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Warum Frauen so gerne shoppen oder warum sich Weiblichkeit über Konsum definiert

Frauen lieben Shopping! Irgendwann überkommt sie außerdem der Nestbautrieb und sie stopfen ihre Wohnung voll mit nutzlosem Kram. Alles ganz normal, oder definiert sich Weiblichkeit über Konsum?

Ich habe gerade ein kleines, feines Büchlein von der britischen Bloggerin und Journalistin Laurie Penny gelesen: „Fleischmarkt: Weibliche Körper im Kapitalismus„* heißt es und es geht darin um Feminismus, den weiblichen Körper und Konsum. Sie spricht an einigen Stellen unter anderem von „kapitalistischem Körperkult“:

„Wir können uns Freiheit auch nicht durch Shoppen erkaufen. Selbst wenn wir es letztlich schaffen, genug Schuhe, Make-up und Selbstbewusstsein schaffende Schönheitschirurgie zu kaufen, um unseren Platz auf dem Arbeitsmarkt der weiblichen Schönheit zu rechtfertigen, werden wir genau durch den Prozess der körperlichen Veränderung, der uns befreien soll, marginalisiert.“

Frauen, so sagt sie, seien die Konsumenten Nummer eins. Wenn wir uns weigerten, zu shoppen, stünde die Weltwirtschaft schneller still, als man „Frühlingstrends“ sagen kann. Warum shoppen wir Frauen so gerne, so exzessiv, warum wird das von uns erwartet und verlangt? Weil Weiblichkeit, laut Laurie Penny, vor allem auf äußeren Zeichen basiert. Auf Klamotten, Lidschatten, It-Bags, schicken Wohnungen mit modernen Küchenzeilen und Wandtattoos, auf Foliensträhnchen, üppigen braungebrannten Ausschnitten, niedlichen Kindern in selbstgenähten Ballonhosen, glitzernden Weihnachtsbäumen, Schoßhündchen, die lustige Sprüche auf ihren Halsbändern tragen – dem ganzen Schischi eben, den die Welt von uns Frauen erwartet, damit wir uns weiblich fühlen dürfen (Ok, Kinder sind kein Schischi, Modekollektionen für Kinder aber schon).

Wir Frauen kaufen und konsumieren, weil es zum Bild der Weiblichkeit passt.

Vor kurzem habe ich im Fernsehen eine Frau gesehen, deren Traum vom Glück aus einer schwarzen Kreditkarte und einer endlos langen Einkaufsmeile bestand. Ich muss zugeben, dass es mir auch lange so ging. Shoppen macht ja auch Spaß. In meine Studentenwohnung bin ich mit einem Transporter voller Möbel und Klamotten ein- und mit einem drei Mal so großen Umzugswagen nach drei Jahren wieder ausgezogen. Auch danach habe ich fleißig weiter Dinge herangeschleppt. Das ist mir erst beim Entrümpeln klar geworden: Ich gebe nichts weg, was meinem Freund und mir zusammen gehört. Und doch habe ich mich in den letzten Jahren von Kistenweise Zeugs trennen können. Das habe also alles ich gekauft! Warum? Wozu? Und verdammt nochmal, warum habe ich so viel Geld für Unsinn ausgegeben?!? Jetzt bin ich ein wenig schockiert von mir selber.

Laurie Penny bringt in ihrem Buch ein interessantes Beispiel: Transsexuelle Frauen, also Frauen, die als Männer geboren wurden, übertreiben es schnell. Sie ziehen supersexy Klamotten an, schminken sich übertrieben, verhalten sich so, wie es angeblich typisch ist für Frauen (Angst vor Spinnen, ständig am Tratschen, heulen wegen jeder Kleinigkeit) und liiiiiiiiieben Shopping! Was ich besonders komisch fand: Penny beschreibt, dass genau dieses Verhalten von den transsexuellen Frauen erwartet wird, um von Psychologen als weiblich angesehen und zu einer Geschlechtsumwandlung zugelassen zu werden. Da blieb mir echt der Mund offen stehen.

Nestbautrieb? Gibt es das wirklich oder ist das wieder nur eine geschickte Verkaufsmasche?

