Noch einmal ganz von vorne anfangen

Manchmal träume ich davon, dass all meine Sachen verschwinden. Dass nichts mehr da ist und ich noch einmal ganz von vorne anfangen kann. Denn Entrümpeln ist so verdammt mühselig.

Wenn irgendwo ein Erdbeben stattfindet oder ein Haus abbrennt, liest man in den Medien manchmal den Satz: „Sie haben alles verloren.“ Da stehen Menschen vor den Scherben ihrer Existenz, ihr Besitz ist verbrannt oder verschüttet oder weggespült, und wissen nicht weiter. Solche Unglücke sind furchtbar und ich möchte sie niemandem wünschen. Denn meistens liegen unter den Trümmern auch Menschen und die finanziellen Schäden sind enorm. Doch manchmal stelle ich mir vor, wie es mir ginge, wenn ich alles verlieren würde. Wäre ich traurig? Oder ich vielleicht sogar erleichtert? Was würde ich vermissen? (Die klassische Frage: Was würde ich aus einem brennenden Haus retten?)

Es gibt ja auch Szenarien, die weniger brutal und verheerend sind. Beispielsweise wenn mir jemand einen aufregenden Job in einem genialen Land anbieten würde. Oder ich eine Weltreise gewonnen hätte und ich nur wenige Tage Zeit hätte, um all meinen Besitz auf den Inhalt eines Koffers zu schrumpfen. So ging es der amerikanischen Bloggerin Francine Jay, besser bekannt als Miss Minimalist. Sie zog mit ihrem Mann von den USA nach Großbritannien, verkaufte dafür ihren gesamten Besitz und behielt nur die Dinge, die ihr wirklich wichtig waren (wie ihren Laptop, den wollte ich auch nicht missen).

Der Vorteil an diesem Szenario: Ich wäre gezwungen, mich von meinem Gerümpel zu trennen. Ja, ich hätte endlich die Erlaubnis, diese ganzen Könnte-man-nochmal-gebrauchen-Teile und Da-hänge-ich-dran-Gegenstände wegzugeben. Entrümpeln kann nämlich verdammt anstrengend und zeitraubend sein, wenn man eigentlich genug Platz und auch sonst keine Not hat, seinen Kram irgendwie loszuwerden. Erst muss man entscheiden, was man wirklich noch braucht, was oft ein emotionaler Kraftakt ist. Und dann muss man die Sachen irgendwie verkaufen oder verschenken oder entsorgen. Das Schlimmste dabei ist dieser nagende Gedanke im Hinterkopf: „Was, wenn ich diese Entscheidung nächste Woche bereue?“ Wie viele Gegenstände habe ich schon zig Mal in die Hand genommen und dann doch wieder zurückgelegt, weil die Zweifel stärker waren als der Wunsch nach freiem Platz? Deshalb träume ich manchmal davon, wie jemand mir eine Reisetasche und zwei Kartons vor die Nase stellt mit den Worten: „Du darfst nur behalten, was dort hinein passt.“ Und mir so die Entscheidung für oder gegen meinen Krempel abnimmt.

Danach, wenn all mein Besitz verschwunden ist und ich einen angemessenen Gegenwert in bar in der Hand halte, könnte ich mich mit dem Wissen von heute neu einrichten. Nur das kaufen, was ich wirklich benötige und was mir gefällt. Nichts Überflüssiges mehr in meine Wohnung lassen. Ich würde nur Dinge besitzen, die ich brauche, benutze und mag. Was für eine schöne Vorstellung!

Träumst du auch manchmal davon, dass du noch einmal ganz von vorne anfangen könntest? Oder hast du das vielleicht schon erlebt?

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29 Kommentare

  1. Hallo Pia,

    eine interessante Vorstellung bzw. Fragestellung.
    So „extrem“ hab ich mich das noch nicht gefragt. Allerdings hab ich mir ganz fest vorgenommen, unseren anstehenden Umzug im April/Mai 2015 durch halb Deutschland als Anlass zu nehmen, extrem auszumisten! Da wir mit 8 Stunden (Umzugs)Fahrt nur einmal fahren werden, soll so wenig wie möglich mit. Seit der Umzug feststeht, sortieren wir Schritt für Schirtt aus und stellen immer wieder fest, dass es wirklich sehr befreiend ist.

