Kreativität braucht Freiheit

 

Jeder Mensch ist ein Künstler, davon bin ich ganz fest überzeugt. Komisch, dass wir zu unser eigenen Kreativität manchmal so ein seltsames Verhältnis haben. Dabei macht es so einen Spaß, sich der eigenen Kreativität zu überlassen.

Auf die Idee zu diesem Beitrag kam ich vergangenen Sonntag. Ich hatte irgendwie Lust, etwas Kreatives zu machen, aber mir fiel nichts ein. Etwas zeichnen? Oder sollte ich etwas schreiben? Oder doch lieber ein wenig häkeln? Irgendwie fühlte sich das alles nicht richtig an. Also spielte ich ein wenig auf meinem Smartphone herum und entdeckte schließlich eine geniale App namens „Diana Photo“, die zwei Bilder zu einem kombiniert. Und das ist dabei herausgekommen.

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Diese Foto-Fummelei hat so einen Spaß gemacht! Das hat mich dazu gebracht, mich etwas mehr mit meiner Kreativität zu beschäftigen. Und vor allem mit der Frage, woher sie kommt.

Ich kann kreativ sein, wenn ich es möchte, aber nicht so gut, wenn ich es muss. Während meines Tageszeitungsvolontariats war ich drei Monate in der Mantelredaktion. Jeden Morgen gab es eine Konferenz, in der Reihum alle Redakteure und Volos ihre Themen vorschlagen musste. Jeden Morgen graute mir vor dieser Konferenz. Ich hatte Steine im Bauch wenn ich nur daran dachte, wie der Lichtkegel der Aufmerksamkeit auf mich schwenkt und eine geniale Themenidee erwartet wurde. „Nur eine Idee reich“, dachte ich immer. Hatte ich mal zwei Ideen, habe ich mir eine für den nächsten Tag aufgespart. Haushalten war angesagt. Dieser Druck, jeden Tag kreativ sein zu müssen, hat mich fertiggemacht. Ich hätte es dort nicht länger ausgehalten. Vielleicht wäre ich weniger blockiert gewesen, wenn meine Idee nicht sofort einer Prüfung unterzogen worden wäre. Wenn ich erstmal mit ihr hätte spielen dürfen.

Mit einer Idee spielen

Was ein wichtiger Punkt ist: Spielen. Ich glaube, dass Kreativität dann entsteht, wenn man Spaß hat. Wenn kein übergeordnetes Interesse dahinter steht als die pure Freude daran, etwas zu erschaffen oder auszuprobieren. Das ruhig so richtig hässlich und nutzlos sein darf. Kreativität funktioniert am besten ohne Bewertung und Erwartung und ohne Zeitdruck (deshalb kommen einem die besten Ideen auch dann, wenn man gerade nichts tut). Um kreativ zu sein, muss man die Chance haben, schlecht zu sein und Fehler zu machen. Oft liegt dar Problem darin, dass man sich selber diese Erlaubnis nicht gibt. Kurz gesagt:

Kreativität braucht Freiheit.

Kreativität hat oft diesen genialen Beigeschmack. Man hat diese Vorstellung, dass das ein Künstler oder Dichter oder Modedesigner oder Werbeprofi in seinem dunklen Kämmerlein sitzt, Zigaretten raucht und Koks schnupft und irgendwann vergewaltigt ihn die Muße und er erschafft etwas, das alle Zeiten überdauert und auf dieser komischen Info-Tafel für Außerirdische auf so einer Weltraumsonde verewigt wird. Und weil man sich selber für ziemlich stinknormal hält und sowieso nicht denkt, dass man da mithalten könnte, gibt man der eigenen Kreativität überhaupt keine Chance, sich zu zeigen.

Vielleicht ist Kreativität auch harte Arbeit. Oder eine Gewohnheit. Oder existiert überhaupt nicht. So weit habe ich jetzt noch nicht gedacht. Möglicherweise mache ich aus diesem Thema eine Blogserie. Wenn mich die Muße küsst. Mal sehen.

Wie entfachst du deine Kreativität? Womit lebst du sie aus? Hast du dich auch schon mal total blockiert gefühlt und wenn ja, was war die Ursache?