Wenn Frauen in das Alter kommen, in dem von ihnen verlangt wird, dass sie Kinder bekommen, setzt ein neues Phänomen ein: Der Nestbautrieb. Oh ja, wir sind wie Vögel oder Kaninchen, die sich das Fell oder Gefieder ausrupfen, damit es ihr Nachwuchs gemütlich hat. Kommt dieser Drang, unsere Wohnungen wieder mit – jetzt kinderfreundlichem – Krempel zu füllen, aus uns selber heraus? Oder wird das wieder erwartet? Ist es nicht so, dass einem alle möglichen Menschen sagen, was man unbedingt haben und kaufen muss für eine Familie?

Jetzt frage ich mich, wer daran schuld ist, dass wir Frauen uns offenbar durch Konsum definieren: Haben wir damit angefangen? Oder haben wir uns dazu machen lassen, uns mit den Erwartungen der männlich dominierten Gesellschaft abgefunden? Spielen wir gerne die hübsche, brave Shopping-Queen, weil es uns so gefällt oder weil wir der Konfrontation aus dem Weg gehen wollen? Weil wir Angst haben, plötzlich nicht mehr als weiblich zu gelten, als zeternde Mannsweiber, die kein Kerl auch nur mit der Kneifzange anpacken würde?

Manchmal denke ich, dieser ganze Shopping-und-Selbstverschönerungs-Quatsch ist nur dazu da, um die Frauen zu beschäftigen. So nach dem Motto: „Lass sie mal einkaufen, dann können wir in Ruhe die Weltherrschaft an uns reißen.“

Laurie Penny ist eine ziemlich wütende Frau, die sagt, was sie denkt. Ich finde, von der Sorte sollte es viel mehr auf der Welt geben. Ja, die Welt braucht wütende Frauen, die nicht alles so machen „weil es alle so machen“.

Wie stehst du zum Thema Weiblichkeit und Konsum? Hast du manchmal das Gefühl, dass deine Weiblichkeit infrage gestellt wird, wenn du nicht ständig die neuesten Modeartikel shoppst und ständig zum Friseur und Nagelstylisten rennst? Oder glaubst du, Laurie Penny übertreibt mit ihrer Meinung?

P.S. Meine Lieblings-Satire-Sendung „Die Anstalt“ hatte am 28. April Feminismus zum Thema. Falls du nicht weißt, wie man auch ohne Shopping gut lebt, hol dir mein kostenloses E-Book „Was du tun kannst, wenn dich der Kaufrausch überkommt„. An alle selbstbewussten Frauen, die keinen Bock mehr haben, sich dem Schönheitswahn zu unterwerfen, richtet sich mein ebenfalls kostenloses E-Book „Minimalistisch schick: 10 Tricks, die dein Styling von Grund auf einfacher machen„.

 

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46 Kommentare

  1. Magdalena

    Ich habe mich vielleich in der Pubertät durch Schoppen und Konsum definiert. Allerdings war ich nie ein Modepüpchen. Ich habe nur dass gekauft was mir wirklich gefiel. Jetzt bin ich fast 38 und habe einen langen Entwicklungsweg hinter mir (auch vor mir).Ich shoppe nicht (wie kann man/frau die kostbate Lebenszeit so verschwenden??), kaufe nur das was ich brauche und pfeiffe auf Modetrends. Ich kleidee mich teilweise klassisch, locker und ein bisschen hippie an. Ich lebe es meinen Kindern vor damit sie nicht zu Marktmarionetten muttieren. Sie sollen einfach vieles hinterfragen und sich nicht alles einreden lassen.
    Ich denke dass sich durch Aussehen, Shopping und dieses ganze oberflässige Getue zu definieren viel mit niedrigem Selbstwertgefühl zu tun hat. Mann sucht das Glück außer weil man es im inneren nicht empfindet…
    Und dass wir Frauen gerne durch den Markt manipuliert werden glaube ich auch..

    • Pia

      Hallo Magdalena,

      Finde ich toll, dass du das deinen Kindern so vorlebst. Gerade bei kleinen Mädchen passiert es ja oft, dass sie auf ihr Aussehen angesprochen oder gelobt werden, was meiner Meinung nach die total falschen Werte vermittelt. Aber es ist eben so drin, komisch.

