Neues Projekt: Mein ökologischer Fußabdruck

Die Ressourcen des Planeten gehen zur Neige, weil wir (die Menschen) mehr verbrauchen, als die Erde nachlegen kann. Würden die gesamte Weltbevölkerung so leben wie die Deutschen, bräuchten wir die Ressourcen von 2,6 Erden. Das war gestern eine ziemlich kleine Schlagzeile. Ehrlich gesagt: Mir macht das Angst. Eher früher oder später kollabiert hier alles und wir sehen das mit offenen Augen kommen. Allerdings glaube ich auch, dass es längst zu spät ist, um das noch abzuwenden. Was soll man als Einzelner also tun? Ich könnte mich mit einem Pappschild auf die Kölner Domplatte stellen und den Weltuntergang ankündigen. Ich könnte auch in eine Höhle ziehen und von selbst gesammelten Kräutern und Beeren leben. Oder ich sage einfach: Scheiß drauf, ich kann nix daran ändern, ich lebe einfach so weiter wie bisher! Alles doof, irgendwie. Es muss doch einen Mittelweg geben. Ein bisschen Weltrettung geht doch sicher auch ohne gleich alles aufzugeben?

Zeit , dass sich was ändert

Mein ökologischer Fußabdruck (den könnt ihr übrigens hier berechnen) beträgt 5,1 ha. Das ist laut der Tester exakt der deutsche Durchschnitt. Würden nur Pias auf der Welt leben, bräuchten wir 2,83 Erden (beim deutschen Durchschnitt sind sich WWF und BUND offenbar nicht einig). Das ist verdammt viel und ich schäme mich. Ich möchte etwas daran ändern. Vor ein paar Jahren habe ich das Buch „Nackt schlafen ist bio: Eine Öko-Zynikerin findet ihr Grünes Gewissen und die große Liebe„* von Vanessa Farquharson gelesen. Die Autorin hat ein Jahr lang jeden Tag eine Kleinigkeit verändert und so ihr Leben umweltfreundlicher gestaltet. Das hat sie auf ihrem Blog dokumentiert. Am Ende kam sie ganz schön ins Schwitzen, so viele Dinge musste sie mittlerweile beachten. Die Idee – das fand ich schon damals – ist echt gut. Steter Tropfen höhlt den Stein, kann er auch die Welt retten?

Deshalb habe ich mir gedacht, ich starte eine neue Challenge (hach, dieses Wort!), ein neues Projekt, das ihr hier in den kommenden 52 Wochen jeden Montag anstatt „7 Tage, 7 Dinge“ nachlesen könnt: Ich möchte meinen ökologischen Fußabdruck so weit verringern, dass ich nur noch 2 Erden verbrauchen würde. Ist immer noch kein Quantensprung, aber auf Höhle und Heidelbeeren habe ich einfach keinen Bock.

Womit fange ich an? Hey, heute ist Welt-Vegetariertag! Was für ein Wink des Schicksals! Also, ab heute esse ich kein Fleisch mehr, probeweise für einen Monat. (Sorry, Schatz, schon wieder so ein Weltverbesserkram, ich weiß ;))

Wer macht mit? Habt ihr ein paar Ideen für mich, wie ich meinem Ziel näher komme?

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*Affiliate-Link zu Amazon. Wer dort nicht kaufen will, einfach Rechtsklick „Google Suche“ und das Buch woanders bestellen. Oder zum Buchhändler gehen.

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20 Kommentare

  1. Svea

    Liebe Pia, ich finde es eine wirklich schöne Idee und werde dein Projekt gerne verfolgen (Challenge ist wirklich kein gutes Wort). Ich bin auf 2,81 ha gekommen… Da sollte ich auf jeden Fall über meinen Konsum nachdenken, der hat einen Anteil von 37 %. Also werde ich mich da mal spontan anschließen und bewusster einkaufen! Und in anderen Bereichen lässt sich mit Sicherheit auch noch was machen… 😉

    • PiaMester

      Hallo Svea,

      Schön, dass du dabei bist! 2,81 ha? Wie hast du das denn gemacht? In welchen Bereichen bist du denn so gut, dass du auf so einen niedrigen Wert kommst? Respekt!

