Serie Ebook schreiben, Teil 1: Bevor ihr in die Tasten haut

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Der Hinweis kam von Inka: Vielleicht würde es meine Leser interessieren, wie man ein Ebook schreibt. Von der Idee bis zur fertigen Datei im Onlineshop. Ein paar Wochen bin ich mit der Idee schwanger gegangen. Denn eigentlich gibt es schon genug Bücher und Blogbeiträge zu diesem Thema. Einige versprechen, dass sie das ultimative Geheimnis kennen, wie man mit einem Ebook Millionär wird. Das tue ich nicht. Ich werde euch in dieser kleinen Serie nur davon berichten, welche Erfahrungen ich mit dem Selfpublishing von Kindle-Ebooks gemacht habe. Vieles habe ich mir angelesen und ausprobiert, aber ich merke noch immer täglich: Versuch macht kluch. Was bei dem einen funktioniert, hilft dem anderen kein Stück weiter.

Ok, dann legen wir mal los. Um ein Ebook zu publizieren braucht ihr zunächst? Richtig, ein Manuskript. Bevor ihr mit dem Schreiben beginnen könnt, solltet ihr ein wenig Zeit in die Vorbereitung investieren. Darum geht es heute.

Warum ein Ebook im Selbstverlag?
Wenn ihr jemandem erzählt, dass ihr ein Ebook im Selbstverlag rausgebracht habt, werdet ihr auf verschiedene Reaktionen stoßen. Die einen sind baff: „Du hast ein Buch geschrieben? Wow!“ Über solche Kommentare freut man sich natürlich. Andere werden euch fragen, warum als Ebook und nicht als gedrucktes Buch (geht natürlich auch gleichzeitig, die meisten BOD-Verlage bieten das an, ebenso Amazon). Ebooks sind noch lange nicht so weit verbreitet, wie man nach ein paar Stunden auf einschlägigen Internetseiten vermutet. Mein Gefühl ist, dass besonders junge Menschen und Frauen auf diese Weise lesen. Je geringer die Scheu vor Smartphone, Tablets und E-Readern ist, desto begeisterter liest jemand Ebooks. Dennoch erreicht man nicht alle Leser und schließt einige Menschen so aus. Aber es gibt gute Gründe, ein Buch nur als Ebook zu publizieren:

  • Es ist einfach: Datei hochladen, verschlagworten, fertig. Den Vertrieb übernimmt der Anbieter.
  • Es ist günstig: Der Autor oder Verlag muss keine gedruckten Bücher auf Vorrat kaufen, er muss sie nicht an Buchhandlungen liefern oder einzelnen Kunden schicken.
  • Aktualisierungen sind jederzeit möglich: Findet ihr nach der Veröffentlichung trotz Testlesern und Lektor doch noch einen Fehler, korrigiert ihr ihn einfach im Manuskript und ladet dieses dann neu hoch. Ein Ebook lässt sich ganz einfach auf dem neuesten Stand halten, wenn sich irgendwelche Fakten geändert haben.
  • Weiterführende Links direkt im Buch: Sehr praktisch, wenn der Leser zu einem Detail mehr wissen möchte.

Jetzt habt ihr den kritischen Fragesteller fast auf eurer Seite. Aber eine Sache nagt noch an ihm: Warum habt ihr euer Buch selbst veröffentlicht? Wollte es kein Verlag haben?
Bei einigen Selfpublishern mag das der Fall sein. Ich habe von Anfang an gewusst, dass ich meine Bücher selbst verlegen möchte. In erster Linie deshalb, weil ich keine Lust auf Klinkenputzen habe. Ich möchte meine Texte nicht von irgendwelchen Programmchefs eines Verlages bewerten lassen, die sich jedem Trend hingeben, sondern nur von den Lesern. Verlage orientieren sich an dem, was bereits erfolgreich ist. Das sind momentan Vampirromane und vegane Kochbücher (zumindest ist das mein Gefühl). So wird ein und dasselbe Thema so lange neue aufbereitet, bis die Leser sich erschöpft einem neuen Trend zuwenden. Dabei fallen andere Themen oder Genres unter den Tisch. Deren Leserschaft wäre vielleicht kleiner gewesen, aber sie ist da. Selfpublisher können viel kleinere Nischen bedienen als große Verlage, da der Aufwand für die Erstellung eines Ebooks eher gering ist, also sich auch kleinere Auflagen lohnen. Sicherlich gibt es Menschen, die sich für die Zucht von Guppys begeistern. Ob diese Gruppe groß genug ist, um von einem Verlag als Lesepublikum ernst genommen zu werden, ist allerdings fraglich.
Erfolgreiche Selfpublisher werden übrigens oft von einem Verlag angesprochen, der ihr Buch verlegen möchte. Einmal Selfpublisher heißt also nicht immer Selfpublisher.

Last but not least: Ihr müsst keinem Verlag etwas von den Einnahmen aus dem Buchverkauf abgeben. Normalerweise erhält ein Verlagsautor 8-12 % vom Nettopreis. Ein Selfpublisher bekommt bei Amazon zwischen 35 und 70 Prozent, und wenn er seine Bücher über einen eigenen Shop verkauft sogar noch mehr. Auch wenn die Preise für selbstverlegte Ebooks meist niedriger liegen als die von Verlagstiteln, kann sich dieses Modell mehr als lohnen.

