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Minimalismus im Babyzimmer: Was braucht ein Neugeborenes?

Erwartest du ein Kind, hast du im Idealfall 9 Monate lang Zeit, dich darauf vorzubereiten. Auch im Kinderzimmer. Stellt sich nur die Frage: Was braucht so ein Baby? Und auf welchen Kram kannst du verzichten? Hebamme und Mutter Nicole Becker erklärt, wie eine minimalistische Erstausstattung aussehen kann.

Ein paar Worte vorneweg: Ich habe (noch) keine Kinder, also auch wenig Erfahrung mit diesem Thema. Meine beste Freundin Kerstin wird in Kürze Mutter (Freitag, Kerstin, richtig? Planbaby Horst-Kevin hat uns doch noch  nie enttäuscht 😉). Wir haben schon ein paar Mal darüber geredet, was für „Zubehör“ man für ein Baby kaufen muss und was nur überflüssiger Quatsch ist. Praktisch, dass ich für mein Buch „Minimalismus: Weniger besitzen. Mehr leben.„* bereits die Hebamme, Buchautorin, Heilpraktikerin und zweifache Mutter Nicole Becker zum Thema Minimalismus im Babyzimmer befragt habe. Und das hat sie geschrieben:

 

„Zunächst stellt sich die Frage, ob ein Baby tatsächlich ein eigenes Zimmer benötigt. Eigentlich nicht, denn erfahrungsgemäß möchte ein Baby ungern alleine irgendwo abgelegt werden.

Und wenn man auf die Anschaffung von unnötigem Inhalt verzichtet, sind weder ein riesiger Kleiderschrank noch eine überdimensionale Wickelkommode vonnöten.

Im Grunde braucht ein Baby nicht viel.

 

Einen Ort zum Schlafen: Entgegen aller ärztlicher Empfehlungen, ein Kind bloß nicht im elterlichen Bett schlafen zu lassen und es auf jeden Fall in einen Schlafsack zu stecken, zeigt die Erfahrung, dass Babys nun mal hilflos sind und auch Eltern besser schlafen, wenn man Neugeborenen einen ausreichend großen Platz im Elternbett einräumt. Am geschicktesten warm eingepackt, also fest eingewickelt, in einem Beistellbett, welches direkt am Elternbett verschraubt wird und gewährleistet, dass das Kind ausreichend Nähe bekommt. Am Tag schlafen Babys gern im Tragetuch oder auf der Krabbeldecke in dem Raum, in dem sich alle anderen Familienmitglieder ebenfalls aufhalten.

Einen warmen Ort um gewickelt und gepflegt zu werden: Sei es auf einer Decke auf der Waschmaschine, einer Unterlage auf dem Sofa oder schlicht auf der Krabbeldecke auf dem Fußboden.

Windeln, in welcher Form auch immer: Es gibt außer den herkömmlichen Wegwerfwindeln auch Systeme mit waschbaren Baumwollwindeln und/oder Schafswollhöschen.

Pflegeprodukte: Der Windelbereich wird am gesündesten mit Waschlappen und Wasser gesäubert. Dazu bietet es sich an am Morgen eine kleine Thermoskanne mit warmem Wasser zu füllen und diese mit Waschlappen und trockenen Zellstofftüchern zusammen dort zu lagern, wo das Baby gewickelt wird. Eine kleine Tube Wundschutzcreme und eine kleine Menge Lanolin sind an Pflegeprodukten völlig ausreichend. Ein bis zwei quadratische Handtücher mit Kapuze sind in der Handhabung angenehm und viele Babys mögen eine morgendliche Kopfmassage mit einer weichen Bürste. Baden kann man das Baby zunächst im Waschbecken oder später mit einem Elternteil in der großen Wanne. Badezusatz kann ein Schluck Muttermilch sein oder ein Esslöffel Olivenöl.