      • Svea

        Ich habe kein eigenes Auto, weil ich es sehr anstrengend finde, mich über ständig steigende Benzinpreise, Reparaturen oder Reifenwechsel aufzuregen und auch nie darauf angewiesen war. Da ist die nicht vorhandene Pünktlichkeit der Bahn irgendwie weniger Nervenaufreibend. Wir wohnen in einem Niedrigenergie-Haus (hatten halt Glück bei der Wohnungssuche), haben überall Energiesparlampen bzw. LED-Leuchtmittel. Ich trinke zuhause nur gefiltertes Leitungswasser (von Wasser mit Kohlensäure kann ich nicht so viel trinken).
        Beim Fisch darf er auch gar nicht ran, da achte ich sehr auf nachhaltige Fischerei, ich finde den Gedanken an überfischte „leere“ Meere irgendwie unheimlich… 😉
        Wir haben bei meiner ehemaligen Arbeitsstelle eine Umweltzertifizierung durchgeführt, die ich mitbegleitet habe. Dadurch konnte ich mich schon viel mit dem Thema beschäftigen und ich kann mich auch mit Freunden darüber unterhalten, man bekommt neue Anregungen aber eben keinen Vorwurf, dass man nicht von heute auf morgen die Welt rettet.

  2. Hallo Pia,
    auch als eher sonst stille Leserin, möchte ich mich nun einmal melden. Denn diese Nachrichten schocken mich genauso. Ich bin auch der Meinung, dass es nicht mehr aufzuhalten ist, dafür haben wir einfach zuviel in Gang gesetzt. Ich finde aber auch nicht, das wir damit nicht alle Verantwortung von uns schieben können und einfach versuchen müssen was noch geht. Wir haben uns diese Erde für eine Weile ausgeliehen und behandeln sie so ignorant. Ein Buch aus der Bücherei hegen und pflegen wir doch auch, weil wir keine Strafe zahlen wollen bei Beschädigungen. Aber bei der Erde scheint es vielen einfach egal zu sein. Ja der Vergleich ist nicht gut, mir fiel nichts besseres ein. Ich finde deine Idee mit der Challenge auch gut und werde mir da auch mal meine Gedanken weiter zu machen. Den Test habe ich auch gemacht, mein ökologischer Fußabdruck ist 3,26 Hektar groß und ich brauche 1,81 Erden.

    • PiaMester

      Hallo Ina,

      Das mit dem Buch aus der Bücherei ist ein schöner Vergleich.

  3. Wow spannender Test ich bin auf 4.05 gekommen. Da gäbe es noch viel Luft nach unten. Ich freue mich auf deine zukünftigen Challenges. Da ich sowieso praktisch kein Fleisch esse, ist es für mich diesmal eine leichte Aufgabe.

    Liebe Grüsse
    sarah

    • PiaMester

      Hallo Sarah,

      Kein Fleisch essen ist jetzt auch keine besonders große Überwindung für mich. Ich wollte erstmal mit etwas einfachem anfangen 😉

  4. Fleisch esse ich nicht, meist esse ich vegan und sogar roh, aber dennoch verbrauche ich einfach zu viel. Auf mein Auto kann ich hier auf dem Land nicht verzichten, dann komme ich gar nicht mehr zur Arbeit. Auch Fahrgemeinschaften sind unrealistisch, leider.
    Mein Tipp: klein und einfach anfangen, damit man nicht gleich vor ner unüberwindbaren Mauer steht 🙂

    Leider denke ich daß es trotzdem unaufhaltbar ist, und das macht mir Angst. Dennoch gebe ich nicht auf und verbessere mich weiter.

    Liebe Grüße,
    Sandra

    • PiaMester

      Hallo Sandra,

      Ich lebe auch auf dem Land und kenne das: Ohne Auto ist es hier echt schwer.
      Klein und einfach, ja, das dachte ich mir auch. Muss mal gucken, welche kleine Veränderungen das meiste bringen.