      LG
      Pia

  2. „Lass sie mal einkaufen, dann können wir in Ruhe die Weltherrschaft an uns reißen.“
    -> welch wunderbare Formulierung!!
    An dem Thema ist wirklich was dran, auch wenn mir selbst die Antennen für Kosmetik und Shopping komplett fehlen. Als diese Gene verteilt wurden, war ich wahrscheinlich gerade nebenan einen Kaffee trinken . Pia, klasse beschrieben von dir.
    Liebe Frauen, insb. der jüngeren Generation: Lasst euch nicht für dumm verkaufen bzw. kauft euch nicht dumm.

    • Pia

      Hallo Gabi,

      Schön, dass dir der Text gefällt.
      Bei dem für dumm verkaufen bin ich ganz bei dir!

      LG
      Pia

  3. Ich glaube, wir werden zum Shoppen erzogen, und der Druck ist groß, auch wenn wir uns entziehen.
    Mir fiel das an den Meilensteinen Hochzeit und Baby auf. Unglaublich, was man da alles braucht, und wie schnell einem dort das Gefühl gegeben wird, a) geizig zu sein, wenn man nicht auch noch die personalisierten goldbestickten Servietten nimmt, b) nicht gut genug für das Kind zu sorgen, wenn man keinen Betthimmel/ Zweitfußsack/ Lernspielzeug kauft. Auch zu all dem „Nein“ zu sagen erfordert Energie. Ich glaube kaum, dass irgendein Mann länger das Design des Babyschlafzimmers recherchiert als seine Investitionen für die Rente.

    • Stimmt, dieser Druck ist mir insb. bei jungen Familien, insbesondere bei den Müttern aufgefallen. Also wer da nicht irgendwann von Eigenheim redet und tatsächlich mit der Mietwohnung zufrieden ist, muss dies bereits erläutern… Dann dieser ganze Spielzeugzirkus, Spielgruppe, Musikschule, Sportverein, Lük-Kästen und anderes Lernspielzeug. Ich finde es echt gruselig, welcher Druck da aufgebaut wird. Leute, lasst eure Kids doch mal einfach spielen, ein bisschen Sand und Wasser reicht da meistens schon – und gebt den Konsumdruck nicht noch direkt an eure Kinder weiter. Das ist echt ein Horror. Und wenn Argumente benötigt werden: „Ich liebe mein Kind als ganzes Wesen und werde es nicht seine kognitive Entwicklung reduzieren.“

      • Ich glaube auch, dass dieses öffentliche Bild von außen aufgesetzt wird. Dabei zeigt sich Weiblichkeit viel stärker in der Psyche, wie ich finde.

        Für solche Konsumanlässe wie Kinder und Hochzeit gibt es meines Erachtens auch minimalistische Lösungen. Beispielsweise kann man anstatt eines überteuerten Kinderwagens, den man ohnehin nur wenige Monate verwendet und der Babys bereits in den ersten Monaten mit seinen Inhaltsstoffen vergiftet, auch ein Tuch nehmen und das Kind am Körper tragen. In meinen Augen ist das auch viel liebevoller für’s Kind. 🙂

        Lieber Gruß,
        Philipp

        • Magdalena

          Naja das mit dem Tuch war nie mein Ding. Man kann sich nicht frei bewegen, bücken, Rücken tut weh… Kinderwagen ist praktischer.

        • Pia

          Hallo Philipp,

          Ich glaube auch, dass das von außen aufgesetzt ist. Aber irgendwann nimmt man es eben für selbstverständlich und dann glauben die Frauen, dass sie das selber wollen.

          LG
          Pia

    • Pia

      Hallo D,

      Danke, dass du deine Erfahrungen hier mit uns teilst. Nein sagen ist wirklich verdammt anstrengend, da ist es auch kein Wunder, dass viele Menschen lieber kapitulieren und zu allem Ja sagen.

      Lg
      Pia

  4. Hallo Pia, mal wieder ein großartiger Blogeintrag von dir! Und ja, leider ist es nur allzu wahr, dass wir Frauen mehr konsumieren sollen/müssen. Wenn ich den Leuten erzähle, dass ich nicht gerne shoppen gehe, es vor allem verabscheue, Schuhe kaufen zu müssen, und auch nicht gerne zum Friseur gehe, schauen sie mich verstört an.
    Umgekehrt ist es aber auch so: Erzählt ein Mann, dass er für sein Leben gerne Klamotten einkaufen geht und vielleicht sogar das Wort „shoppen“ benutzt, ist er sofort schwul.
    Kranke, kranke Welt!