Kinderwagen werden völlig überbewertet und häufig wird ein kleines Vermögen dafür ausgegeben. Und dann stellt sich in vielen Fällen heraus, dass die Kleinen ein Tragetuch oder eine andere geeignete Tragehilfe dem Wagen deutlich vorziehen.

Kleidung muss weder neu noch exklusiv sein. Der Jahreszeit angemessen, atmungsaktiv, pflegeleicht und trocken − das sind die wesentlichen Kriterien. Kinderkleidungsbasare und Tauschbörsen bieten sich an.

Nahrung sollte wenn möglich Muttermilch sein. Kann nicht oder nicht voll gestillt werden, sollte die Mutter das weitere Vorgehen unbedingt mit der Hebamme besprechen.

Sinnvolles Spielzeug: Das ist sehr individuell. Oft sind die Dinge für Babys am interessantesten, die die Erwachsenen im täglichen Leben benutzen. Dennoch sind eine Spieluhr oder ein Kuscheltier, ein oder zwei unterschiedliche Rasseln, ein Mobile zum Beobachten und Bauklötze eine gute Grundausstattung.

Liebe, Verständnis, Anregung und Zuwendung kann es niemals zu viel geben. Kostet nichts, nimmt keinen Platz weg und ist unabdingbar.“

 

Vielen Dank, Nicole!

 

Hast du selber Kinder oder etwas mit Babys zu tun? Was sind deine Erfahrungen mit der Erstausstattung? Was braucht ein Baby und was nicht?

 

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21 Kommentare

  1. Hallo Pia!

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Babys vor allem viel weniger brauchen als man denkt. Bei meiner Tochter habe ich viel geborgt bekommen und hatte alles im Überfluss, sodass es mich fast überfordert hat.

    Bei meinem Sohn hatte ich gar nichts, weil die Sachen selbst benötigt wurden. Ich habe daher einiges angeschafft und konnte meine Erfahrungen vom 1. Kind umsetzen.

    Das war viel entspannter mit so wenig Sachen.

    lg
    Maria

    • Pia

      Hallo Maria,

      Ich glaub auch, dass der Stress und die vermeintlichen Anforderungen beim 1. Kind am größten sind. Wie bei allen ersten Malen. Schön zu hören, dass es bei deinen Kindern auch mit wenig Sachen geklappt hat.

      LG
      Pia

  2. Dein Post trifft voll ins Schwarze. In der Regel hat man viel mehr, als man eigentlich benötigt. Zum Beispiel Kleidung. Am Anfang passt eine Kleidergröße vielleicht sechs, acht Wochen lang. Da braucht man einfach nicht so viele Teile. Da man auch nicht jeden Tag einen neuen Body anziehen muss, kommt man mit 4-5 Stück ganz gut durch. Und dann stellt ihr vielleicht fest, dass ihr Niki-Strampler gar nicht gerne anfasst. Somit kommen alle süßen rosa oder sonstwie gemusterten Nikis wieder in die Kiste, ohne jemals an eurem Kind getragen zu werden. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: wenige gute Klamotten reichen aus. Gerne gebraucht vom Babybasar, gerne auch selbst genäht. Aktuell trägt unser Sohn (Größe 104) ungefähr 4-5 verschiedene T-Shirts, dazu zwei Überzieh-Jacken. Das reicht gerade als Oberbekleidung völlig aus. Was sich für uns wirklich bewährt hat sind Wunschlisten (z.B. über Amazon), auf denen wir die Spielzeugwünsche für ihn speichern, die qualitativ hochwertig sind und die wirklich lange halten werden. So kann man Oma, Tante oder Freunden immer einen guten Tipp für Geburtstagsgeschenke und Co geben. Und wenn man zusammenlegt ist es auch nicht mehr so teuer, einen tollen Bagger der Lieblingsmarke zu erstehen, der 20 Jahre lang halten wird. Mein Fazit: Lieber weniger Dinge besitzen und bei ihnen auf die Qualität achten. Das gilt für uns Erwachsene genauso wie für Kinder.

