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Schneller zum Ziel

Mal ehrlich, wer träumt nicht vom ultimativen Life-Hack? Von der einen Kleinigkeit, die das ganze Leben verändern kann? Von der geheimen Stellschraube, mit der sich alles zum Besseren wenden lässt? Manche glauben, das sei ein Mythos. Wirklich?

In der 10. oder 11. Klasse hatte ich ein Jahr lang Sozialwissenschaften. Das war an unserer Schule ein Wahlfach. Ich weiß nicht mehr, was die Alternative war. SoWi war ziemlich öde und es ist nicht viel bei mir hängen geblieben. Nur eine Sache: Minimaliprinzip und Maximalprinzip.

Wenn du Wirtschaftswissenschaftler bist und meine folgenden Erklärungen dämlich findest, darfst du mich gerne in den Kommentare korrigieren. Ich möchte diese beiden Prinzipien auch nur als Beispiel nehmen für eine Denkweise.

Also:
Maximalprinzip bedeutet, mit dem gleichen Aufwand möglichst viel zu erzielen (10 Euro in einen Spielautomaten werfen und so viel wie möglich gewinnen).
Minimalprinzip bedeutet, ein vorgegebene Ergebnis mit möglichst wenig Aufwand zu erzielen (nur so viel Geld in einen Spielautomaten werfen, bis man Summe X gewonnen hat).

Oder eine andere Beschreibung für das Minimalprinzip:

Ein gutes Pferd springt so hoch, wie es muss.

 

Nenn mich faul oder unambitioniert, aber genau so denke ich. Gib mir ein Ziel und ich suche den kürzesten Weg. Ich laufe nicht so weit, bis mich meine Füße nicht mehr tragen, sondern nur bis zum Ziel.

Mit dieser Einstellung bin ich ja nicht alleine. Wer sind denn all die Menschen, die diese Life-Hack-Texte schreiben und lesen? Es gibt zig Tipps in Büchern und im Fernsehen und im Internet, wie man ein Ziel schneller und einfacher erreichen kann. Was haben die meisten Erfindungen für ein Ziel? Es uns einfacher zu machen. Uns Zeit und Aufwand zu sparen.

Es sich möglichst einfach machen zu wollen, ist also ein ziemlich verbreiteter Wunsch. Allerdings steht er unserer calvinistischen Einstellung manchmal im Weg. Denn wir hätten es zwar gerne einfach, aber da ist immer diese Stimme: „Ohne Fleiß kein Preis.“ „Ruh dich nicht auf deinen Lorbeeren aus.“ „Wer rastet, der rostet.“ „Blablabla“

Ok, lassen wir diesen gesellschaftlichen Zwiespalt mal außen vor. Ich bin also der festen Überzeugung, dass es für alles einen einfacheren Weg gibt. Eine Abkürzung. Wie gesagt, damit bin ich nicht alleine. Nehmen wir doch mal das Beispiel Abnehmen und Fitness. Es gibt immer wieder Menschen, die auf eine einzige Sache (Fett, Kohlenhydrate, Zucker, Alkohol, verarbeitete Lebensmittel, Fleisch, rotes Fleisch, Weißmehl, im Mondlicht nachgereifte Zitrusfrüchte…) verzichten und damit Zillionen Kilo abnehmen. Oder Menschen, die mit wenigen Minuten hochintensivem Training am Tag zum Adonis werden (Freeletics zum Beispiel, diese Foltermethode).

 

Geringer Aufwand, riesige Wirkung.

Aber es gibt da auch die Gegenbewegung. Die Leute, die das alles für Mumpitz halten und uns predigen, das wir nur mit dauerhafter Disziplin, Motivation und Anstrengung zum Ziel kommen. Die Leute, die sagen, es gäbe keine Abkürzungen. Oh ja, der Weg muss hart sein, barfuß über Kieselsteine und ohne Sonnencreme in der Mittagssonne, nur dann hat man es auch verdient, ein Ziel zu erreichen.

Schon wieder diese Stimmen.

Also, nochmal, weil das wollte ich ja grad schon sagen: Es gibt diese Abkürzungen. Warum sie also nicht auch benutzen?

Meine liebste Abkürzung ist ja das Pareto-Prinzip, von dem ich hier im Blog auch schon mal berichtet habe. Es geht dabei im Grunde darum, dass wir in vielen Lebensbereichen mit 20 Prozent des Aufwandes 80 Prozent aller Ergebnisse erzielen. Kleiner Aufwand, große Wirkung also. Das hat mich natürlich auch gleich angesprochen. Rückwirkend muss ich sagen, dass das für mich auch das Attraktive am Minimalismus war. Die Idee, sich von allem Unnützen zu trennen, bis nur noch das Wesentliche übrig bleibt. Die 20 Prozent, die einen wirklich glücklich machen.

