Minimalismus-Blogs und Werbung – Passt das zusammen?

Quelle: Heike / pixelio.de

Quelle: Heike / pixelio.de

Wie kann ich meinen Blog monetarisieren? Diese Frage beschäftigt viele Blogger und Journalisten, die ihre Texte im Netz veröffentlichen. Ist daran etwas verwerflich? Ich finde nicht. Es sei denn, man sieht seine Leser nur als potenzielle Klickbringer. Bei Minimalismus-Blogs sieht die Sache allerdings anders aus.

Auf dieses Thema bin ich durch einen Beitrag von Frau DingDong gekommen: „Blog des Monats – oder auch nicht„. Darin wundert sie sich darüber, dass viele Blogger nur noch schönschreiben (perfekte persönliche Geschichten, perfekte Fotos, alles heile Welt). Und dass es vielen offenbar vielen ums Geld geht.

„Es gibt fast nur noch Blogs, die in irgendeiner Art und Weise immer etwas mit Konsum zu tun haben. Da werden Beiträge von Firmen gesponsert, da blinkt in der Ecke ein bunter Banner, da führt ein Link zu Amazon und dann gibt es haufenweise Gewinnspiele und Bloggeburtstagsattraktionen. Selbst auf Minimalismus-Blogs wird einem digitales Zeug in Form von eBooks oder eCourses angedreht.“

Irgendwie, das muss ich jetzt mal zugeben, habe ich mich erwischt gefühlt.

Darüber, dass ich mit diesem Blog auch Geld verdienen könnte, habe ich mir schon vor seiner Gründung Gedanken gemacht. Damals dachte ich aber eher in die Richtung, dass ich hier quasi meinen Schreibstil zeigen und so potenzielle Auftraggeber auf mich aufmerksam machen kann. Schreiben ist ja quasi das Handwerk des Journalisten und deshalb sollte dieser Blog eben mein Schaufenster sein. Außerdem wird einem immer wieder eingebläut, auf allen möglichen Seminaren für Journalisten und in Blogs und Foren und von all den klugen Medienmachern- und Beobachtern, dass man gefälligst zur Marke werden soll. Also: Schreiben und teilen und twittern und netzwerken und immer präsent sein und für etwas stehen. Man muss ja schließlich zeigen, dass man ein total versierter Digital Native ist (wobei diese Forderung gerade eine sehr interessante Diskussion ausgelöst hat). Nun ja, was soll ich sagen? So ein Quatsch! Ich habe in dem Jahr, seitdem mein Blog besteht, genau einen Auftrag darüber bekommen. Der Blog als Arbeitsproben-Schaufenster wird meiner Meinung nach total überbewertet.

Allerdings habe ich in diesem Jahr gemerkt, dass Bloggen einfach Spaß macht. Vor allem, wenn sich Leser in Kommentaren zu Wort melden. Es geht mir schon lange nicht mehr darum zu zeigen, wie toll ich schreiben kann (dann würde ich meine Beiträge wohl auch etwas sorgfältiger überarbeiten und nicht einfach frei von der Leber weg schreiben). Sondern es geht mir einfach darum, zu schreiben. Darüber, was mich gerade bewegt, darüber, was ich euch vielleicht nützliches mitteilen kann.

So, jetzt muss ich mal wieder den Bogen zur Werbung schlagen. Ich finde Blogs furchtbar, bei denen man vor lauter Popups, Bannern, Blinke-Anzeigen und Filmchen die Texte nicht findet. Das findet man oft auf den Seiten großer Medienunternehmen, die krampfhaft versuchen, ihre journalistisch hochwertigen Texte (das sollte endlich mal definiert werden) zu Geld zu machen. Weil: Man will die eigene Arbeit ja nicht verschenken. Das kann ich verstehen. Dann finde ich es aber fairer, die ganze Seite oder einzelne Texte hinter eine Paywall zu stellen, anstatt den Leser erst mit interessanten Themen zu ködern und ihn dann mit Werbung zuzuballern. Ich habe auch darüber nachgedacht, hier Werbung zu schalten, die Idee aber ganz schnell wieder verworfen. Denn ich kann nicht über die allgegenwärtige Konsumkultur motzen und meine Leser gleichzeitig zum Kauf von überflüssigen Dingen auffordern. Das wirkt unglaubwürdig. Ich kann nicht Wasser predigen und Wein trinken.

Tue ich aber. Und deshalb fühle ich mich von Frau DingDong ertappt. Ich verlinke von meinem Blog nämlich auf meine Ebooks. Die ich ausgerechnet über einen umstrittenen Großkonzern anbiete. Außerdem nutze ich ab und zu die Partnerlink-Funktion bei Amazon. Pfui Daibel!