  5. Maria/findinghope

    Ich lese diesen Weltverbesserkram immer unheimlich gerne 😉 Weil es mich so darin bestätigt, dass ich nicht alleine bin in diesem Bestreben und das macht mir bei allen negativ Meldungen dann Mut. 3.87 Hektar war mein Ergebnis. Einigermaßen positiv ausgewirkt hat sich wohl, dass ich so eine winzige Wohnung habe und kein Auto. Bei den Lebensmitteln ist schon noch einiger Verbesserungsbedarf. Wobei da bei mir das Problem ist, dass ich wegen einer Erkrankung eine bestimmte Diät einhalten muss. Vegetarisch kommt für mich leider nicht mehr (so wie ich es früher gelebt habe) in Frage

  6. Bei mir sind es 3,42 ha – immer noch viel zu viel.. ich habe bei der Befragung gemerkt, dass ich beim Energieverbrauch noch einsparen kann, auch sollte ich den Wechsel zu Ökostrom in Erwägung ziehen. Beim Reisen wird sich auch einiges ändern, weil wir dieses Jahr beschlossen haben, künftig nur mehr zu fahren statt zu fliegen. Umweltpapier benutzen statt normalem Papier ist eigentlich auch kein großes Ding, das wäre bei uns auch eine gute Umstellung. Und die Müllreduzierung ist ein größeres Projekt ,das wir sukzessive umsetzen…

    Wichtig finde ich, überhaupt das Bewusstsein dafür zu schaffen und zu erhalten, dann kann man nach und nach sich verbessern.

    Tolle Idee, deine neue Challenge! Lese gerne mit! 🙂

    LG
    Clarissa

  7. Rose

    Ich habe einen Fussabdruck von 3,13 … was wohl primär daran liegt, dass ich kein eigenes Auto habe und auch wenig öffentliche Verkehrsmittel benutze, kein Fleisch esse und in einem sanierten Haus wohne. Aber trotzdem gibt es noch zu tun…Beim Thema Papier beispielsweise könnte noch mehr Bewusstheit rein, ich nehme in der Regel kein Ökopapier und benutze auch nicht zweiseitig.

    Gut gefällt mir die „Refuse“-Einstellung, also gewisse Dinge einfach gar nicht mehr in Betracht zu ziehen oder anzunehmen, die einem angeboten oder sogar nachgeschmissen werden (Thema Pröbchen etc.).

    Ich habe aber auch etwas Spannendes in einem Interview mit Barbara Muraca gelesen. Darin geht es um die Ideologisierung der Suffizienz-Diskussion:

    “ Suffizienz ist ein wichtiger Aspekt. Schwierig wird es, wenn die Forderung nach weniger Reccourcenverbrauch nur den individuellen Lebensstil meint. Vor allem in Deutschland wird so argumentiert: Alle sollen den Gürtel enger schnallen – das ist bling gegenüber der Lebenswirklichkeit vieler Menschen, die noch nie in den Genuss der Annehmlichkeiten, die die gebildete Mittelschicht hierzulande für selbstverständlich hält, gekommen sind. Sinnvoller finde ich die Fokussierung auf die Frage, wie ein erfüllendes Leben für alle Mitglieder der Gesellschaft bei den begrenzten Gegebenheiten des Planeten möglich wird.“ (Oya 28)

    Also an „wir“ denken und nicht an „ich“. Dann ist die Angst vielleicht auch nicht so gross. Und eher in politischen Zusammenhängen denken. Und akzeptieren, dass ein Wandel Zeit braucht. Von einem Wandel werden erst unsere Ur-Ur-Enkel profitieren, jedoch haben wir die Aufgabe, ihn an den Start zu bringen!

    LG
    Rose

    • PiaMester

      Hallo Rose,

      Danke für den Hinweis auf die Suffizienz-Diskussion. Das spukt mir auch schon länger im Kopf rum: Wir reden ständig von Verzichten, aber Verzicht ist auch irgendwie Luxus.
      Es stimmt, ich selber werde kaum die Welt retten können, indem ich kein Fleisch mehr esse und das Licht ausmache, wenn ich den Raum verlasse. Solche Kleinigkeiten bringen nur etwas, wenn viele Menschen sie umsetzen. Am besten wäre es, es würden Gesetze eingeführt, die die Gesamtbevölkerung zu bewussterem Handeln zwingen. Allerdings glaube ich nicht, dass das so bald geschieht.
      Wandel bringt erst etwas, wenn viele ihn leben, aber er fängt doch beim Einzelnen an. Und ja, er braucht Zeit. Man sollte nur nicht erst dann anfangen, wenn die Zeit abläuft.

