Fünf Motivations-Tricks, die den inneren Schweinehund zum Schweigen bringen

Bis vor einer halben Stunde wusste ich nicht, worüber ich heute hier schreiben sollte. Aber es ist Freitag. Freitags schreibe ich einen Blogpost. Das habe ich mir vorgenommen und ich möchte es durchziehen. Solche selbstauferlegten Verpflichtungen beizubehalten, fällt einem nicht immer leicht. Besonders, wenn es keinen Druck von außen gibt. Für solche Fälle habe ich mir ein paar Tricks ausgedacht, Selbstüberlistung für Fortgeschrittene sozusagen. Und da mir sonst wirklich nichts erzählenswertes für den heutigen Freitagspost eingefallen ist, stelle ich sie euch jetzt mal vor.

Jeden Montag sortiere ich sieben Teile aus. Manchmal stromere ich ziel- und planlos durch die Wohnung und suche nach Überflüssigem. Das gibt es immer, aber es fällt mir nicht immer leicht, mich von gewissen Gegenständen zu trennen. Was mich dann motiviert ist der Gedanke an euch, meine Leser. Seit 36 Wochen könnt ihr jeden Montag sehen und lesen, wie ich mein Umfeld Stück für Stück entrümpele. Ich möchte euch  nicht enttäuschen. Ihr seid meine Kontrolle, und darüber bin ich echt froh. Deshalb, Trick Nummer eins: Macht euer Vorhaben öffentlich, sucht euch jemanden, der euch ab und zu fragt, wie es läuft. 

Sport, ja, Sport. Ich habe Sport in meinem Leben selten genossen. Vor 12 Jahren war ich mal in einer Fußballmannschaft, das hat mir wirklich Spaß gemacht, sogar das Training. Ein halbes Jahr und eine Knieverletzung später war mir die Lust an diesem Mannschaftssport vergangen. Eine Zeit lang konnte ich mich fürs Joggen begeistern. Das Komische daran war immer, dass der Spaß erst beim Sport selber eingesetzt hat. Davor musste ich aber erstmal an meinem zähnefletschenden inneren Schweinehund vorbei. Das hat sich nicht geändert. Jetzt gehe ich jeden Montag in einen Sportkurs. Bis ich mich umgezogen, die Tasche gepackt und ins Auto gestiegen bin, muss ich mich ganz schön überwinden. Auf dem Sofa ist es eben einfach gemütlicher. Dann kommt meine zweite Selbstüberwindungs-Strategie zu Zug: Ich stelle mir vor, wie enttäuscht ich von mir wäre, wenn ich meinem inneren Schweinehund nachgeben würde. Und wie stolz ich andererseits auf mich wäre, wenn ich stark bliebe. Auf diese Weise halte ich mich selber übrigens auch seit Anfang des Jahres auf Partys von Zigaretten fern. Ich wäre ziemlich sauer auf mich, wenn ich schwach würde. Außerdem tut am nächsten Tag der Kopf nicht so weh.

Jeden Morgen mache ich mir eine ToDo-Liste. Mit MiTs (Most important Tasks) und „Könnte-ich-vielleicht-auch-noch-schaffen“-Aufgaben. Was ich erledigt habe, hake ich ab. Das motiviert ungemein. Trick Nummer drei lautet daher: Erfolge sichtbar machen. Oder: Führe eine ToDo-Liste und freue dich über jedes Häkchen.

Wenn alle Aufgaben abgehakt sind, belohne ich mich. Zum Beispiel indem ich eine Stunde in meinem momentanen Lieblingsbuch (gerade lese ich die Kluftinger-Krimis) schmökere. Oder indem ich ein paar Blogs lese, die ich mir markiert habe. Oder ich sehe mir eine Dokumentation an, die mich interessiert. Oder ich unternehme etwas, was ich schon länger vorhatte. Oder ich tue einfach nichts, und zwar ohne schlechtes Gewissen. Trick Nummer vier: Belohne dich selber.

Wenn es ganz schlimm ist, wenn mein innerer Schweinehund mir schon einen Katalog an passenden Ausreden vorgelegt und mich fast überzeugt hat, dann kommt Trick Nummer fünf zum Zuge: Tu es einfach! Oder auch: Augen zu und durch! So war es heute auch bei diesem Post. „Es ist Karfreitag, da sind die Leute eh alle unterwegs“, hat mir der Schweinehund ins Ohr geflüstert. „Und überhaupt, keiner merkt, dass du jeden Freitag etwas schreibst. Ist doch nicht so schlimm, wenn du das mal ausfallen lässt.“ „Doch, ich merke das!“ habe ich geantwortet. Aber der Schweinehund hat mich nur mitleidig angeblickt, den Kopf geschüttelt und geantwortet: „Die paar Leser, wem willst du denn einen vormachen? Deine Texte sind doch ziemlich beliebig, als ob die jemanden interessieren. Lass es einfach bleiben.“ Daraufhin habe ich mir die Finger in die Ohren gesteckt und „Alle meine Entchen“ gesummt. So lange, bis der Rechner hochgefahren war und ich meine Hände zum Tippen brauchte. Aber da war der Schweinehund schon verschwunden.

Wie motiviert ihr euch, wenn ihr mal wieder keine Lust habt? Wie schafft ihr es, eure Vorsätze durchzuziehen? Kennt ihr noch ein paar Tricks?