    • Pia

      Hallo Frau Saltokran,

      Danke für das Kompliment 🙂
      Was du da beschreibst kommt mir bekannt vor. Und Schwul ist dann auch noch eine Beleidigung.

      LG
      Pia

    • Ich unterschreibe alles sofort – ich mag auch nicht einkaufen, am wenigsten Schuhe kaufen und Frisör hasse ich wie die Pest.

      Wahrscheinlich hat sich mein y als x verkleidet…

      lg
      Maria

      • Pia

        Dein Ypsilon hüpft halt gerne auf einem Bein 😉

  5. Christine

    Könnte es sein, dass die Autorin ihren Frust abgelassen hat?
    Eine Frau wirkt aufgrund ihrer Ausstrahlung attraktiv. Das beruht auf mehreren Faktoren: Sie ist selbstsicher, ruht in sich, kennte ihre Stärken und Schwächen, hat gute Laune, ist vorteilhaft angezogen und hat ihre Schönheit dezent unterstrichen. Das ist das gesunde Mittelmaß, von dem andere Menschen wie magisch angezogen werden. Einerseits ist die Frau natürlich, andererseits hilft sie der Natur ein wenig nach. Daran ist nichts verwerflich. Fröhliche und attraktive Menschen sind sympathisch und beruflich erfolgreich ( arbeiten gern und effektiv).
    Bei einem Mädchen nur die inneren Werte und ihre Stärken zu fördern, ist ebenso ungeschickt wie nur auf Äußerlichkeiten zu setzen. Ein Mensch besteht nicht nur aus dem Geist, sondern auch aus einem Körper. In dem muss er sich wohlfühlen. Sonst kann er keine Zufriedenheit ausstrahlen.
    Jeder Kurs Richtung beruflicher Erfolg geht neben Strategien bei Vorstellungen, gutem Benehmen und Vermeidung von Fettnäpfchen auch auf die äußere Erscheinung ein. Es gibt mittlerweile Mode- und Stilberater, die Frauen helfen, sich vorteilhaft zu kleiden. Wenn eine Frau in einem schwarzen Kostüm wie eine Leiche aussieht, dann hat sie beim Kunden unbewusst eine schlechtere Verhandlungsposition. Trägt sie dagegen ein graues Kostüm, wirkt sie stimmig und kompetent und macht einen Abschluss nach dem anderen. Scheinbar einfach so. Kleidung muss gut sitzen, farblich passen und den Charakter subtil unterstreichen (Okay, bis auf die, die Berufskleidung tragen. Aber da sind Vorschriften wichtiger als der Charakter).
    Ebenso sind Schminkkurse wichtig. Zu viel dekorative Kosmetik stößt ebenso ab wie gar keine. Den gesunden Mittelweg findet Frau meistens nur über eine ausgiebige Beratung. Es geht um die passende Hautpflege und ums Unterstreichen der Vorzüge. Keine Creme der Welt lässt Falten und Narben verschwinden. Dazu braucht es entweder Fotoshop oder einen ausgebildeten Visagisten, der „spachtelt“. Bei einem „kleinen“ Make-up reichen Lippenstift, etwas Rouge und Wimperntusche aus, das Gesicht frisch wirken zu lassen. Für ein „großes“ Make-up für den Abend darf dann ruhig mehr aufgetragen werden. Eine gute Kosmetikerin zeigt individuelle Lösungen, damit das morgendliche Ritual ein Erfolg wird und die Frau nicht wie angemalt durch die Gegend läuft.
    Eine pfiffige Frisur unterstreicht den Typ. Dazu braucht eine Frau auch den Gedanken, sich ausgiebig beraten zu lassen. Vielleicht ist die künstliche Lockenmähne zu aufwändig in der Pflege oder macht die Haare kaputt. Oder eine andere Haarfarbe passt besser zum Hautton.
    Wer das als Frau begriffen hat, braucht keine ausgiebigen Shoppingtouren und ständigen Konsum mehr. Natürlich wird auch noch ein Schaufensterbummel gemacht, werden Schuhe anprobiert und nach tollen Accessoires geguckt. Aber nur die Dinge, die zur restlichen Kleidung passen, dürfen mit.
    Ich habe mich richtig dekadent gefühlt, als ich mir dieses Jahr eine zweite Handtasche zugelegt habe – nur für die Oper.

