Hallo Generation Y, du faules Stück!

Generation Y, wer hat dir eigentlich diesen bekloppten Namen gegeben? Willst dich nicht für deinen Chef abrackern sondern lieber deine eigenen Träume verwirklichen und dabei noch genug Zeit für Freunde, Familie und dich selbst haben! Du hast unser Wirtschaftswachstum auf dem Gewissen und brauchst dich gar nicht wundern, warum du keinen Job auf Lebenszeit findest! Und komm mir bloß nicht mit deinen dämlichen Idealen! So läuft das nämlich nicht im Kapitalismus. Angebot und Nachfrage, klar? Und dich will keiner.

Aber das willst du ja gar nicht, verstehe. Du denkst, du bist Unternehmer. Hast dir bestimmt diesen TEDxTalk von Julien Gordon angesehen und möchtest jetzt so sein wie Jay Z und dein Einkommen aus ganz vielen Quellen beziehen. Ist schon klar. Viel Glück damit. In ein paar Monaten kommst du eh wieder angekrochen und bettelst bei mir um einen Minijob oder auch nur um einen beschissen bezahlten Werkvertrag.

Du dämlicher Träumer! Erfolg hat nur, wer hart arbeitet. Wer Ellenbogen zeigt, nach oben schleimt, nach unten tritt. So geht das! 9 to 5, ich bitte dich! Du musst schon dauernd erreichbar sein. Und beschwer dich bitte nicht, dass deine Aufgaben dich nicht fordern oder vielleicht sogar überfordern. Tu einfach das, was ich dir sage.

Was sagst du? Du willst dich verwirklichen? Willst etwa vom Schreiben leben? Moment, ich muss mal eben zum Lachen in den Keller gehen. Irgendwann wirst du schon kapieren, dass das eine brotlose Kunst ist. Dann bist du aber längst pleite und hast auch nicht für die Rente vorgesorgt. Selber schuld.

Während du an deiner dämlichen Selbstverwirklichung arbeitest, scheffel ich hier Geld. Immer mehr. Und ich find´s geil! Besonders die neidischen Blicke. Allerdings habe ich bei meiner 70-Stunden-Woche nicht besonders viel Zeit dazu, mich um andere Menschen zu kümmern. Außer, wenn sie mir beim Shoppen nicht aus dem Weg gehen. Ätzend, diese einfachen Leute. Work hard, play hard, schon mal was von gehört? Wohl kaum.

Und jetzt komm mir bloß nicht damit, dass materieller Besitz nicht alles ist und wahrer Reichtum etwas ganz anderes ist. Was? Du hast genug? Blabla, sprich mit meiner Rolex, ich hör dir nicht mehr zu. Hab auch gar keine Zeit mehr, muss zu einem wichtigen Termin. Leg du dich mal schön wieder hin, du faules Stück!

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7 Kommentare

  1. Was soll das sein? Hab ich noch nie was von gehört und ich google jetzt extra nicht. Viel wichtiger, was mich echt interessiert: Hast du dir denn die Tasche dann noch gekauft in dem Second Hand-Laden? Wie ging die Geschichte aus damals?

    Liebe Grüße,
    Tanja

    • PiaMester

      Hallo Tanja,

      Nein, ich habe die Tasche nicht gekauft. Vor zwei Wochen war ich noch mal da und die Tasche hing noch immer dort. Aber sie sah in meinen Augen gar nicht mehr so schön aus und ich wollte sie gar nicht mehr haben. War wohl nur ein Strohfeuer-Wunsch. Dieser Trick mit der 30-Tage-Liste funktioniert also wirklich.

      Viele Grüße
      Pia

  2. Hallo Pia,
    schön Dich gefunden zu haben. Ein dickes Lob auf Deinen Blog. Paßt alles zusammen. Bin auch ein Minimalismus-Fan, und krempel gerade mein Leben um, und musste gerade herzhaft über Deinen faulen Generation Y Typen lachen. Ich würde mal sagen: Die Generation Y hat einfach früher verstanden, was wichtig ist. Ich mit knapp 50- komm erst jetzt drauf. Zwar auch früh selbstständig, aber rund um die Uhr selbst und ständig ….

    Der Vorteil: In jungen Jahren kann man ungemein viel Energie aufbringen, kann auch finanzielle Werte schaffen. Wer da geschickt ist, und wenig ausgibt, hat dann ab 50 ein beruhigendes kleines Polster … Auch schön….

    Liebe Gruesse
    Ulli

    • PiaMester

      Hallo Ulli,

      Danke für das Lob. Sowas geht ja immer runter wie Öl 🙂
      Die Generation Y ist nur leider, glaube ich, gar nicht so homogen. So empfinde ich es zumindest. Aber wenn sie so wahrgenommen wird, reicht das meiner Meinung nach schon, um was zu ändern.
      Viele Erfolg Spaß beim Umkrempeln!
      Pia

  3. Caroline

    Hah 😉 Ich bin eigentlich kein großer Freund von Generationsschubladen, aber diesen Beitrag fand ich doch sehr lustig. Ich denke, was man über unsere Generation sagen kann ist, dass wir allesamt „Luxusprobleme“ habe – also Probleme, die sich in der Maslowsche Bedürfnishierarchie ganz an der Spitze befinden. Aber wenn wir schon so privilegiert sind, diese Probleme zu haben, dann sollten wir doch auch verdammt nochmal versuchen sie zu lösen! Sonst hätten sich die früheren Generationen „damit ihr es mal besser habt“, sich auch ganz umsonst abgerackert.

  4. Hallo Pia!
    Einen supertollen Blog hast du da! Warum finde ich den erst jetzt? Werd mir gleich mal deine Bücher genauer angucken.
    Dem Beitrag ist nichts hinzuzufügen. Klasse geschrieben, und im ersten Moment erstmal irritierend. Wann wird man heute noch zum Denken angeregt? Hier auf jeden Fall. Danke auch für die Verlinkung 🙂
    Ich muss los, mich selbstverwirklichen.

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