Serie Ebook schreiben, Teil 2: Planen, plotten und formulieren

EbookSerie

Im zweiten Teil der Ebook-Serie geht es ums Schreiben. Dabei macht das nur den kleinsten Teil der Arbeit an einem Buch aus.
Unter der Arbeit eines Schriftstellers stellen sich viele Menschen einzig und allein das Schreiben vor. Wörter, Sätze, Kapitel und schließlich ganze Bücher fließen unaufhörlich aus den Fingern des Autors aufs Papier (ok, zuvor noch in eine Datei). Tatsächlich gehen einige Schriftsteller so vor, dass sie sich hinsetzen, auf den Kuss der Muße warten und dann einfach in die Tasten hauen. Stephen King ist angeblich ein sogenannter Discovery Writer. Andere Autoren planen ihre Texte jedoch sehr gut, sind also sogenannte Outliner. Mir persönlich gibt es Sicherheit, wenn ich einen Fahrplan für mein Buch habe. Wenn ich einen Urlaub in Paris machen möchte, setze ich mich ja auch nicht einfach ins Auto und fahre grob in Richtung Südwesten.

Vor der Planung eines Buches, egal ob Sachbuch oder Roman, steht natürlich eine gründliche Recherche. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man auch zwischendurch noch recherchieren muss. Denn man stößt immer wieder auf Aspekte eines Themas, zu denen man mehr Informationen braucht. Dennoch kann man erst planen, wenn man sein Thema kennt. Wie und wo man recherchiert hängt natürlich vom Text ab. Wenn ihr einen historischen Roman schreiben wollt, werdet ihr wohl um ein paar Besuchen in Archiven und Bibliotheken nicht herumkommen. IT-Themen lassen sich sicherlich auch ausschließlich im Internet recherchieren.

Je komplexer die Handlung, desto wichtiger ist ein detaillierter Plan

Ist die Recherche erledigt, legt ihr euren Fahrplan fest.
Sachbuch: Unterteilt euer Oberthema in Unterthemen, daraus entstehen dann die Kapitel. Beispielsweise wollt ihr ein Buch zur Erziehung von Rauhhaardackeln schreiben. Dann müsst ihr zunächst einmal auf die besonderen Charakterzüge dieser Hunderasse eingehen, auf die Eingewöhnung, erste Kommandos, verschiedene Arten der Konditionierung und welche beim Rauhhaardackel am besten wirken, Trainingspläne, Belohnungen, Dominanzverhalten, die wichtigsten Kommandos… Ihr wisst, worauf ich hinauswill. Entscheidet euch für fünf bis sieben Kapitel, bei längeren Büchern auch zehn. Diese teilt ihr wieder in Unterkapitel auf. Beispiel: Kapitel Eingewöhnung. Unterkapitel: Die Fahrt nach Hause. Wo ist mein Platz? Die ersten Tage im neuen Heim. Ein Familienmitglied werden usw…
Schreibt in Stichworten die Inhalte jedes einzelnen Kapitels auf. Dieses Konstrukt soll euch dann während des Schreibprozesses helfen. Ihr müsst es später noch einmal überarbeiten, weil die Arbeitstitel selten auch als Kapitelüberschriften taugen. Diese sollten interessant klingen, aber nicht zu viel vom Inhalt verrraten. Das Inhaltsverzeichnis ist gerade bei Ebooks besonders wichtig für den zukünftigen Leser.

Belletristik: Auch hier hilft ein Plan. Je verflochtener eure Handlungsstränge werden, desto mehr seid ihr auf euren Fahrplan angewiesen. Bei einem fiktiven Text spielen ganz andere Faktoren eine Rolle als bei einem Sachbuch. Der Leser möchte unterhalten werden, er möchte sich mit den Figuren identifizieren und sie durch spannende Abenteuer begleiten. Ihr solltet euch deshalb nicht nur auf die Handlung konzentrieren, sondern genauso stark auf die Figuren. Es gibt verschiedene Methoden, den Plot eines Buches zu konstruieren. Am besten schicke ich euch an diesem Punkt zu Menschen, die das besser erklärt haben, als ich es hier könnte. Guckt euch zum Beispiel die Schneeflocken-Methode an oder lest euch durch, was Marcus Johanus oder Stephan Waldtscheidt auf ihren Blogs zum Thema Plotting und Figurenentwicklung schreiben.

