Du glaubst, du wärst ohne deine Kaffeemaschine vollkommen aufgeschmissen?                                           nasircoolboy1/pixabay

Gewöhn dich dran!

Bestimmt hast du auch schon mal gedacht: „Ohne XY könnte ich niemals leben! Unvorstellbar!“ Doch, du kannst. Es ist sogar ganz einfach.

In unserem Badezimmer hängt ein Spiegelschrank. Ein praktisches Teil mit Lampe. Vor einigen Monaten fiel der Magnet, der die linke Tür schließt, einfach ab. Ich habe versucht, das zu reparieren. Mit Klebeband, der Heißklebepistole, Starkkleber, sogar speziellem Glaskleber. Nichts hat funktioniert. Nach ein paar Tagen löste sich der Magnet wieder von der Spiegeltür. Es war zum Haareraufen. Irgendwann war ich es leid und habe die Tür einfach mit Paketfolie zugeklebt. Sie lässt sich jetzt nicht mehr so einfach öffnen. Seltsamerweise stört uns das nicht. Wir haben einfach alle Sachen auf die rechte Seite geräumt und öffnen nur noch diese Tür. Wir haben uns dran gewöhnt.

Das Schöne ist, dass wir Menschen uns an fast alles gewöhnen können. Evolutionsforscher nennen das Anpassungsfähigkeit und sehen das als den entscheidenden Vorteil unserer Spezies im Kampf um die Vorherrschaft auf dem Planeten. *Trommelwirbel*

Es gibt Studien (die ich gelesen, aber jetzt nicht zur Hand habe. Wenn du einen Link hast, bitte gerne.), die belegen, dass sich Menschen sogar nach Naturkatastrophen ganz schnell an ihre neuen, schlechteren Lebensumstände gewöhnen. Der Alltag holt uns immer ein und die Menschheit funktioniert einfach weiter.

Darauf könnte ich niemals verzichten! Das geht einfach nicht!

Diese unsere besondere Fähigkeit, sich an alles zu gewöhnen, kannst du dir zunutze machen. Gibt es einen Gegenstand, von dem du glaubst, dass du niemals auf ihn verzichten könntest? Oder eine Tätigkeit, ein Lebensmittel, eine Routine, ein Glaubenssatz („So haben wir das schon immer gemacht!“)? Hast du schon mal die Dinge hinterfragt, die man gemeinhin für gut und richtig hält? Und hast du dann weitergedacht: Was wäre, wenn ich es anders mache?

Probiere es doch mal aus. Nimm dir eine Sache, die für dich so selbstverständlich ist wie die Luft zum Atmen. Glaubst du vielleicht, dass du ohne deinen Kaffee am Morgen nicht in die Gänge kommst? Trink eine Woche etwas anderes und schau, was passiert. Ohne Handy bist du total aufgeschmissen? Lass es doch mal eine Weile ausgeschaltet. Wenn du ungeschminkt aus dem Haus gehst, fühlst du dich unwohl? Woher willst du das wissen, wo du es doch seit Jahren nicht mehr probiert hast? Oder du denkst, dass du nicht genug Klamotten hast. Dann rate ich dir, beim Project 333 mitzumachen und den Großteil deines Kleiderschrankes für drei Monate wegzupacken. Danach wirst du die Sachen gar nicht mehr vermissen.

Wenn eine Sache wegfällt und nicht fehlt, vergessen wir sie schnell. Fehlt hingegen etwas, werden wir erfinderisch. Das kann man sehr schön an sich selber beobachten, wenn man im Urlaub ist und etwas vergessen hat. Ich dachte, ich könnte nicht ohne Föhn leben, bis zu einer Tour mit einem Hausboot, auf der der Strom leider nicht für ein solches Gerät reichte. Und siehe da: Es ging!

Woran hast dich gewöhnt, obwohl du es niemals für möglich gehalten hast?

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22 Kommentare

  1. cris

    Bei vielen Dingen wird uns ja eigentlich auch nur durch Werbung und Co eingeredet, dass wir es unbedingt bräuchten.