Ihr wisst also, ob ihr euer Buch einem Verlag anbieten oder es selbst verlegen sollt. Aber was für ein Buch wollt ihr schreiben?
Schwierige Frage. Wir unterscheiden der Einfachheit halber hier nur zwischen Sachbuch (Ratgeber, Fachbücher, Reiseführer, Fotobände, Anleitungen etc.) und Belletristik (Romane, Kurzgeschichten, Gedichte, Dramen, Thriller, Krimis, Erotik…). Egal, was ihr schreibt: Es muss gut sein und die Leser interessieren, also aktuell und/oder zeitlos sein.

  • Sachbuch: Sucht euch ein Thema, das euch interessiert. Wer keine Ahnung von Technik hat, sollte nicht über die Reparatur von VW-Oldtimern schreiben. Wer um jeden Kindergarten einen weiten Bogen macht, kann schlecht Erziehungstipps geben. Legt am besten eine Liste an mit den Dingen, die euch faszinieren, über die ihr immer wieder lest, die ihr täglich tut oder die ihr mit Freunden diskutiert. Grenzt euer Buchthema dann ein und startet eine kurze Recherche: Gibt es Blogs, Magazine und andere Bücher zu dem Thema? Wenn ja, lest besonders die Kommentar und Rezensionen. Welche Aspekte werde immer wieder aufgegriffen? Wie reagieren die Leser? Gibt es vielleicht aktuelle Entwicklungen oder Forschungsergebnisse zu eurem Thema? Informiert euch umfassend, darauf könnt ihr später aufbauen.
  • Belletristik: Auch Autoren von Romanen und Co. müssen die Schnittstelle zwischen dem eigenen Interesse und dem Interesse der Leser bzw. den Trends auf dem Buchmarkt kennen. Zunächst einmal müsst ihr schreiben, was ihr gerne lest, denn dort kennt ihr euch mit den Spielregelen am besten aus. Das Genre darf ruhig ein bisschen ausgefallen sein. Es gibt sogar Menschen, die Dinosaurier-Pornos lesen. Klingt ekelig, ist aber so. Legt euer Genre fest, dann geht es an die Recherche. Guckt euch den Buchmarkt an. Wie beliebt ist euer Genre zur Zeit? Hierbei unterscheiden sich der Printbuch und Ebook-Markt teilweise deutlich. Ebooks erlauben es, dass man auch erotische Geschichten (mit oder ohne Dinos) oder Groschenheftliteratur lesen kann, ohne dass die Mitmenschen beispielsweise in der Bahn es merken. Auch muss ein Ebook keinen Mindestumfang haben, weshalb auch Kurzgeschichten oder Gedichte in dieser Form wieder ihre Leser finden. Ihr werdet bald erkennen, was die Leser eures Genres von einem Buch erwarten. Gleichzeitig werdet ihr sehen, was ihr anders oder besser machen könnt als die anderen Autoren. Ihr müsst eure Nische einerseits bedienen, andererseits aus der Masse der Konkurrenzbücher hervorstechen, um aufzufallen.

Und da sind wir schon beim wichtigsten Punkt überhaupt: Wer sind eure Leser?
Manche Autoren schreiben das Buch ihres Lebens nur um dann zu erkennen, dass es keine Leser findet. Wenn ihr ein Buch veröffentlichen wollt, dann wollt ihr vor allem eines: Gelesen werden. Also schreibt für den Leser und nicht für euch. Kennt eure Leser. Einfacher gesagt, als getan.

Aber ihr habt ja schon einige Stunden recherchiert, da werdet ihr bereits ein Gefühl für die zukünftigen Käufer eurer Bücher bekommen haben. Sehr aufschlussreich sind hier Rezensionen. Legt euch Listen an und schreibt auf, was den Lesern eures Genres oder Themas an den bereits vorhandenen Büchern gefällt und was nicht. Ebenfalls sehr hilfreich sind Leserrunden oder Blogs zu eurem Thema. Auf die Idee für Minimalismus im Kleiderschrank: Entrümpeln und den eigenen Stil finden bin ich gekommen, weil Posts zu dem Thema regelmäßig in den „Meistgelesen-Listen“ eines Blogs auftauchten und immer besonders viele Kommentare erhielten. Ihr solltet jeden Ort aufsuchen, an dem sich eure potenziellen Leser zu Wort melden.

So weit, so gut. Die Vorbereitungsphase dürft ihr nicht unterschätzen. Je besser ihr euch mit eurem Thema, eurer Konkurrenz und besonders euren Lesern auskennt, desto leichter verkauft sich später euer Buch.

Im nächsten Teil der Serie geht es dann um den Aufbau eures Buches und ums Schreiben.

Und zu guter Letzt noch ein Linktipp zum Weiterlesen: Die Selfpublisherbibel von Matthias Matting.

Serie Ebook schreiben, Teil 2: Plane, plotten und formulieren

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10 Kommentare

  1. Lina

    Wirklich ein toller Artikel, wenn man das Selfpublishing mal angehen will.
    Und das mit den Dinosauriern ist wirklich sehr kurios….wie man auf solche Ideen kommt!
    Lg

    • PiaMester

      Das ist wirklich schräg. Da war wohl jemand zu oft im Naturkundemuseum 😉

  2. Cool, vielen Dank, dass du meine Idee aufgegriffen hast, Pia 🙂

    • PiaMester

      Danke dir für die Idee. Ich hoffe, das was ich schreibe ist auch anwendbar.

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