    Ich bin aber selbst sehr gespannt, von wie vielen Dinge wir uns dann letztendlich wirklich verabschieden…

    LG Nadine
    NaLos_MehrBlick

  2. Ina

    Liebe Pia,
    Interessanter Post. Ich würde zwar ungern alles verlieren, dennoch finde ich den Gedanken neuanzufangen sehr reizvoll.
    Demnächst steht wohl auch nochmal ein Umzug an, was zwar auch noch dauern kann, aber ich nehme mir immer mal wieder was vor.
    Ich bin am überlegen, ob ich dieses „Umzugsexperiment“ mal ausprobieren soll. Alles einpacken und nur das herausholen was man benötigt.
    Hast du das schonmal ausprobiert?

    Liebe Grüsse
    Ina

  3. Linda

    Hallo Pia,
    es ist wirklich anstrengend zu entrümpeln. Manchmal habe ich auch schon gedacht, wie es wäre neu anzufangen. Leider ziehe ich nicht mehr um und heute war ich überfordert und dachte, ich hätte gefühlte 500.000 Gegenstände und das was ich wegbekomme ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Um ein paar Sachen würde es mir schon leid tun, wenn es bei mir brennen würde oder sonstige Katastrophe passieren würde. Alles andere kann man neu besorgen. Bei der nächsten Renovierung könnte ich mal alles einpacken und dann nur das rausholen, was ich brauche. Aber das wird nur Zimmerweise passieren.

  4. Mein persönliches Ziel wäre mein 40l Rucksack. Mir ist allerdings bewusst, dass das utopisch ist.

    Obwohl ich häufig umziehe, sammeln sich durch Projekte und das Verweilen an einem Ort immer wieder Sachen an, die ich dann wieder abgebe. Ebenso suche ich mir an jedem neuen Ort, an dem ich ein Stück bleibe, erneut meine Gewürze in Gläsern zusammen.

    Solche Beispiele wie in dem Video hier ab 0:52 empfinde ich da eher als Ausnahme, denn was der Herr im Winter trägt, zeigt der Film nicht: https://www.youtube.com/watch?v=0AH-byVfivE

    Und dann schwebt mir natürlich vor Augen, dass eines Tages der Zeitpunkt kommen mag, an dem ich mir irgendwo auf der Welt eine sogenannte „Homebase“ anmiete und ich da natürlich nicht so viel Zeug haben mag. Aber bis dahin ist ja noch eine Weile Zeit. 🙂

    Und nun noch zu dir! 🙂 Du bist ja schon eine Weile am entrümpeln und bereits sensibilisierter, was die Neuanschaffung von Dingen betrifft. Dinge gehen kaputt, insofern ist es nur eine Frage der Zeit, bis du so eingerichtet bist, wie du es möchtest. Wenn dir das nicht schnell genug ist, kannst du

    a) brandstiften. (nicht empfehlenswert, schlechtes Karma)
    b) darauf warten, dass dir jemand zwei Kisten hinstellt. (kann unter Umständen länger dauern, als dass Dinge kaputt gehen)
    c) dir selbst zwei Kisten hinstellen. (gutes Karma + sofort umsetzbar 🙂 )

    Lieber Gruß,
    Philipp

    • PiaMester

      Hallo Philipp,

      Du hast natürlich recht. Leider gehen die Dinge am ehesten kaputt, die man gerne und oft benutzt.
      Irgendwo hab ich noch zwei Kisten. Ich glaub, die hole ich wirklich mal raus 😉

      LG
      Pia

  5. Hallo Pia!

    Ich habe voriges Jahr ausgemalt und bei der Gelegenheit wirklich alles leer räumen müssen.

    Das hat echt eine große Veränderung gebracht. Wenn Du eh schon mal jedes Ding in der Hand hast, dann überlegst Du es Dir 5 x ob Du es echt wieder zurück räumst.