    • Pia

      Hallo Julia,

      Danke, dass du hier von deinen Erfahrungen berichtest. Auch deine Faustregeln sind super, kann man sich gut dran orientieren.

      LG
      Pia

  3. Christine

    Vor über zwanzig Jahren war ich so „unverschämt“, nach der Geburt meines Kindes eine Wunschliste mitzuschicken. Jeder, der so eine Anzeige bekam, freute sich darüber, gezielt einkaufen gehen zu können. Und ich bekam einen Teil meiner Babyausstattung geschenkt und hatte wenig doppelt. So eine Wunschliste ist für die nächsten Jahre immer gut.
    Was sich bei mir bewährt hat, waren zwei wärmere Schlafsäcke, weil mein Kind im Winter zur Welt gekommen ist.
    Auf den warmen Wintersack für den Kinderwagen schwöre ich auch. Der hat in der kalten Jahreszeit wirklich warm gehalten.
    Die Still-BHs bitte nach der Entbindung kaufen! Ich konnte mir einen Satz neue besorgen, weil die anderen zu klein waren.
    Ein Beistellbett am Ehebett ist zwar praktisch, sorgt später oft dafür, dass die Kinder im Ehebett schlafen. Wer das nicht möchte, stellt das Babybett ins Schlafzimmer und lässt die Kleinen dort ruhen. Wenn sie später krabbeln können, kommen sie eh ab und zu zum Kuscheln. Ich habe damals ein Bett gekauft, das sich recht leicht umbauen ließ und sieben Jahre gehalten hat.
    Ein Trockner erleichtert das Wäschewaschen doch sehr. Vor allem bei Kinderkleidung ist es wichtig, dass diese schnell wieder im Einsatz ist.
    Mütze, Schal und Pullover dürfen Verwandte auch gerne stricken. Wer das möchte und kann, soll „auf Bestellung“ stricken.
    Und viel Vergnügen mit dem neuen Erdenbürger!

    • Bei selbstgestrickten Sachen aber unbedingt vorher auch angeben, welche Wolle gewünscht wird (bei uns nur was wirklich auf – wolle endet. Merino- oder Baumwolle.) Meine Familie hätte sonst nämlich auch Polyester verstrickt, was laut der Hebamme aber nicht gut ist.

      • Hallo,
        die Erfahrung habe ich vor kurzem auch gemacht. Ein Baby gibt sich mit sehr wenig materiellen Dingen zufrieden. Wichtig sind Liebe, Nähe und Geborgenheit!
        Das mit dem Kinderwagen war bei uns auch so ein Thema. Zum Glück hatten meine Eltern noch einen gebrauchten im Speicher. Momentan liegt in dem schönen Retro-Kinderwagen das vierte oder fünfte Kind drinnen und mordern sind sie auch wieder 😉
        VG Phani

    • Pia

      Hallo Chrsitine,

      Danke für die Tipps! Langsam wird das hier ein richtiger Erfahrungs-Sammelpool zu dem Thema. Finde ich genial!

      LG
      Pia

  4. Liebe Pia,
    darf ich einen Beitrag von mir verlinken? Daija von liebevoller leben hat bei mir letztens einen Gastbeitrag zum Thema Was braucht ein Baby? auf meinen Wunsch geschrieben. Denn die Frage habe ich mir zu Beginn der Schwangerschaft oft gestellt. Mittlerweile habe ich etwas mehr Ahnung.