      LG
      Pia

  8. Johannes

    Sehr gute Idee. Mir gefällt besonders, dass Du einen quantitativen Ansatz wählst und alle Lebensbereiche in den Blick nimmst, statt Dir nur einzelne Dinge rauszupicken. Beim Rechner würde ich gern noch genauere Eingaben machen. Hier kann man immerhin den Heizungsverbrauch in kwh eingeben: http://uba.klimaktiv-co2-rechner.de/de_DE/page/start/ Im Bereich Ernährung und Konsum sind dort aber auch noch grobe Abstufungen vorgesehen.
    Ich hab für mich die Fußabdruck-Geschichte in fünf Bereiche eingeteilt: Strom, Heizen, Mobilität, Konsum und Ernährung. (Siehe auch das Konzept der Big points: http://de.green.wikia.com/wiki/Big_Points) Dadurch wurde mir schon klarer, was man machen kann: Ökostrom beziehen, im Winter Fellhausschuhe und Wollpullover tragen, keine Flugreisen mehr unternehmen, wenig und möglichst gebraucht kaufen, wenig Fleisch essen. Alles keine weltbewegenden Erkenntnisse, aber vielleicht ist die Unterteilung ja hilfreich.
    Was das Auto angeht: Es gibt seit einiger Zeit sogenannte S-Pedelecs. Das sind Elektrofahrräder, die bis 45 km/h „unterstützen“ und daher als Mofa gelten (mit Nummernschild und Versicherung, man darf keine Radwege benutzen). Ich vermute mal, dass der Zeitverlust gegenüber einer Autofahrt relativ gering ist, dafür aber die Energieeinsparung umso größer ausfällt. Außerdem hat man etwas Bewegung an der frischen Luft, ist aber auch nicht total fertig nach der Fahrt. Leider sauteuer, aber vielleicht ist es ja trotzdem was Dich.

    • PiaMester

      Hallo Johannes,

      Pedelecs kenn ich ja, aber diese Highspeed-Variante ist mir neu. Fürs Land und die Stadt ein guter Tipp, aber ich glaube auf der Autobahn sehe ich damit alt aus 😉

      LG
      Pia

  9. Hallo Pia,

    finde deine Idee gut.

    Ich kenne den Test. Der geht nur für mich voll am Thema vorbei. Nicht jeder verträgt Energiesparlampen. Außerdem sind sie mit Quecksilber und werden als Sondermüll gelagert. Der Altbau ist nicht saniert. Wenn ich ausziehe, wohnt halt jemand anderes drin. Ich konsumiere zu viel? Aha! Ist logisch, wenn ich kaum Besitz hab und die wenigen Sachen schneller verschleißen. Es geht im Test nicht um Plastikvermeidung, sondern um Mülltrennung. Unlogisch.

    Liebe Grüße – Tanja

    • PiaMester

      Hallo Tanja,

      Stimmt, der Test hat ein paar Lücken. Beim Papier bin ich auch stutzig geworden. Kennst du einen besseren Test?

      LG
      Pia

  10. Hallo liebe Pia, ich finde dein neues projekt klasse, auch wenn ich etwas wehmütig bin, dann nicht mehr jede woche deine „beute“ begutachten zu können 😉
    Ich habe mir für diesen monat auch vorgenommen kein fleisch zu essen und bin daher natürlich besonders auf deine neuen beiträge gespannt.

    • PiaMester

      Hallo Inga,

      Hach, ich bin auch wehmütig. Ich habe schon überlegt, ob ich das Projekt einfach auf meiner Facebook-Seite und auf Twitter weiterführen soll. Auch so als kleiner Ansporn für mich selber, mit dem Ausmisten nicht aufzuhören.

      LG
      Pia

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