    • Liebe Christine,
      ich brauch keine Schminkkurse – sorry, aber dafür ist mir meine Zeit (und mein Geld zu schade). Ich ziehe mich gerne gut an (schwarz, klassisch, einfach – mit ein paar passenden Farbflecken) und trage wirklich null Schminke, da ich z.B. auch auf Wimperntusche allergisch reagiere. Ich bekomme immer wieder Kommentare, dass ich gut aussehe, dass man merkt, dass es mir gut geht und dass ich durch meine Ausstrahlung punkte.
      Liebe Grüße
      Nanne

    • Pia

      Hallo Christine,

      Ja, die Autorin hat ihren Frust ausgelassen. Sie findet nämlich, dass Frauen, was ihr Aussehen betrifft, viel zu viel vorgeschrieben wird. Auch wenn das nur durch dezente Tipps geschieht, ist es eine Manipulation.

      Lg
      Pia

      • Christine

        Dann wäre es gut, wenn sich Laurie Penny mal mit Renate Schmidt, einer ehemaligen Ministerin, beschäftigt. Diese Frau hat recht früh in einem konservativen Land gearbeitet, während ihr Mann die Kinder versorgt hat. Renate Schmidt kämpft heute noch für eine echte Gleichberechtigung. Nebenbei sieht sie gut aus, ist klug und hat Humor. Das Buch „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“ sollte Pflichtlektüre sein.

  6. Chris

    @Christine

    Ich bin ja gute Stücke bei dir. Die äußere Erscheinung ist wichtig. Aber dein Text wirkt auf mich, als ob alles was du beschreibt „sein muss“. Von Stilberatung halt ich im übrigen nichts. Den muss jeder selbst finden und eben nicht Vorgaben anderer tragen.
    Ich bin beruflich erfolgreich und trage was mir gefällt. Warum sollte ich das graue Kostümchen tragen, wenn mir bunt besser gefällt? Ich glaube alle richtig erfolgreichen Menschen gehen ihren Weg, auch in Stilfragen und lassen sich nicht von der Gesellschaft bzw. eines Beraters vorschreiben, wie sie zu sein haben. Man trägt idealerweise sein inneres nach außen und wie das aussieht, weiß man/frau nur selber.

    • Christine

      Wenn jemand wie du ein Händchen für Kleidung hat, ist das wunderbar. Andere haben das oft nicht. Deswegen verhindern gute Berater auf längere Sicht Fehlkäufe, sonderbare Frisuren und schräges Make-up. Eine Frau, die ihren Stil gefunden hat, kauft gezielt ein, lässt sich von Werbung nur inspirieren und verweigert sich übermäßigem Konsum.

      Bei einem Mann möchte ich als Frau auch sehen, dass er sich pflegt. Auch hier spielt die Optik eine Rolle, damit er mir sympathisch ist.

      Wer zu sich selbst als Mensch nicht gut ist, der kann auch anderen Menschen gegenüber nicht aus tiefstem Herzen freundlich sein.

      • Magdalena

        Christine, hier sagt keiner dass es am besten ist schäbig und ungepflegt auszusehen. Es geht darum sich nicht manipulieren zu lassen.
        Ich glaube nicht dass die Autorin auf irgenwelche Weise frustriert ist. Im Gegenteil.

  7. Hallo Pia,

    vielen Dank für deinen Artikel. Die Tatsache mit der Geschlechtsumwandlung und dem Psychologen macht mich nachdenklich und hat mich doch überrascht.

    Über Kaufen und das Gekaufte definiert habe ich mich immer nur wenig in kurzen Phasen. Dafür war ich schon immer zu wenig Mainstream. Es ist mir aber vor allem bei meinen Hobbys passiert, wenn ich jetzt so nachdenke. Küche und co und Stoffe. Das habe ich vor langer Zeit aufgehört, als ich begriffen habe zwischen Bedarf(Bedürfnis) und Wünschen zu unterscheiden.
    Ich denke wir shoppen um uns selbst darzustellen, ein Selfie von uns um so zu sein wie wir gerne gesehen werden. Leider kann man das leicht mit Selbstbestimmung verwechseln.