Legt euren Abgabetermin fest

Jetzt dürft ihr endlich mit dem Schreiben beginnen. Für mich ist da der schönste Teil der Arbeit. Man gelangt schnell in einen Flow. Das heißt: Es flutscht nur so. Wie viel ihr schreiben könnt und wollt hängt natürlich von vielen Faktoren ab. Der Zeit, die euch zur Verfügung steht, eurer persönlichen Schreibgeschwindigkeit, ob ihr ungestört arbeiten könnt. Und wie gut ihr vorbereitet seid. Gute Tricks, wie man seine Schreibzeit effektiver nutzen kann, gibt Richard Norden in seinem Buch Zeit zum Schreiben. Es hilft übrigens ungemein, sich ein Limit zu setzen. Wenn ihr nach ein paar Tagen wisst, wie schnell ihr vorankommen könnt, dann legt euren Abgabetermin fest. Der sollte realistisch sein und genug Pufferzeit beinhalten. Es kann immer etwas dazwischenkommen.

Welches Programm ihr zum Schreiben nutzt, ist übrigens ziemlich egal. Probiert ein paar aus und entscheidet euch dann für eins oder zwei. Ich nutze den Ommwriter, wenn ich konzentriert arbeiten will (diesen Text schreibe ich gerade auf einer weißen Oberfläche, dabei läuft Meditationsmusik…oh, ein Xenophon… und hat da gerade ein Wal gesungen?). Der Vorteil ist die Vollbildfunktion, die alle offenen Fenster und Email-Benachrichtigungen unterdrückt. Den fertigen Text kopiere ich in Word, weil dort die Korrektur-Funktion einfach klasse ist. Längere erzählende Texte mit verschiedenen Szenen und wechselnden Perspektiven schreibe ich in yWriter, weil man mit diesem Programm den Überblick über den Aufbau nicht so leicht verliert. Beide Programme sind in der Basisversion kostenlos. Ansonsten reicht auch Word vollkommen aus. Oder sogar der Editor. Ein Schreibprogramm ist immer nur Mittel zum Zweck. Noch ein kleiner Tipp am Rande: Zwischenspeichern ist zwar was für Feiglinge 😉 Gewöhnt euch trotzdem an, regelmäßig Strg+S zu drücken (Shortcut für Speichern, keine Ahnung wie das auf einem Mac funktioniert).

Genug erstmal. Meine Schreibzeit ist heute auch ein wenig begrenzt. Nächstes Mal geht es dann ums Überarbeiten.

Serie Ebook schreiben, Teil 1: Bevor ihr in die Tasten haut

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6 Kommentare

  1. Schöner Artikel zum Thema Schreiben. Interessanterweise ging ich bisher bei meinen (Sach-)Buch Projekten immer in der gleichen Weise vor.
    Zur Software: Ich nutze Scrivener, weil es sich genau an meine Vorstellungen von einem guten Schreibprogramm anpassen lässte und einen Vollbildmodus hat, der sich auch von den Farben und dem Aufbau her anpassen lässt. Ich persönlich mag den Schreibmaschinenmodus sehr gerne, weil dann der Text immer in der Mitte des Bildschirms bleibt.
    Zudem nutze ich eine alte Version von LibreOffice zusammen mit dem Korrektor von Duden, weil diese Rechtschreibprüfung um Welten besser ist, als die von Word. Leider gibt es keine neuen Versionen (aktuell 9) mehr für Libre-/OpenOffice. Aber die es tut seinen Job!

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