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23 Kommentare

  1. „Ideas come when I’m not trying.“ (Esa-Pekka Salonen)
    vs
    „Not macht erfinderisch.“ (Sprichwort)

    Je nach Situation verhält sich das bei mir unterschiedlich. Ideen kommen häufig, wenn ich nicht krampfhaft versuche, eine zu haben, oder eben wenn ich nur begrenzte Ressourcen habe und damit zu einer Lösung kommen muss.

    Ganz hinderlich ist, wenn ich mit anderen über Ideen diskutieren möchte, aber neue Ansätze immer tot gemacht werden, anstatt sie weiterzudenken.

    Lieber Gruß,
    Philipp

      • Pia

        Hallo Philipp,

        Letztes Jahr im September. Wusste gar nicht, dass die Dresdner Skyline so markant ist 😉

        LG
        Pia

  2. Ja, kenne ich alles. Wenn ich kreativ sein will, geht das auch am besten spielerisch. Das ist ja das Vergnügliche daran. Und wenn ich nicht recht in die Gänge komme, spiele ich mit meinem Umfeld, das heißt, ich beobachte, was ich sehe und schreibe es auf. Das mache ich so lange, bis der Schreibfluss (wieder) da ist.
    Und Freiheit brauche ich auch dafür. Ich möchte nicht abgelenkt werden durch die Bedürfnisse und Ansprüche der Menschen in meinem Umfeld. Wenn die kleine Message im Hinterkopf tickt, dass irgendwann jemand meine Aufmerksamkeit fordert, kann ich alles, aber nicht konzentriert kreativ sein. Die Kreativität wird sozusagen im Hinterkopf erstickt. Schrecklich. Und ich will auch einen kreativen Fluss nicht unterbrechen, um irgendein Essen punktum auf den Tisch zu stellen. Kreativität scheint im Übrigen auch satt zu machen *lach*, denn wenn ich im totalen Fluss bin, werde ich nicht hungrig.

    • Pia

      Hallo Angelika,

      Ha, so gehts mir auch! Wenn ich im Flow bin, hab ich keine Hunger. Bis ich darüber nachdenke, ob ich Hunger hab. Dann meldet sich mein Magen und die Konzentration ist futsch.

      LG
      Pia

  3. Ich habe mal in Dresden gewohnt, da prägt sich das Stadtbild schon mal ein. 😉

  4. Kreativität und Freiheit, das hängt für mich unmittelbar zusammen. Das Schlimmste sind die so genannten Bremser, die einem ständig und überall begegnen. „Das haben wir ja noch nie so gemacht.“ oder „Ha, das klappt doch nie“ sind typische Sätze. Ich will so einen Mist nicht hören. Wenn alle so denken würden, säßen wir heute noch auf den Bäumen. Genau da, wo die Bremser hingehören.

    • Pia

      Hallo Carola,

      Boa, genau, solche Leute habe ich ja auch gefressen. Die geben auch so Sätze von sich wie „Meinst du denn, das bringt was?“. Oder zählen dir haarklein die möglichen Probleme und Hindernisse auf und überhaupt alles, was an deiner Idee negativ ist.

      LG
      Pia

  5. Linda

    Hallo Pia,
    geht mir auch so. Am ehesten im Urlaub, wenn nicht dauernd jemand kommt und was will. Wenn ich nur einen Termin an dem Tag habe, dann ist Zeitdruck da und dann läuft es nicht. Langeweile ist gut und dann die Gedanken laufen lassen und aufschreiben. Manchmal auch beim Lesen von Zeitschriften oder so. Lg

    • Pia

      Hallo Linda,

      Da sind Termine frühmorgens gut: Danach ist der Zeitdruck weg.

      LG
      Pia

  6. Hey,

    Mir geht es auch oft so wie dir: Ich will etwas Kreatives erzeugen, setze mir dabei aber selbst die Messlatte zu hoch. Das schafft innere Blockade, man traut sich gar nichts so richtig zu beginnen. Ich bastle und heimwerke zuhause recht gerne, da kommen die Ideen meist in ganz unverhofften Situationen (unter der Dusche, im Auto,…) Wenn ich diesen Kreativitätsschub dann gleich nutze, kommt meist auch was Gutes dabei raus. Die Bilder mit der App finde ich übrigens toll, sollte man fast ausentwickeln lassen!

