Horizont. Das vergessen viele. Eine Weile habe ich mich z.B. in Gartenbelange vertieft: Welche Pflanze passt zu wem? Welche Sträucher sind pflegleicht? Welche sind giftig? Welchen Boden braucht die Pflanze? Ich kann also einer begeisterten Gärtnerin zuhören und mit ihr ein gutes Gespräch führen, weil ich etwas Ahnung von der Materie habe. Dass ich Gartenarbeit mittlerweile ablehne und umgehe, steht auf einem anderen Blatt.
    Mit dem Minimalismus erkenne ich deutlicher, was mich belastet und was mir gut tut. Also räume ich hin und wieder auch bei meinen Interessen auf.

    • PiaMester

      Hallo Christine,

      Dass du hin und wieder bei deinen Interessen aufräumst, ist eine schöne Formulierung. Manche Dinge tue ich z.B. nur, weil ich das Material mal gekauft habe und ein schlechtes Gewissen hätte, wenn ich es ungenutzt wieder weggeben würde. Richtig Spaß macht das dann auch nicht mehr.
      Wie heißt dein Buch?

      LG
      Pia

      • christine

        Die Materialien für aufgegebene Hobbys verschenke ich rasch weiter oder verkaufe sie. Möge sich ein anderer darüber freuen und damit arbeiten.
        Mein Krimi heißt „Mit Blut beschworen“. Vorsicht, es gibt mehrere Tote.

        • PiaMester

          Hallo Christine,

          Ah, hab ihn schon gefunden. Klingt spannend! So ein Krimi ohne Tote ist ja auch nix, finde ich. Nicht zu brutal, aber auch nicht zu unblutig, das ist genau richtig.

          LG
          Pia

  12. Hallo!
    Danke für den Buchtipp, klingt sehr interessant dieser Ratgeber! Meine Lebensaufgabe habe ich schon gefunden, oder besser gesagt meine Lebensaufgaben. Ich will mein Leben nicht nur einen Bereich widmen, also zum Beispiel den beruflichen Bereich. Auch Familie, soziales Engagement, Weiterbildung und meinen Horizonterweiterung sind für mich zentrale „Lebensaufgaben“, wo ich unterschiedliche Ziele verfolge. Ich glaube, jeder Mensch sollte mehrere solcher Standbeine haben. Geht es in einen Bereich mal eher bergab, habe ich noch die anderen Bereiche die mir Erfüllung und Selbstvertrauen geben. Meine Interessen folge ich glaube ich in jeden Bereich, denn nur wenn ich mit voller Überzeugung und Motivation bei einer Sache bin, mache ich sie auch richtig gut.

    • PiaMester

      Hallo Claudia,

      Du hast Recht, es muss nicht nur um den Beruf gehen. Vielleicht habe ich das etwas einseitig beschrieben, aber ich glaube ich befinde mich gerade in einer Lebensphase, in der mein Beruf noch eine sehr wichtige Rolle spielt. Noch habe ich nichts etabliert und andere „Baustellen“ wie Familie sind noch nicht vorhanden.
      Was sind denn deine Interessen bzw. Lebensaufgaben bzw. Standbeine?

      LG
      Pia

  13. Ach, das geht mir ganz genau so :). Darum fällt es mir auch immer so schwer, auf die frage zu antworten, wie meine pläne für die nächsten paar jahre sind. Grundsätzlich spinne ich gern an verschiedenen möglichkeiten und rede auch gern drüber. Aber meistens sind die leute eher irritiert, wenn ich mit meinen unterschiedlichen, komplett verschiedenen ideen ankomme, die vor allem so gar nichts mit meiner jetzigen tätigkeit zu tun haben :). Ich bin auch entspannter geworden und habe mich von DER lebensaufgabe verabschiedet. Aber manchmal habe ich auch ein schlechtes gewissen, wenn ich das gefühl habe, ich bin auf einem gebiet nicht so engagiert wie andere, die sich anscheinend 24h am tag mit einer sache beschäftigen können. Wie machen die das? Das wird doch langweilig! Da stellt sich mein hirn echt quer.

    • PiaMester

      Hallo Maria,

      Wie machen die das? Das frage ich mich auch oft 😉
      Manchmal denke ich, dass man eine Lebensaufgabe eh erst am Ende des Lebens erkennt.

      LG
      Pia

  14. Ich beneide meine Freunde nicht um die Lebensaufgaben wie ein Haus kaufen oder umbauen. Oder die Kinderzahl mit 40 nochmal verdoppeln. Ich will auch keine Kacheln aussuchen, die mir 20 Jahre gefallen sollen. Ich suche mir lieber Jahreszeitenprojekte. Das war im Sommer den Garten neu und minimalistisch anlegen. 3 Beete weg. Danach kannte ich auch alle Blumennamen. Mehr gibt das Hobby dann aber auch nicht her. Ausbaufähige Hobbys, hab ich mal gelesen. Die kann man vertiefen. Wie nähen lernen. Dann kannst du alles neu gestalten.

  15. Ich bin so unglaublich erleichtert, dass es anderen Menschen in meiner Altersklasse auch so geht.
    Neulich wurde ich doch tatsächlich in einem Bewerbungsgespräch nach dem „roten Faden“ gefragt, und was ich wolle. Puh… seit wann ist das eigentlich so, dass Firmen nicht nur zuverlässige Mitarbeiter suchen, sondern auch „leidenschaftliche“, die für ihre Aufgabe „brennen“? Allein bei der Formulierung spüre ich schon die Vorboten des Burn Out 😉
    Fakt ist, vorstellen kann ich mir so allerei, alles davon werde ich jetzt mit 30 wahrscheinlich nicht (mehr) ausprobieren, einfach, weil mir auch Dinge wie meine feste Beziehung wichtig sind. Ansonsten bin ich mittlerweile wirklich davon überzeugt, dass es nicht gut ist, sein Herz an Dinge zu hängen. Ich will kein Haus, keine Kinder, kein überdimensioniertes Auto und bin auch nicht bereit, mich dafür aufzuopfern.
    Im Moment suche nich noch nach weiteren (beruflichen) Perspektiven – bin mal gespannt, was das neue Jahr so bringt.

    • PiaMester

      Hallo Dagmar,

      Tja, Firmen wollen ihre Mitarbeiter eben mit Haut und Haar 😉
      Mit fast 30 hast du (haben wir) doch noch 45 Jahre Zeit! Da kann man noch einiges ausprobieren.
      An Dinge hänge ich mein Herz auch nicht. Wobei ich Kinder jetzt nicht als Dinge zähle… 😉

      Viel Glück auf deinem Weg! Schreib mal, wies so läuft bei dir. Finde ich immer spannend, wie andere ihre vielen Interessen unter einen Hut bekommen.

      LG
      Pia

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