    Also „soft-variante“ zu „Haus abbrennen“ sehr empfehlenswert!

    lg
    Maria

    • PiaMester

      Hallo Maria,

      Hmmm, wir könnten hier auch mal wieder streichen, stelle ich gerade fest 😉

      LG
      Pia

  6. Liebe Pia, ich habe mir vorgenommen, im Neuen Jahr den Konsum runterzuschrauben. Hab kürzlich einen Bericht im TV gesehen, von einer Frau, die ein Jahr lang dem Konsum entsagt hat. Vollständige Entsagung werde ich wohl nicht schaffen 🙂 Aber ich möchte vor allem meine Aktivitäten in Sache Shopping deutlich verringern. Drück mir die Daumen! Liebe Grüße Carola

    • PiaMester

      Hallo Carola,

      Das schaffst du! Ganz sicher!
      Hat sich in deine Groschenromane eigentlich schon einmal eine Shoppingsüchtige verirrt? Die eine heiße Affäre mit ihrem Bankberater beginnt, damit der sie nicht bei ihrem reichen, aber arroganten und selbstgefälligen Ehemann verpfeifft?

      LG
      Pia

  7. Hab’s 2013 RIGOROS getan. Kann es nur empfehlen. Wenn du den Neuanfang willst. 2014 hab ich nur noch Sachen optimiert, also ausgewechselt. Außer 2 Paar Schuhe ist nix Neues dazu gekommen.

    • PiaMester

      Hallo Tanja,

      Und wie genau hast du das gemacht? Kannst du da nicht mal was bei den Minimamusen drüber schreiben? Würde bestimmt viele Leute interessieren.

      LG
      Pia

  8. Tatsächlich ist das eines meiner LIeblingsgedankenexperimente. Ich finde die Idee grandios, wie ich wohl reagieren würde, wenn es tatsächlich so wäre? Ein paar Dinge würde ich schon vermissen. Und mich würds wirklich nerven, sämtliche Unterlagen neu beantragen zu müssen, sowas kostet Zeit und Nerven, aber ist dann ja auch nur einmal. Hm.
    Hilf wohl nur einfach weiter auszumisten, ne? 😀
    Guten Rutsch!!!

    • PiaMester

      Hm, man könnte ja auch die Sachen, die man wirklich behalten will, einpacken und ein Wochenende wegfahren. Und dann beauftragt man jemand anderen, den ganzen Kram bei einem Hausflohmarkt zu Geld zu machen. Oder man lässt einfach die Haustür auf und hofft auf gierige Einbrecher.
      Dir auch einen guten Rutsch! Geht ja jetzt, wo ihr Schnee habt, oder?

  9. Wäre echt mal eine Idee das auszuprobieren – bzw. eigentlich habe ich das schon. Bin vor Jahren für viereinhalb Monate nach Warschau und konnte nur das mitnehmen, was ich selbst tragen konnte. Ein Reiserucksack, eine kleine Sporttasche, einen kleinen Trolli und einen normalen Rucksack. Ich hatte immer genug, habe überhaupt keine Anziehsachen oder sonst was vermisst.
    Meine Sachen (nicht so viele, weniger als zehn Umzugskisten), waren in der Zeit im Keller von zwei Freundinnen zwischen gelagert. Die Küchensachen habe ich natürlich wieder gebraucht und benutzt, aber der Rest hätte vermutlich ebenso gut weg gekonnt. Leider hat es damals noch keinen Gedankenprozess bei mir in Gang gesetzt, wenn ja, hätte ich Geld gespart und mir in den Folgejahren wesentlich weniger Kram gekauft, denn ich jetzt in den letzten Jahren ausgemistet habe :o)

    Was würdest du denn mitnehmen?
    lg Nanne

    • PiaMester

      Hallo Nanne,

      Ist ja witzig, dass du das erzählst. Jetzt fällt mir ein, dass ich das auch schon einmal gemacht habe. War mal einen Monat in Brüssel und bin mit dem Zug angereist. An einer Reisetasche hatte ich mehr als genug zu schleppen. Aber es hat gereicht, einige Kleidungsstücke habe ich überhaupt nicht angezogen in den vier Wochen. Damals habe ich aber auch noch nicht erkannt, was das eigentlich für eine Chance war 😉
      Hm, was würde ich mitnehmen? Alles, was schwer wieder zu besorgen wäre oder viele persönliche Daten enthält. Also wichtige Unterlagen, Personalausweis, Führerschein und Co., meinen Laptop, das Smartphone. Im Grunde genommen könnte ich mir alles andere schnell neu besorgen.

