Sobald das Überflüssige entfernt ist, kommen die wirklich wichtigen Dinge zum Vorschein. Quelle: © Krugloff - Fotolia.com

Nicht was wir loslassen, sondern was wir behalten zählt

Im Minimalismus geht es darum, Dinge loszuwerden, richtig? Falsch. Sobald man sich mit dem Thema auseinandersetzt beginnt man zwar automatisch damit, sein Umfeld und sein Leben zu entrümpeln. Manchmal wird Minimalismus so aufs bloße Ausmisten reduziert. Wichtig ist aber nicht, was wir loslassen. Sondern was wir behalten.

Vielleicht fragst du dich auch manchmal, was das mit dem Minimalismus und dem Loswerden bzw. Loslassen eigentlich soll. Du hast ein unbestimmtes Gefühl, dass dir alles zu viel und zu kompliziert ist. Du sehnst dich nach Einfachheit. Aber warum? Wahrscheinlich weil du herausfinden willst, was wirklich zählt in deinem Leben. Denn das Dumme am Leben ist: Es ist irgendwann vorbei, egal, wie sehr wir uns auch dagegen wehren. Deshalb sollten wir wissen, wie wir es füllen wollen, bevor es zu Ende ist (und 80 Jahre können ganz schön schnell rum sein).

In den letzten Jahren habe ich kistenweise überflüssigen Kram aus meiner Wohnung geschleppt: Klamotten, Dekoartikel, Accessoires, Bücher, Studienunterlagen… Mit jeder Kiste wurde mir leichter ums Herz. Ich habe überlegt, was ich sonst noch loswerden möchte: Ungeliebte Verpflichtungen und Aufgaben, einseitige Abhängigkeiten, Vorstellungen und Erwartungen. Lange dachte ich, es geht dabei ums Loslassen. Aber das stimmt nicht. Es geht darum, was unter dem Berg an Überflüssigem versteckt ist. Darum, was am Ende übrig bleibt.

Am Anfang fällt einem das Loslassen noch leicht

Manchmal kam ich mir dabei vor wie ein Archäologe. Erst habe ich überlegt, wo ich graben möchte: Ich habe die Bereiche meines Lebens betrachtet und mit den vielversprechendsten Hügeln angefangen. Dann habe ich mir eine Schaufel besorgt und losgelegt, Schicht für Schicht, Stein für Stein habe ich entfernt. Für die letzte feine Staubschicht brauche ich jetzt einen Pinsel. Mit jedem Schritt werde ich langsamer, schaffe ich weniger Geröll zur Seite, komme meinem Ziel aber immer näher. Wie genau das aussieht, weiß ich allerdings noch nicht. Das ist die Überraschung.

Minimalismus ist ein Instrument, mit dem wir Platz schaffen. Wir schaufeln uns Lebenszeit frei, die wir mit den Menschen, Erlebnissen und Dingen füllen sollten, die uns wirklich glücklich machen. Und welche das sind, finden wir heraus, wenn wir am Boden der Grube angelangt sind.

Was sind deine Erfahrungen mit dem Entrümpeln und Loslassen? Wie hast du herausgefunden, womit du deine Zeit füllen möchtest?

Mehr Tipps und Inspirationen, wie du dein Leben entrümpelst, bekommst du in meinem Buch „Minimalismus: Weniger besitzen. Mehr leben.“ 

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13 Kommentare

  1. barbara

    Dein Satz „Wichtig ist aber nicht, was wir loslassen. Sondern was wir behalten.“ ist toll. Damit ist eigentlich alles gesagt.
    Da ich nie viel besessen habe, gab es bei mir nie die großen Ausmistaktionen. Klamotten habe ich wenige und da wird nebenbei immer mal wieder aussortiert. Wenn eine Tüte voll ist, bring ich sie zum Second-Hand-Shop. Das einzig „Große“, was ich in den letzten Monaten angegriffen habe, war mein Bücherregal. Hier hab ich rigoros ausgemistet und weggegeben. Habe noch ein paar Lieblingsbücher und Kinder- und Jugendbücher behalten. Ich habe die Bibliothek wieder entdeckt und bin seitdem wieder ein intensiver Nutzer dieser. Mit Dingen oder Gegenständen hatte ich nie meine Probleme.
    Was ich jetzt verstärkt angehe, ist die Veränderung von Verhaltensweisen oder Gewohnheiten, mit denen ich unzufrieden bin. Ich möchte mir Gewohnheiten aneignen, bei denen ich weiß, dass sie mir gut tun und wichtig für mich sind.

  2. Hallo Pia,

    was ich noch nicht verstanden hab: War denn dieser Dachboden, den du aufgeräumt hast, bei deinen Eltern? Oder bist du mit Waldorfpuppen und so was mehrmals umgezogen und hast das immer alles mit dir rumgeschleppt? Ich dachte immer: Sie will ein Kind und räumt ihre Kindheit weg. 🙂
    Was mich noch berufsbezogen interessiert: Wie du dir Prioritäten setzt. Also wenn‘ s mal hektischer zu geht. Wir haben an der selben Uni studiert. Nur sehr zeitversetzt! 🙂

    Was bleibt? Um den Bogen zum Ausgangsthema zu kriegen: 20%. 80% % der Dinge benutzt man nicht. Es geht also nur noch ums Optimieren. Multifunktionale Dinge finden und so was. Mit dem Schall leben und teilweise auch mit der Ungemütlichkeit. Wobei ich keine Möbel besitzen nicht darunter verstehe. Gerade auf you tube gesehen. Auf dem Boden leben, will ich auch nicht. Ist auch nix für den Rücken.

    Liebe Grüße – Tanja

    • PiaMester

      Hallo Tanja,

      Dieser Dachboden, unsäglicher nerviger Stauraum, ist in/über meiner jetzigen Wohnung. Die Puppen habe ich so mit 12 selber hergestellt, war mal so ein kurzzeitiges Hobby von mir. Als ich zum Studium in deine Stadt gezogen bin (ich hab in der Oberstadt gelebt, wir sind uns bestimmt mal über den Weg gelaufen :)) hab ich den Kram einfach bei meinen Eltern gelassen. Aber danach hat meine Mutter mir alles Sack für Sack wieder mitgebracht. Um mich an meine Kindheit zu erinnern, die übrigens ziemlich schön war, brauche ich aber weder die Puppen noch Kindergartenbasteleien noch sonst irgendwelche Erinnerungsstücke. Ich glaube sowas ist eher Erinnerungsstütze für die Eltern als für die Kinder.
      Prioritäten? Gute Frage. Ich arbeite da nach Deadline, was zuerst weg muss, wird zuerst gemacht. Und wie machst du das?
      Das Youtube-Video hab ich auch gesehen 😉 Japanische Häuser haben auch keine Möbel und sind trotzdem gemütlich.

      LG
      Pia

  3. Liebe Pia,
    ich möchte heute einfach mal sagen, dass ich deine Beiträge herzerfrischend finde. Sie sind klar und leicht verständlich mit tiefem Sinn und Unterhaltungscharakter. Das macht es so schön, sie zu lesen. Danke!
    Danke auch für die Tipps, für Deine Offenheit.
    Freue mich auf jeden weiteren Beitrag.
    Hab schöne Ostertage.

    Herzliche Grüße
    Angelika

    • Pia

      Hallo Angelika,

      Vielen Dank! Freut mich riesig, dass du hier gerne mitliest 🙂

      Dir auch noch schöne Restostern!

      LG
      Pia

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