Ich weiß nicht, ob ich mich dafür schlecht fühlen muss. Denn ich denke, dass es OK ist, wenn man für die Arbeit, die man in einen Blog steckt, auch etwas Geld zurückbekommt. Außerdem denke ich, dass meine Bücher einen echten Mehrwert bieten. Und 2,99 Euro, das ist so viel wie eine Tasse Kaffee, also auch kein Wucher. An Amazon kommt man als Selfpublisher einfach nicht vorbei. Ich dränge keinem Leser meine Bücher auf, jeder kann selber entscheiden, ob er eines davon kauft oder nicht. Werbelinks markiere ich als solche. Wer also nicht beim amerikanischen Bücher-Riesen kaufen will, kann das Produkt (fast nur Bücher) markieren, Rechtsklick „In Google suchen“, und dann bei einem anderen Anbieter kaufen.

An dieser Stelle muss ich euch mal ein großes, feuchtes Dankeschön sagen: Jeder Leser dieses Blogs und jeder Käufer meiner Bücher ermöglicht es mir, ein Leben zu führen, wie ich es mir wünsche. Ich kann jeden Morgen aufstehen, wann ich will, arbeiten, von wo ich will (ok, ich brauche schon Internet) und mich mit den Themen beschäftigen, die mich interessieren. Das ist ein riesen Glück, und ihr seid der Grund dafür. Danke, liebe Leser! Deshalb entscheidet ihr jetzt auch, ob ich in Zukunft in der Sidebar weiter auf meine Bücher verlinken werde und ob ich weiter Amazon-Partnerlinks benutzen werde. Schreibt mir in den Kommentaren, was ihr für richtig haltet.

P.S.: Auch wenn es etwas abgelutscht ist: Mein Blog wird Sonntag 1 Jahr alt. Ich werde das Feiern und es gibt Geschenke. Mehr dazu am Sonntag.

Leave a Reply

16 Kommentare

  1. jen.jen

    Hallo Pia, ich habe den Beitrag von Frau Ding Dong auch gelesen und mir Gedanken dazu gemacht, ich bin im Kopf auch Blogs durchgegangen die auf der einen Seite Konsumverzicht predigen und auf der anderen Seite Produkte bewerben… Auch dein Blog ist mir dabei eingefallen. Ich bin zwar dafür auf Konsum zu verzichten, allerdings sehe ich aus Sicht des Bloggers durchaus ein die eigenen Ansätze und Erkenntnisse nicht zu verschenken. Kaum ein Musiker verschenkt seine CDs, Lehrer verdienen mit ihrem Wissen Geld, jeder Dienstleister verlangt eine Gegenleistung (hierzu fällt mir ein Blogbeitrag von Bahar Yilmaz ein, die im Bereich Spiritualität arbeitet und dort erklärt warum sie dafür Geld nimmt). Du hat Zeit in die Bücher investiert, das diese Zeit durch eine Gegenleistung, in diesem Falle Geld honoriert wird ist in meinen Augen selbstverständlich. Ich finde das okay, ohne dem könntest du nicht so leben wie du es willst. Zumal die Verlinkung weitgehend dezent ist, du zwingst keinem deine Bücher auf. Zumindest hatte ich bisher nicht das Gefühl.

    • PiaMester

      Hallo Jen.Jen,

      Puh, jetzt fällt mir ein Stein vom Herzen. Habe den ganzen Tag gespannt darauf gewartet, wie dieser Post aufgenommen wird. Danke für deinen Kommentar!
      Irgendwie hat diese Diskrepanz schon lange an mir genagt. Ich bin froh, dass Frau DingDong das Thema mal aufgegriffen hat.

      LG
      Pia

  2. Liebe Pia,

    schön, dass du mal fragst.

    Minimalismus-Blogs, die Amazon verlinken, verlieren für mich an Glaubwürdigkeit. Seit der ARD-Reportage.

    Richtig. Das Zweite ist dein Ebook-Verkauf. Das passt für mich nicht zusammen. Und war von Anfang an ein komisches Gefühl beim Lesen. Dass ich nichts kaufe, macht es nicht besser. 🙂

    Liebe Grüße,
    Tanja

    • PiaMester

      Hallo Tanja,

      Danke für deine ehrlichen Worte.