      Und du?

      LG
      Pia

  10. christine

    Was kaum jemand wieder beschaffen kann, sind private Fotos. Diese „muss“ man mitnehmen, weil sie sonst unwiederbringlich verloren sind. Auch andere Erinnerungsstücke, die nicht mehr hergestellt werden oder aus Familienbesitz stammen, sollten bei Tragbarkeit mit, z.B. Schmuck, Bücher, einzelne Geschirrteile oder kleine Dekorationsartikel wie Engel aus dem Erzgebirge. Wichtige Unterlage wie alte Zeugnisse, Urkunden für Grundstücke oder Verträge dürfen auch mit – sie sind ersetzbar, aber meist ziemlich umständlich.
    Alles andere wie Kleidung, Bettwäsche, Möbel, Geschirr, Besteck, Teppiche und Bastelmaterial ist ruckzuck ersetzt. Deshalb sind Reisen mit begrenztem Gepäck so augenöffnend: So viele Dinge braucht ein Mensch eben doch nicht.

  11. Also, mir helfen immer konkrete Zahlen und mir Limits zu setzen: Wie sieht mein Leben gerade aus und was brauche ich dafür? Was will ich besitzen und wie viel davon? Und dann eine klare Zieldefinition.

    Eine war z. B. (nicht lachen): Ich will 10 schwarze Fineliner besitzen und 3 rote. 2 Radiergummi, 2 Linkshänderstifte, 2 Bleistifte, 2 Spitzer, verteilt auf 3 Zimmer. Der Rest wird entsorgt oder verschenkt.

    7 Paar Schuhe, 4 Schals, 1 Handtasche, 1 Rucksack. Bei mir geht es wirklich nur mit Zahlen. Und schauen, ob ich mit dem Wenigen auskomme und auf Dauer glücklich bin oder mir was fehlt. Sonst wieder aufstocken. Soll ja kein Verzicht oder Askese sein. Sondern das Leben vereinfachen.

  12. Aloha Pia!
    Also meine Wunschvorstellung geht meist etwas zerstörerischer und verschwenderischer von statten-ich träume nämlich oft von so einem großen Bauschuttcontainer unterm Fenster, in den ich dann alles mit voller Wucht reindonnere. Und dann vielleicht noch anzünde. 🙂
    Aber in der Realität wäre das doch ein zu einfacher Weg. Ich denke, wir müssen diesen Prozess von vorne bis hinten bewusst durchlaufen, mit allen emotionalen Fallstricken, damit wir am Ende wirklich „geheilt“ daraus vorgehen. Wer weiß, vielleicht würdest Du am Ende doch wieder Sachen anhäufen, unbewusst?
    LG

    • PiaMester

      Hallo Hummel,

      Oh ja, ein Bauschuttcontainer, so wie beim Trödeltrupp 😉

      LG
      Pia

  13. Damaris

    Liebe Pia!
    ich verstehe was du meinst… das gezwugnen zu werden neu anzufangen.
    ich ziehe gerade um…und es ist scary. ich versuch auf 2 Koffer + Handgepaeck zu reduzieren da ich fliegen muss mit dem ganzen Graffi aber es ist WIRKLICH schwer!

  14. Ralf

    Unzählige Male erlebt, durch Hausbrand, durch Umzüge… Und dennoch sammelt sich das „Messie-Zeugs“ immer und immer wieder an – so schnell kann man gar nicht schauen!

    Gerade bei den Umzügen kam immer wieder der Punkt, an welchem man sich entscheiden mußte. Da wir unsere Umzüge immer über etliche Wochen und Monate hinweg durchführten, war dennoch eines Tages der Punkt erreicht, an welchem wir nicht mehr abwogen, ob dieses oder jenes mitkommt: Der Rest wurde einfach nach Notwendigkeit eingepackt oder entsorgt.

    Vom letzten Umzug – dieser liegt nun 8 Jahre zurück – haben wir immer noch mehr als ein ganzes Zimmer voller unausgepackter Umzugskisten und Möbel belegt. Ich schwöre, daß die noch in 2015 komplett rausfliegen!

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