Gerade habe ich das Buch „Living the 80/20 Way„* von Richard Koch gelesen, in dem es darum ging, wie man diese 20 Prozent findet und für sich nutzt. Der Autor schlägt folgende Vorgehensweise vor.

  1. Die 20 Prozent definieren: Am Entrümpelungs-Beispiel: Wie soll die Wohnung nach der Aktion aussehen? Wie möchtest du dich darin fühlen?
  2. Den Weg festlegen: Wie kommst du – natürlich möglichst einfach – zu deinem Ziel? Was musst du weggeben, damit du den größten Nutzen hast? Wie wirst du die Sachen am leichtesten los?
  3. Den ersten Schritt machen: Wie fängst du an? Am besten mit der Sache, die die größten Auswirkungen hat. Anstatt also die Kugelschreiber in der Klüngelschublade zu sortieren, könntest du erstmal die alten Möbel vom Dachboden wegwerfen. So hast du schnell große Ergebnisse.

 

Das 80/20-Prinzip liegt jedem dieser Schritte zugrunde. So einfach wie möglich so viel wie möglich bewirken.

Nun habe ich noch ein Buch zu dem Thema begonnen. Ich bin noch nicht ganz durch, aber es schlägt in dieselbe Kerbe wie das von Koch und geht sogar noch einen Schritt weiter: „The One Thing„* von Gary Keller.

Der Autor rät dazu, erst die 20 wichtigsten Prozent auszumachen und diese dann bis auf die eine allerwichtigste Sache herunterzubrechen. Die Konzentration auf eine Sache, so sagt er, sei die Lösung für alle unsere Probleme (klingt jetzt sehr pathetisch, ist meiner Meinung aber etwas dran). Oder einfach gesagt: Fokus, Fokus. Fokus.

 

Weniger ist mehr, oder?

Ich denke, dass uns diese Idee in vielen Lebensbereichen weiterbringen kann. Zum Beispiel bei der Tagesplanung: Anstatt sich die Tages-To-Do-Liste noch voller zu packen sollte man lieber überlegen, welche dieser Aufgaben einen am meisten bringt. Die wichtigsten Aufgaben sind ja oft nicht die dringendsten. Und die dringendsten selten die wirklich wichtigen.

Beispiel Essen: Welche Gerichte schmecken dir am besten und tun dir gut? Was ist so schlimm daran, sie immer wieder zu essen? Vielleicht sogar täglich?

Beispiel Lernen: Welche Dinge musst du wirklich können und beherrschen, um an dein Ziel zu kommen? (zum Beispiel um eine Prüfung zu bestehen)

Beispiel Freunde: Mit welchen Menschen umgibst du dich am liebsten? Warum nicht eine halbgare Freundschaft kündigen und dafür mehr Zeit mit den wirklichen Freunden verbringen?

Beispiel Unterhaltung und Hobbies: Was macht dir am meisten Spaß? Kannst du ein paar weniger spannende Aktivitäten streichen, um mehr Zeit für dein Lieblingshobby zu haben?

 

Minimaler Einsatz, maximales Glück eben.

 

Also für mich klingt das ziemlich logisch.

Und für dich? Hast du es schon mal erlebt, dass eine kleine Veränderung sehr viel gebracht hat? Wobei?

 

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14 Kommentare

  1. Hey Pia,

    ich wollte eigentlich ins Bett, aber nach ein paar Sätzen war dein Artikel dann doch so interessant, dass ich ihn fertig lesen wollte! 😀 Ich mag die Ironie, die du eingesetzt hast. 🙂

    Und ich bin ja sowieso ein riesen Fan von Hacks!

    Das Buch „The One Thing“ ist mir schon öfter begegnet, aber ich dachte immer, es geht dabei um die eigene Spezialisierung? Also dass man nur einer einzigen Profession möglichst für immer nachgehen sollte. Das hat mich immer abgeschreckt. Ich bin nämlich der Meinung, dass Abwechslung sehr gut ist. Du beleuchtest aber eine andere Seite, das macht es für mich viel interessanter: Geht es eigentlich um Fokus auf eine Aufgabe während eines Projektes?