    • Pia

      Hallo Claudia,

      Das mit der Messlatte ist wirklich ärgerlich manchmal. Aber daran merke ich zum Beispiel auch, ob mir etwas wirklich Spaß macht, oder ob ich es nur um des Ergebnisses Willen mache. Wenn ich eine Tätigkeit wirklich gerne mache, ist mir das Ergebnis ziemlich egal.

      LG
      Pia

  7. Hallo.

    Was gar nicht geht, ist auf Komando.
    Z.B. einen Freien Tag, da will ich nähen. Das wird nichts.
    und wenn ich es erzwinge werden die Ergebnisse nichts.
    Alternativ hab ich aber immer ein Paar Socken auf der Nadel oder ein Ufo (total Minimalistisch)
    Bei mir ist Kreativität mehr wie ein Überfallkomando,
    deshalb habe ich ein Skizzenbuch DinA5 und da wird reingeschrieben oder halt Skizziert.
    Sollte dann mal zufällige Zeit spontan zu nutzen sein, schau ich rein und los geht´s.
    So sind jetzt wunderschöne Einkaufbeutel entstanden, in die auch was reinpasst wenn es auf den Markt geht.
    Und ich habe nur Material benutzt das ich hatte.
    Und da ist wieder der Zugzwang…. ….oh, toll. Machst du mir auch eine???

    Was mich auch total ausbremst ist wenn ich zu viel Stoffe/ Wolle in meiner Next one Box habe. das blockiert auch.
    Dann kann es schon mal passieren das der Tag rum ist und ich hab nichts gemacht.
    Außer Ideen sortieren….

    Liebe Grüße Andrea

  8. Christoph

    Von meiner Erfahrung kann ich sagen, dass die Kreativität manchmal plötzlich erscheint. Wenn ich nichts Besonderes mache. Wenn mein Kopf frei ist. Das passiert zumeist ein paar Stunden entweder nach den Spaziergänge, oder nach der Situation, wenn ich in der Stille war. Das Gehirn arbeitet damals und später gibt den Effekt.
    Grüße!

  9. Sehr schöner Beitrag. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß Kreativität tatsächlich spontan in der Freiheit beim Nichtstun entsteht und ich dabei auch für mich die tollsten Ergebnisse bringe. Und dann, wenn ich versuche Ideen oder Ähnliches zu perfektionieren, spätestens dann scheitere ich, mein Projekt wird uninteressant und landet in einer Schublade. Das ist dann wohl der Punkt, wo ich mir selbst die Freiheit nehme. Daher kann ich definitive sagen: „Kreativität braucht Freiheit“.

    Liebe Grüße
    Bernhard

  10. Linda

    Hallo Pia,
    auch ich hätte gerne mal eine längere Zeit ohne Verpflichtungen. Irgendwann würde es wiederkommen. Aber in diese Situation komme ich gar nicht erst. Und die Zeit ist so schnell rum.
    Ich möchte nicht wissen, wieviel Ideen und Kreativität durch diesen Leistungsdruck verloren geht. Im Urlaub merke ich immer, wie in der dritten Woche meine Kreativität durchkommt. Aber dann muss ich wieder arbeiten. Eigentlich bräuchte ich 6 Wochen Urlaub. Ich freue mich auf meine Rente, dann kann ich mir meine Zeit wieder selbst einteilen. Auch Museumsbesuche, Austellungen oder Ausflüge in die Natur inspirieren mich immer. Beruflich möchte ich überhaupt nicht im künstlerischen Bereich arbeiten. Erwartungen anderer sind für mich immer Kreativitätskiller.
    Lg

    • Pia

      Hallo Linda,

      Kannst du es nicht irgendwie einrichten, 6 Wochen am Stück Urlaub zu nehmen?
      Du hast schon Recht: Wenn man kreativ sein muss, ist das schwierig. Dann kann auch schnell der Spaß verloren gehen. Aber es gibt auch Menschen, die werden unter Druck erst so richtig warm.

      LG
      Pia

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