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16 Kommentare

  1. Der liebe innere Schweinehund! Ich habe auch ein besonders großes Exemplar davon 😉

    Auf Arbeit halte ich es so das ich einfach anfange auch wenn ich eigentlich keine Lust habe. Privat halte ich es ähnlich. Einfach anfangen und machen. Das klappt nicht immer aber man muss dem Schweinehund auch einfach mal nachgeben.

    Wenn das mal der Fall ist, dann setzte ich das ganze aber dennoch zeitnah um. Manchmal verschiebe ich es nur um ein paar Stunden oder auch manchmal um einige Tage. Man muss sich nicht immer unter Druck setzen. Allerdings sollten die geplanten Aktivitäten nicht in Vergessenheit geraten.

    Bis jetzt habe ich mit dieser Methode ganz gute Erfolge erzielt. Seit mein Hausstand und das Chaos kleiner wird ist es wesentlich einfacher mit der Überwindung unbeliebte Dinge zu erledigen.

    Gruß Ralph

    • Ohja, der liebe Schweinehund.

      Gerade beim Sport muss ich sagen darf man sich nie fragen ob man jetzt Lust/Zeit hat ins Training zu gehen. Einfach machen. Bisher habe ich es nie bereut. Gerne hat man so ausreden wie: „Aber irgendwie fühle ich mich nicht so…“ oder „Gerade ist es eh so stressig ich brauche eine Auszeit“. Letztendlich ist der Sport zwar enorm körperlich anstrengend aber er lenkt die Aufmerksamkeit von den Alltagsproblemen ab und entspannt einen geistig enorm.
      Man sollte sich allerdings genau überlegen welcher Sport zu einem passt. Ich denke gerade Joggen braucht am anfang eine Weile bis es richtig Spaß macht. Erst wenn das Seitenstechen und die verkrampfte Atmung mal weg sind kann man die Natur genießen 😉

      Ralph hat Recht. Man muss auch scheitern dürfen. Sie verrückt zu machen weil man mal versagt hat ist völlig übertrieben. Ein bisschen Humor gegenüber einem selbst hilft da enorm. Der Schweinehund ist der Beste Freund des Menschen 😉

      Gruß Alex

      • PiaMester

        Hallo Alex,

        Seitenstechen und verkrampfte Atmung kommen mir bekannt vor. Trotzdem hatte ich nach einem halben Jahr regelmäßigen Joggens nur ganz selten Glücksmomente dabei. Das war wohl so, wie du sagst: Einfach der falsche Sport für mich.

        Liebe Grüße
        Pia

    • PiaMester

      Hallo Ralph,

      Stimmt schon, man sollte sich nicht zu sehr unter Druck setzen. Aber auch nicht zu oft dem Schweinehund nachgeben. Irgendwie muss man da eine Balance finden, mit der man selber leben kann.

      LG
      Pia

  2. Stefanie

    huhu pia,

    ich glaube ganz wichtig ist auch einfach mal den kopf anzuschalten und eben die sachen zu erledigen. oftmals quält man sich mit dem gedanken etwas so ungeliebtes tun zu müssen, lenkt sich mit anderen dingen ab nur um hinterher vor einer noch größeren hürde zu stehen. schon alleine das immer wiederkehrende schlechte gewissen raubt soviel energie und schöne zeit. wie lange brauchst es denn ein bad zu putzen und wieviele stunden verbringen wir mit dem gedanken es tun zu müssen. oftmals steht es gar nicht im verhältnis. deswegen lautet mein trick: kopf abschalten und machen. vielleicht hilft ja die lieblingsmusik dabei?

    liebe grüße

    stefanie

    • PiaMester

      Hallo Stefanie,

      Das habe ich auch schon oft gedacht. Wie oft bin ich schon an der vollen Spülmaschine vorbeigelaufen und habe gedacht: „Mist, die muss ich noch ausräumen!“ Und dann dauert das Ausräumen an sich nur drei Minuten, ich hab die Zeit gestoppt. Verrückt manchmal, wie groß man sich Dinge denken kann.

      Viele Grüße
      Pia

  3. Beim Sport wende ich auch die „Augen zu und durch!“-Methode (oder „Kopf aus und los!“) an. Sobald ich die Sportkleidung anhabe oder auf dem Weg zum Sportkurs bin, kommt meistens die Lust von alleine.

    Ansonsten finde ich die Methode gut, sich auszumalen, wie enttäuscht bzw. stolz man im Nachhinein von sich wäre.

    Und um Dir jetzt noch Motivation zu schenken: Ich finde das toll, dass Du Dich aufgerafft hast, um den Blogbeitrag zu schreiben. 😉

    Liebe Grüße und schöne Ostertage,
    Julia

  4. Maria

    Hallo Pia,
    ich lese schon seit einiger Zeit gerne bei dir mit, aber diesen Post mochte ich besonders gerne. Ich finde das toll, wenn Blogger auch mal zugeben, dass ihnen nicht alles leicht fällt. So oft bekommt man auf Blogs eine perfekte Illusion geboten und es werden nur perfekte Tage geschildert und makellose (retuschierte) Bilder gezeigt. Die Minimalismus Ecke ist da teilweise eine wohltuende Ausnahme. Schön, dass es dieses Eckchen im Internet gibt.
    Ich fand es ganz schön clever, aus deinem eigenen Schweinehund einen Blogpost zu stricken und musste beim Lesen wegen dieses Einfalls richtig grinsen.

    • PiaMester

      Hallo Maria,

      Vielen Dank für das Kompliment 😉

      LG
      Pia

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