    Beispielsweise als die Handys damals Farbdisplays bekamen, sah es in der Werbung so aus, als wäre die Welt vorher nur grau gewesen. Oft genug wiederholt, glauben es die Leute.

    Der Mensch als Gewohnheitstier, gewöhnt sich sehr schnell an jeden Komfort, nicht viel länger dauert aber auch die Entwöhnung, die ist nur ein wenig schmerzlicher am Anfang 😀

    • Pia

      Die Gameboys hatten früher auch ein schwarz-weißes Display, fiel mir gerade so ein. Und Super Mario hat riesig Spaß gemacht! Gibt`s heute noch schwarz-weiße Computerspiele? Ich glaube nicht. Alle haben jetzt superduperhochauflösende Grafiken.

  2. barbara

    Ich habe vor über einem Jahr mein Handy abgegeben. D.h. der Vertrag ist ausgelaufen und ich habe ihn nicht verlängert oder einen neuen abgeschlossen. Die ersten drei Tage war es komisch, aber danach hab ich mich so daran gewöhnt, dass ich mir mittlerweile gar nicht mehr vorstellen kann, mir wieder ein Handy zuzulegen.
    Von meinem Elternhaus (ich wuchs am Land auf) habe ich viele Gewohnheiten „mitgenommen“. Zum Beispiel gab es immer zu gleichen Zeit Abendessen, Samstag wurde geputzt, Freitag fürs Wochenende eingekauft, die Abende unter der Woche sahen immer gleich aus. Als ich dann in die Stadt ausgezogen bin, hab ich gemerkt, wie spannend das Leben sein kann, wenn man aus diesen Gewohnheiten ausbricht. Allerdings ist in der Stadt in manchen Dingen auch mehr Sponaneität möglich, z.B. kann ich noch kurz vor Ladenschluss los und ein Brot kaufen. Solche Dinge mussten meine Eltern am Land gut planen, weil es in diesem Dorf keine Einkaufsmöglichkeiten gab und man mit dem Auto fahren musste.
    Das sind zwar nur lauter Kleinigkeiten, aber ich finde, gerade die Veränderung von Kleinigkeiten sind so entscheidend, um sich von einer anderen Seite kennen zu lernen.

  3. Hauptsache du hast Platz im Spiegelschränkchen. Für Männer reicht ein Brettchen (Mario Barth). 🙂

    Die 2 Wochen jetzt ohne Backofen und Kühlschrank waren schön. Davon merke ich gar nicht. Ich darf mir nur nicht aus Versehen eine Pizza kaufen. Die Minibar ist schon unterwegs zu mir. Alles wird verkleinert. Die 5 Jahre ohne Badewanne sind mir definitiv zu lang. Da werde ich mich N I E dran gewöhnen.
    Ich will sofort eine Badewanne. Und eine Ente.

    • Sandra

      An ein Leben ohne Badewanne werde ich mich auch vermutlich nie gewöhnen…. Seit anderthalb Jahren fehlt sie, und fehlt und fehlt *jammer* 😀 Aber es geht halt auch ohne, ich vermisse sie nur…
      OHne Kühlschrank? Das find ich ja mal spannend.

      • Hallo Sandra,

        ich vermisse dich richtig. Ein Blog alleine zu schreiben. wäre mir allerdings auch zu viel. Die Kacheln im Bad sind ja kalt. Das reichte die 2 Wochen. Die Minibar ist unterwegs zu mir. Mit Glastür. Es wird also chic. Hab einfach die Hälfte meines Kühlschranks eh nie benutzt und nun wird Fläche reduziert. Dann muss ich sie nicht mehr saubermachen.
        Liebe Grüße und bleib unbedingt dran an deinem Traum.
        Tanja

        Schade, dass ich so eine Frostbeule bin. Brauche weiterhin eine Wohnung. Bus wäre nix für mich. :((

    • Pia

      Ja, ich habe genug Platz.
      Eine Badewanne fehlt mir überhaupt nicht. So ein Entchen hatte ich mal, das war eher ein Gag: Es hatte eine grüne Jacke an und eine Mütze, wie ein Schützenbruder. Aber ich glaub, das hab ich schon längst entrümpelt^^

  4. Ja, erstaunlich, wie schnell man sich an einen gewissen Komfort gewöhnt und dann auch nicht so gerne aus dieser Komfortzone herauskommt.
    Allerdings habe ich gemerkt, dass mir der Verzicht auf Gewohnheiten und gewissen Luxus viel einfacher fällt, wenn ich aus meinem gewohnten Umfeld raus komme.
    1-2 mal im Jahr mache ich Urlaub auf einer kleinen Nordseeinsel. Dort lasse ich ganz vieles einfach weg. Vor allem Handy, Telefon und eine Uhr. Herrlich.