    Was mich noch verwundert ist, dass ich nicht das Gefühl habe ständig zu kaufen (außer Lebensmittel) und doch kann ich entrümpeln und Kisten raus schleppen und es sieht noch nicht leer aus.

    Danke Pia
    Alles Liebe elisa

    • Pia

      Hallo Elisa,

      Ich hatte auch nie das Gefühl, ständig einzukaufen, und doch wurde es immer mehr. Vielleicht vermehrt sich Kram auch ohne unser Zutun, es ist mir jedenfalls immer wieder ein Rätsel, woher all die Sachen kommen.

      LG
      Pia

  8. Liebe Pia,

    für Nestbautrieb bin ich die richtige Ansprechpartnerin :o) Einerseits glaube ich, dass es ein Konstrukt ist, das schon durch die ganzen Firmen befeuert wird. Andererseits nehme ich auch wahr, dass ich jetzt vor dem Kinde noch einige Dinge zu Hause ändern bzw. fertig stellen will. Ich habe hier nochmal richtig groß ausgemistet und Platz im Kleiderschrank und kommenden Kinderzimmer geschaffen. Da sind einige Sachen zum Umsonstladen gekommen. Wir wollen seit Ewigkeiten neues Geschirr und neues Besteck (endlich mal zusammen passend) und das besorgen wir jetzt bald.
    Es ist auch schwierig zu wissen, was brauche ich überhaupt, was mag mein Kind? Von daher habe ich auch bei ein, zwei Sachen schon gedacht, dass kauf ich jetzt (günstig, gebraucht) und beschlossen – ich kann ggf. weiter verkaufen oder verschenken.
    Und: Männer kaufen keine Kinderkleidung. Zumindestens habe ich noch keinen kennen gelernt. Warum und wieso – keine Ahnung…

    So, und jetzt allgemein: ich glaube, dass da ganz viel Sozialisation durch die Gesellschaft allgemein und durch peergroups in der Schule passiert. Ich war mit meiner Kleidung (unmodern, Karottenhosen) immer zufrieden, bis ich im Gymnasium deswegen gehänselt wurde. Ab da fand ich den Textilschweden auch toll und dann war shoppen für mich zehn, fünfzehn Jahre auch ein Hobby. Das meiste Geld habe ich zwar für Bücher ausgegeben, aber trotzdem. Ich glaubte auch Deko haben zu müssen, bzw. ich habe solche Sachen einfach nie hinterfragt. Wir wachsen da einfach so mit auf und lernen selten komplett andere Maßstäbe kennen. Es ist eine Freizeitbeschäftigung für Freundinnen, selten für Männer und ja, es hat auch Spaß gemacht, zu fünft zum Textilschweden in eine andere Stadt zu fahren und dort die Umkleiden zu blockieren, alles mögliche anzuprobieren und sich kaputt zu lachen. Aber den eigentlichen Kauf hat es dafür nicht benötigt.
    Heute sage ich ganz bewusst, wenn Besuch kommt, dass ich für solche Sachen nicht mehr zur Verfügung stehe – und es ist völlig okay.
    Durch den Minimalismus habe ich ganz viel vom Konsum hinterfragt und weiß heute, was ich davon mag und was nicht. Was nicht, ist natürlich viel viel größer als der andere Teil.
    LG Nanne

    • Pia

      Hallo Nanne,

      Danke für deinen ausführlichen Kommentar! Ich finde es vor allem interessant, was du als angehende Mama zum Nestbautrieb sagst.

      LG
      Pia

  9. Über Ökostyle wird seit Jahren abgelästert bei Mitschülerinnen und ihren Müttern. Krieg ich so bei meiner Tochter mit. Das Modediktat ist ganz schlimm in dem Alter. Anderes Erlebnis: Sitze mit meinem Modepüppchen von Tochter vor einer Beraterin mit Tatoos und Piercing. Das fand ich dann wieder schlimm. Weil ich sie nicht ernst nehmen konnte. Kleidung sollte dann schon zum Job passen. Auch zum Alter. Gerade Männer mit 40, die sich 20 Jahre jünger anziehen, finde ich gruselig. Und diese Basecaps wenn die Haare ausgehen. Schrecklich!