      LG
      Pia

  3. Liebe Pia,

    Ich bin über dein Buch auf deinen Blog gestoßen und lese ihn sehr gern. Wir leben auch unter anderem von Einnahmen verschiedener Blogs und Websites. Ich finde es völlig in Ordnung, wenn man Geld über Werbung & Co verdient, wenn man gute Inhalte praktisch kostenlos bereit stellt. Zeitungen im Print Bereich leben ja auch eher von den Werbekunden als vom Verkaufspreis. Es ist halt immer ein Balanceakt, dass es passt und so dezent wie möglich ist, um weiterhin ein gutes Lese-Erlebnis zu ermöglichen. Das hast du wunderbar hinbekommen.

    Liebe grüße, Nina

    • PiaMester

      Hallo Nina,

      Balanceakt, das trifft es wohl. Danke für deinen Kommentar!

      LG
      Pia

  4. Hallo,

    @Tanja: Welche ARD-Reportage?

    @Pia: Ich finde die Balance bei dir okay. Aber das entscheidet letztlich jeder Leser selbst. Was ich (grundsätzlich an Blogs) nicht so mag, sind die „schon gelesen“ oder „Top-Beiträge“ Verlinkungen. Aber das ist eben auch Geschmacksache.

    Persönlich ist mit immer wichtig, dass Werbung eben wirklich als solche gekennzeichnet wird. Das gilt für alle Blogs.
    Außerdem finde ich besteht noch ein Unterschied, zwischen fremder Werbung und Werbung für die eigenen Bücher. Zudem habe ich bei dir nicht das Gefühl, dass du Blog-Posts in den Büchern wieder verwertest. Das find ich gut.

    Liebe Grüße
    Nanne

  5. @Nanne
    „Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon.“ Auf you tube und ARD Mediathek ist die Reportage.

  6. Ich finde deine Werbung angenehm unaufdringlich plaziert. Und dass du Werbung für _deine_ Bücher machst, also da wird dir ja wohl hoffentlich niemand nen Strick draus drehen.

    Blöd find ich Beiträge, bei denen in jedem zweiten Satz ein Wort verlinkt ist, doch statt weiterführende Infos zum Thema (oder auch zu einem passenden älteren Blogbeitrag) zu finden, wird man auf irgendwelche Werbung gelinkt. Da vergehts einer dann schon – aber das ist bei dir ja nicht der Fall. 🙂

    Der Buchriese ist _für mich_ zu einem absoluten nogo geworden – da „beißt“ sich mE der Minimalismusanspruch bei dir schon ein bisschen.

    Was selbstvermarktete E-Books angeht… da kann ich bislang (fast) nur grottenschlechte Beispiele auflisten – scheint fast so, als wären alle Selbstvermarkter Rechtschreib- und Grammatikverweigerer, so dass selbstvermarktete E-Books _für mich_ inzwischen gleichbedeutend mit „grottenschlecht“ stehen. Leider ziehen die Printmedien hier nach – auch die in „ordentlichen“ Verlagen -, aber das ist ein anderes Thema.

    Meine Meinung also: Werbung auf deinem Blog is völlig ok, so wie sie ist. Und das Thema rund um den Buchriesen ist nochmal ein ganz eigenes – das muss jedeR für sich selber entscheiden.

  7. Course-plotting using the keyboard set and computer mouse feels awkward in Microsoft windows 8. If only many people became reduce the original desktop and the file manager is not in any respect touch adjusted.

  8. Person, I truly liked looking over this publish. You have confident us to subscribe in your website, nevertheless just where can I find the particular Feed?

  9. Nice to discover ’someone‘ is usually finally battling often the RIAA Malavita. We’ve observed this kind of evil predicament acquire pressure many years rear, contemplating: „surely someone out there realizes the enormous injustice along with inequality the industry is usually perpetrating“; Sole parents; grandparents who all may even use a personal computer currently being endangered. Finally I realize mild whole often the tube, thanks to every one of „you“!! Carry on the nice job people. You have a lot of good friends.

  10. VI3?????!!!!!! holy cow man… what should i truly do that will help you up grade? LOL Acquiring looking into this to verify that Heavens are really being sly Available you happen to be looking at a couple different things. Your website holds typically the T&C’s along with below them typically the permit contract. If you assess typically the permit contract on websites to the a single we have once we put up the applying it is the similar besides the numbering from the areas usually are right on websites. The T&C’s do post the point that this is the P2P based. Unfortunately the item.

  11. hey there my partner and i accidentally lost my very own htaccess file, soo cud any one assist me to away can certainly make money cud input it bak??? please rapid I’m jogging Filezilla three or more. second . 7. a single as well as the technique of displaying. htaccess is.

  12. Can anyone please show me how you can eliminate the activity menus through the elgg page and alter the actual my very own and buddies page web site have to have. I want to affect the file format of the screen whenever commented on the photo Nice website this can be, We have book marked that within my internet explorer, many thanks.