    • Pia

      Hallo Constanze,

      Wenn man mal so drüber nachdenkt, hat Urlaub immer was mit Vereinfachung zu tun. Man hat sogar in Hotels meist nur eine Grundausstattung auf dem Zimmer. Von Campingplätzen oder Hausbooten ganz zu schweigen. So viele Leute suchen also Einfachheit zur Entspannung und sind sich dessen gar nicht bewusst.

      LG
      Pia

  5. Dass wir Menschen anpassungsfähig sind, stimmt. Mir stellt sich dann auch noch die Frage, wie weit wir schlechtere Lebensbedingungen in Kauf nehmen. Dabei spreche ich gar nicht mal von Komfort und Luxus, sondern solchen Dingen wie Luftqualität, Wasserverschmutzung, Zerstörung der Umwelt, …

    Wie lang nehmen wir diese Verschlechterung hin, ohne radikal einzugreifen? Und was müsste passieren, damit wir es tun?

    • Magda

      Die meisten (die ich kenne) machen sich überhaupt keine Gedanken wegen Umweltverschmutzung. Sie denken dass sie sowieso nichts ändern können, dass es irgendwie wird, dass sie keine Wahl haben, bla bla bla. Menschen sind blind und gierig. Eine globale Katastrophe ist nur Frage der Zeit….

    • Pia

      Hm… Alles, was schleichend passiert, nehmen wir ja gar nicht richtig wahr. Wenn sich die Luft über Jahrzehnte hinweg immer ein bisschen verschlechtert, fällt das doch niemandem auf. Unsere Fähigkeit, uns an Dinge zu gewöhnen, kann halt auch richtig gefährlich sein. Schlechte Gewohnheiten sind ja nur der Anfang.

  6. Hallo Pia!

    Ich bin gerade dabei mich daran zu gewöhnen, KEINE Geschirrspülmaschine mehr zu haben. Es ist einfacher als ich gedacht habe.

    lg
    Maria

    • Pia

      Hallo Maria,

      Echt? Ok … ich hasse Spülen ;)…

      LG
      Pia

  7. verena

    Hey Pia,

    ich hab mich an eine Wohnung ohne Rollläden gewöhnt. Dann wird das Zimmer halt nicht mehr stockfinster, ich kann trotzdem schlafen hab ich festegestellt 😉
    Vor einem Jahr ist mir mein Griff am Kühlschrank abgebrochen. Unschön aber auch kein Problem, man bekommt ihn immer noch geöffnet wenn man seitlich an der Tür zieht. Geht alles und fällt mir gar nicht mehr auf!
    lg verena

    • Pia

      Hallo Verena,

      Da gehts dir mit dem Kühlschrank so wie mir mit meinem Spiegelschrank 🙂
      Ich schlafe auch lieber ohne Rolläden. Es gibt nichts schöneres, als wenn einen morgens die Sonne weckt. Rollläden sind nur dann praktisch, wenn man direkt gegenüber das Fenster von den Nachbarn hat.

      LG
      Pia

  8. Christine

    Woran ich mich nicht gewöhnen kann und will: schlechte Manieren, ständige Jammerei, aggressive Werbung und die ständige Aufforderung, irgendwelchen teuren Schnickschnack zur Lebensverbesserung zu brauchen.

  9. Barbara

    Ich stecke mitten in einem Versuch, auf Nagellack, Schminke, Parfum und Bodylotion zu verzichten. Vor allem das Parfum hat mich täglich seit über 30 Jahren begleitet. Es ist eine Herausvorderung, die mir gefällt, bis jetzt geht es erstaunlich gut!

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