    Lg Tanja

    • Pia

      Ich finde Menschen mit Tattoos sympathisch, besonders wenn das oberflächlich nicht zu ihrem Job passt. Da sieht man meiner Meinung nach, dass die Person sich nicht nur durch den Job definiert.

  10. Hey Pia,
    ein super interessantes und kontroverses Thema! Ich war früher auch der Meinung, dass ich als Frau haufenweise schöne Kleider und High Heels brauche, damit ich „weiblich“ wirke. Dabei habe ich als Kind schon lieber im Dreck statt mit Puppen gespielt. Als ich mir dann vor 2 Jahren einen Kurzhaarschnitt verpasst habe, kamen natürlich die obligatorischen „Lesben“ Kommentare. Das ist so klischeehaft!
    Aber ich fühle mich so einfach viel wohler. Jeans und Turnschuhe sind viel eher mein Ding als Kleider und High Heels.
    LG

    • Pia

      Hallo Anja,

      Ich hasse Klischees! Frauen mit kurzen Haaren sind lesbisch oder wären lieber Männer, Feministinnen sind unattraktiv und chronisch untervögelt, Männer, die sich für Mode interessieren, sind schwul, Fussballspielende Frauen sind auch lesbisch, Blondinen sind dumm, attraktive Frauen oberflächlich und zickig…. Es gibt so viele Vorurteile, bei denen ich einfach nur kotzen möchte.

      LG
      Pia

  11. Carina

    Hallo Pia,
    vielen Dank für den tollen Artikel. Dieses Gefühl von Konsumdruck kenne ich leider nur zu gut. Komischerweise „wissen“ Fremde (Familie, Freunde, Arbeitskollegen) immer besser wie mein Leben aussehen soll. Beispielweise habe ich schon früh Schnittblumen abgelehnt und konnte nie nachvollziehen, warum Frauen sich immer so über Blumen freuen. Mein früherer Freund und jetziger Mann hat mich anfangs als unweiblich bezeichnet, weil ich dies ablehnen (wie beispielweise auch Schmuckgeschenke, unnütze Deko-Artikel, dumme Feiertage wie Valentinstag etc.). Durch die Familie und den Medien wird ein Bild von der „klassischen“ Frau suggeriert, was zum einen nicht zu jeder Frau passt und auch nicht wirklich gut ist. Ich lebe bewusst seit zehn Jahren in einer vergleichsweise kleinen 65 qm Wohnung und habe mich für den Beruf und gegen Kinder entschieden. Trotzdem werde ich immer wieder in Situationen gebracht, in denen ich mich für solche Entscheidungen quasi rechtfertigen muss. Wobei ich sage, dass jeder selbst zu entscheiden hat, wie die persönliche Lebensplanung aussehen soll.

    In diesem Sinne, vielen Dank und mach weiter mit deinem Blog (auch wenn ich eher der stille Mitleser bin)
    LG Carina

    • Pia

      Hallo Carina,

      Danke für deinen Kommentar, er spricht mir aus der Seele. Das mit dem unweiblich habe ich auch schon oft gehört. Ich will dieses Jahr heiraten, möchte aber nicht so ein beklopptes weißes Kleid tragen und am liebsten überhaupt kein Kleid, das ich danach eh nie wieder anziehen werde. Was glaubst du, was ich dazu schon alles gehört habe? Manchmal komme ich mir vor wie ein Dekorationsgegenstand.
      Schnittblumen mag ich auch nicht. Topfblumen müssen aber auch nicht sein 😉

      LG
      Pia

      • Carina

        Oha, Heiraten ist auch so ein Reizthema, was viele Kommentare auslöst. Meistens haben Mutter und Schwiegermutter eigeneVorstellungen von der Hochzeit und üben entsprechend Druck aus. Letztendlich habe ich mich persönlich für ein dunkelblaues, relativ günstiges Kleid für meine Hochzeit entschieden und damit viele vor dem Kopf gestossen 😉
        Lass dich bloß nicht von anderen bequatschen bzw. reinreden. Vielleicht wäre ein schöner Hosenanzug eher was für dich?