    Was mich schon beim Lesen des Kapitels im Buch gestört hat – das mag jetzt auch etwas spitzfindig sein – aber dieses „völlig überbewertet“ bei dem Thema Kinderwagen. Ja, ich gebe da völlig Recht, dass die teilweise unglaublich überteuert sind – wir haben einen gebraucht für unter 200 € gekauft, unser Kind wird das dritte im Wagen sein (und ich hoffe, dass da in ein paar Jahren noch jemand Kleines folgt). Ich habe es auch nicht eingesehen teuere gebrauchte Kinderwagen für 400 € oder 500 € zu kaufen (die neu das Doppelte oder noch mehr kosten!). Aber ich finde, dass „völlig überbewertet“ etwas übertrieben und auch irgendwie Druck erzeugend. Der Rücken und ggf. andere Körperteile freuen sich mal, wenn das Baby im Kinderwagen liegt. Zumal der Rücken bei vielen Schwangeren, so auch bei mir, schon in der Schwangerschaft arg belastet ist und ggf. auch für ordentliche Schmerzen sorgt.
    Und ich gehe zu Fuß einkaufen – auch dafür finde ich einen Kinderwagen sehr praktisch (und minimalistischer als ein Auto :o)) Ich kann schlecht das Kind und die Einkäufe tragen, zumal man sich in den ersten acht Wochen nach der Geburt noch sehr schonen soll. Ich bin absolut für Tragetuch und / oder Tragesysteme – aber eben auch für einen Kinderwagen.

    Ich finde es übrigens super, wie leicht es ist, an gebrauchte Kleidung und Sachen für Kinder zu kommen. Dabei bezieht sich das auch auf unterschiedliche Preiskategorien. In einer Großstadt wie Bremen ist es super leicht, aber auch die Omas haben in ihren kleineren Städten auf Kirchenflohmärkten zugeschlagen und wirklich nette Sachen bekommen. Gut sind auch befreundete Familien, so haben wir drei, bei denen wir vielleicht über Jahre Abnehmer von Kleidung sein werden.
    Liebe Grüße
    Nanne

  5. Ohne den Beitrag vollständig gelesen zu haben, will ich nur sagen: Jede Mutter muss für sich rausfinden was gut für IHR Baby ist. Ich habe mein Kind sehr lange im Tragetuch getragen und andere machten es mir nach und siehe da: Das Kind mochte es nicht! So ist es einfach. Es gibt keine Patentlösung.

    Liebe Grüße,
    Maren

  6. Ich werde gerade zum zweiten und zum dritten Mal Großmutter. Den Link zu diesem Post gebe ich mit Freude weiter…

    Ja, ein Baby braucht nicht viel – auch wenn das die Industrie gerne anders darstellt.

    Gruß von Marina

  7. Pingback: Geld sparen mit Kindern

  8. Annika

    Toller Post!
    Ein Baby braucht echt nicht so viel wie man am Anfang denkt. 🙂
    Wir haben vieles auch von Bekannten bekommen. Es lohnt sich nicht zu viele Sachen einzukaufen, da man die meisten Sachen in paar Monaten schon loswird…
    Was wir aber sehr wichtig finden ist eine Baby-Kuscheldecke. Wahrscheinlich weil so eine Decke auch in meiner Kindheit eine große Rolle spielte. Ich habe sie noch vor meiner Geburt von meiner Oma bekommen und waren danach Jahre lang ein unzertrennliches Paar – natürlich ging auch einschlafen ohne „Decki“ nicht. 🙂 So haben wir auch vor der Geburt meiner Tochter noch eine Decke von Oli & Niki bestellt (natürlich gibt es noch bei anderen Anbieter schöne, uns wurden die aber von einer guten Freundin empfohlen). Natürlich ist das auch nicht was, was das Baby „unbedingt“ braucht – aber für unsere Familie ist es ein muss! 🙂

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    du sprichst mir aus dem Herzen. Irgendwie scheint jeder zu meinen, das nur weil heute alles verhältnismässig günstig ist, man auch immer viel schenken muß. Dabei gerät leider oft das aus dem Auge, was ein Kinder oder Baby überhaupt braucht. Ich finde es immer wieder faszinierend, wenn unsere Kinder plötzlich mit Töpfen oder Rührbesen aus der Küche spielen und die ganzen „richtigen“ Spielzeuge ignorieren.

    Mein liebstes Gegenargument ist immer „du solltest mal sehen, wieviel die anderen Kinder haben, wir haben gar nicht so viel“ 🙂

    Ciao
    Martin