    Liebe Grüße,
    Ronja

    • Pia

      Hallo Ronja,

      Ja, ich dachte zuerst auch, dass es in die Richtung geht: „Finde die eine Sache und bleibe dein Leben lang dabei.“
      Aber es geht vielmehr darum, immer wieder neu herauszufinden, was jetzt in diesem Moment die eine wichtigste Sache ist. Deshalb denke ich bringt einem das Buch auch etwas, wenn man sich nicht für 50 Jahr auf eine Aufgabe festlegen möchte.
      Ich bin aber noch nicht ganz durch 😉

      LG
      Pia

  2. Hallo Pia!

    Ich bin auch ein großer Fan von 80:20, das macht das Leben einfacher 🙂

    lg
    Maria

  3. Ich lebe das schon seit 25 Jahren mit den 20 %. Also deine letzten drei Beispiele. Manchmal langweilt es mich auch und ich quatsche fremde Leute an und belästige sie. Oder breche sonst irgendwie aus. Liegt auch daran, dass ich ein hochsensibles Persönchen bin. Ist für mich einfacher, immer das Gleiche zu essen, sehr uniformiert mein Minimalismus. Immer die gleichen Möbel, über Jahre immer wieder die gleichen Geräte. Z. B. eine Lampe die ich dann in allen Räumen habe. Ich kaufe mir auch 2 Monate lang fast dasselbe Essen für jede Woche und es wird mir nicht langweilig. Ist meinem Einkaufsmädchen auch schon aufgefallen. Wir können immer wieder den gleichen Einkaufszettel nehmen. Mit ein, zwei Veränderungen. Ich höre auch tagelang das gleiche Lied und es klingt immer wieder neu, schaue über Jahre die gleichen Filme und entdecke Neues. Umgebe mich nur mit Lieblingsmenschen, -klamotten. Hab vieles mehrfach. Acht mal das gleiche Shirt im Schrank. Mir spart das Energie. Ich muss keine neuen Entscheidungen treffen für so unwichtige Dinge. Bin der totale Monoesser. Immer das Gleiche über lange Zeit und einzeln.

    Liebe Grüße – Tanja

  4. Hallo Pia,

    ich finde ja, dass man eigentlich immer beide Prinzipien anwendet. Selbst wenn man mit möglichst wenig Ressourcen beginnt, strebt man für ebendiese ja immer noch das beste Ergebnis an:

    Ich möchte nur 20% meiner Zeit für Aufgabe X aufwenden, damit ich die restlichen 80% für mein persönliche Entfaltung nutzen kann.

    Ich hoffe, das ist jetzt nicht zu unverständlich ausgedrückt. ^^

    Lieber Gruß,
    Philipp

  5. Hallo Pia, ich lese schon lange deinen Blog und finde ihn klasse! Auch dieser Beitrag gefällt mir gut und spricht mir in vielem aus der Seele. Eine Sache hab ich allerdings beim Pareto-Prinzip nie verstanden: Wenn ich 100 Prozent erreichen will und ich schaffe 80 Prozent des Zieles mit 20 Prozent Aufwand, was ist dann mit den verbleibenden 20 Prozent? Brauche ich für die dann 80 Prozent, ist es also unterm Strich eh wieder dasselbe? Oder mach ich da einen Denkfehler? Beispiel Artikel schreiben: 80 Prozent schreiben sich so locker runter, entspricht 20% Arbeit, aber um ein bestimmtes Detail zu recherchieren, das nur 20% des Artikels ausmacht, brauche ich 80% Arbeitszeit. Nützt mir das Pareto-Prinzip also nur etwas, wenn ich nicht mehr als 80% erreichen will? Stehe da irgendwie auf der Leitung und bitte um Erklärung! Danke und liebe Grüße, Deine treue Leserin Susanne

    • Pia

      Hallo Susanne,

      Ja, genauso sehe ich es. Das Pareto-Prinzip funktioniert nur, wenn man bereit ist, auch mal auf die anstrengenden 20 Prozent zu verzichten. Für Perfektionisten ist es deshalb wohl nicht so geeignet.
      In deinem Beispiel würde ich mich fragen, ob dieses eine Detail wirklich so wichtig für den Text ist, dass es sich lohnt, so viel Energie in die Recherche zu investieren.

      LG
      Pia

      • Hallo Pia,

        danke für die schnelle Antwort! Dann werde ich das mal ausprobieren. Bei meinem Job als Texterin macht das durchaus an manchen Stellen Sinn.
        Allerdings hoffe ich, dass mein Zahnarzt 80/20 nicht anwendet, sondern ein absoluter Perfektionist ist. 😉

        Liebe Grüße
        Susanne

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