        Trotzdem Glückwunsch zur Verlobung
        LG Carina

        • Pia

          Du bist meine Heldin 🙂 Finde ich super, dass du dich durchgesetzt hast.
          Nee, Hosenanzüge mag ich auch nicht. Ich denke es wird ein Kleid, aber was buntes, sommerliches.

      • Laura

        Hallo Pia,
        zum Thema Hochzeit kann ich auch ein Lied singen… mein Mann und ich haben Dezember 2014 geheiratet und damit ging es schon los
        „Wieso denn im Winter, es ist kalt und warum nicht im Sommer wo es schön ist?!“ Mit mehreren Versuchen erklärten wir das wir uns im Sommer nicht schwitzend irgendwo hinsetzen wollen und das es ja „nur“ das Standesamt ist die eigentliche Feier soll später stattfinden da es ja auch eine Geldfrage ist. Dann kamen die typischen fragen was für ein Kleid, was für eine Frisur etc etc. das ging solang das mein Mann und ich entschieden haben zum Standesamt zu gehen aber danach nur für uns sein zu wollen. Wir sagten der Familie zwar Bescheid das sie alle kommen können aber das sie nichts erwarten sollten.. weil es eben UNSER Tag sein sollte und wir es so machen wollten wie wir es wollen und damit ging das nächste Gemeckere los… Im Endeffekt liebe Pia standen mein Mann, ich und meine Nachbarin/gute Freundin beim Standesamt und glaube mir es war toll niemanden gefallen zu müssen wenn dann nur meinem Mann und ihm hat die Klamotte wohl gereicht die Scheidung ist noch nicht zur Tür hineingeflattert
        Was ich damit sagen will es ist euer Tag lass dich nicht beirren, die meisten Leute die sich dann noch angegriffen fühlen sollten vielleicht mal eher dann darüber nachdenken nicht anderen was aufdrängen zu wollen geschweigedenn an sich selbst denken, die meisten sind nämlich nur zum gucken da und in die Lage zu analysieren was denn alles so schlecht lief. In diesem Sinne genieße deinen/euren Tag.
        Liebe Grüße Laura

        • Pia

          Hallo Laura,

          Danke für deinen Kommentar, das hat mir wirklich Mut gemacht jetzt. Ich habe auch schon von vielen gehört „Das ist euer Tag, macht, was ihr wollt, ladet ein, wen ihr wollt, zieht an, was ihr wollt“, aber in Wahrheit ist das selten so gemeint. Ich bewundere es, dass ihr das so durchgezogen habt.

          LG
          Pia

  12. Hallo Pia,

    ich habe gestern meine letzten alten, aber sehr geliebten Sachen, gespendet. Zuerst war ich voller Euphorie, weil die zum Teil zehn Jahre alten Sachen schon ewig ungetragen in meinem Kleiderschrank hingen und ich nun beim jetzigen Umzug keine „Altlasten“ mehr mitnehmen wollte. Zu 99% hat das auch mit einem super Gefühl geklappt. Nun stelle ich aber fest, an diesen Kleidungsstücken hängt doch mein Herz mehr als ich dachte. Vermutlich eher an die Erinnerung als an dem Material. Mit einem Rock war ich beispielsweise mit meinem Mann das erste Mal aus und diese besondere Jeans hatte ich viele Jahre an und sie ist immer noch gut. Aber man verändert sich. Das bin ich alles nicht mehr. Warum es dann die ganze Zeit horten?

    Ich glaube loslassen ist nicht einfach. Auch wenn man es noch so engagiert tut.

    Liebe Grüße
    Maren

    • Wolf

      Die Erinnerung an diesen Tag ist in deinem kopf und deinem Herzen, nicht in deinem Rock. Sie wird bleiben, auch wenn das Objekt geht.

    • Pia

      Hallo Maren,

      So geht es mir auch immer wieder. Manchmal macht Loslassen auch einfach nur müde, dann muss man eben ein bisschen abwarten, bis man wieder Kraft hat, um weiter zu machen.

      LG
      Pia

  13. Wolf

    Ich bin nicht allzu „weiblich“, daher ging Kosmetik und Mode immer relativ an mir vorbei…
    Kindersachen fallen wohl unter „Sachen für Leute, die man lieb hat“ – und da kann man endlos Geld lassen, denn kleine liebevolle Geschenke geben macht glücklich.

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