3 Gründe, warum es dir so schwerfällt, loszulassen

Von manchen Gegenständen können wir uns einfach nicht trennen. Dabei sind sie ganz offensichtlich nutzlos und überflüssig. Meist steckt hinter unserem Zögern einer dieser drei Gründe.

1. Den Gegenstand habe ich von ____ geschenkt bekommen und ich möchte seine/ihre Gefühle nicht verletzen.

2. Dieser Gegenstand erinnert mich an _____.

3. Ich möchte ____ nicht weggeben, weil es bestimmt irgendwann mal etwas wert ist/ weil ich es irgendwann noch mal gebrauchen kann. 

Kommt dir das bekannt vor? Nicht immer ist uns klar, was für Bedenken uns beim Entrümpeln zurückhalten. Doch wenn du einmal weißt, was es ist, hast du schon halb gewonnen.

Geschenke: Meist geht es beim Schenken weniger um den Gegenstand als um die Geste. Deshalb freuen wir uns auch über Blumen oder Schokolade, obwohl wir uns beides leicht selber kaufen könnten. Jemanden zu beschenken bedeutet, dass man denjenigen wertschätzt. Das Geschenk gerät deshalb meist schnell in Vergessenheit. Zum Glück. Wenn du also einen Gegenstand geschenkt bekommst, den du nicht brauchst, dann leg ihn erstmal zur Seite. Lass Gras drüber wachsen. Vielleicht findest du jemanden, der sich darüber freuen würde. Weiterschenken muss natürlich dezent geschehen. Die Person, die dir das Geschenk gemacht hat, sollte davon nichts merken. Am besten schreibst du dir auf, wann du das Teil von wem bekommen hast, damit du das Geschenk nicht zufällig wieder zurück gibst. Wenn dich die Person irgendwann fragen sollte, was mit dem Gegenstand passiert ist, dann sei ehrlich. Erkläre ihr, dass du dich sehr gefreut hast, aber das Geschenk nicht gebrauchen konntest, weil du weniger Besitz anhäufen möchtest. Sag, was mit dem Geschenk passiert ist. Deine Ehrlichkeit wird dir niemand übel nehmen.

Der überschätzte Wert der Dinge

Souvenirs und Erbstücke: Es ist eine weit verbreitete Tradition, sich mithilfe von Gegenständen an schöne Momente zu erinnern. Allerdings liegt dem ein Missverständnis zugrunde: Die Erinnerung ist in unseren Köpfen gespeichert, nicht in einem Gegenstand. Die Erinnerung an liebe Menschen behalten wir in unserem Herzen, dafür brauchen wir keine geerbten Tassen oder Schmuckstücke. Der Gegenstand dient nur als Erinnerungshilfe. Deshalb reicht es vollkommen aus, wenn du ihn fotografierst. Der Anblick des Fotos hat denselben Effekt.

Erinnerungen stecken nicht nur in Souveniers und Erbstücken, sondern auch in selbstgemachten Dingen. Das sind dann die Erinnerungen an den Herstellungsprozess. Wenn du beispielsweise gerne strickst, dann weißt du, dass in einem Pullover viele Stunden Arbeit und hoffentlich viel Freude stecken. Das möchtest du natürlich nicht leichtfertig weggeben.

Wert: Wir halten Dinge, die wir besitzen, für wertvoller, als sie objektiv sind. Das ist der sogenannte Besitztums- oder Endowment-Effekt. Da hilft nur der Realitäts-Test: Versuche deine Sachen zu verkaufen. Aber vorsicht: Beharre nicht auf deinem Preis sondern nimm das, was die Käufer dir anbieten. Am besten geht das auf Versteigerungsportalen wie Ebay. Wenn du wirklich glaubst, dass du einen kleinen Schatz besitzt, dann frag vor dem Verkauf einen Experten. (Wenn du nicht weißt, wohin mit deinen aussortierten Sachen, schau mal hier vorbei)

Dass du einen Gegenstand irgendwann vielleicht noch mal gebrauchen kannst, ist wirklich wahrscheinlich. Du hast ihn ja in der Vergangenheit auch selten benutzt. Tritt der Ernstfall dennoch ein, kannst du das Teil auch wieder kaufen oder leihen. Der neu gewonnene freie Platz ist viel mehr wert, als du dann ausgeben wirst. Sei mutig und trenne dich von dem Gegenstand. Du wirst merken, dass es nicht schlimm ist und beim nächsten Mal fällt dir das Loslassen schon viel leichter.

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19 Kommentare

  1. Hi Pia,

    der Artikel kommt ja genau zur richtigen Zeit.

    Ich kann die Erfahrungen absolut bestätigen. Oft ist es das Schuldgefühl jemand anderen gegenüber, warum wir uns so schwer damit tun etwas loszulassen.

    Das ist auch der Grund warum ich nur noch Erfahrungen verschenke. Ein Tag in der Kletterhalle oder Heißluftballon fliegen. Die Geste des Schenkens ist immer noch da und übrig bleiben nur schöne und aufregende Erinnerungen statt irgendwelche Staubfänger. 🙂

    Beste Grüße,
    Sebastian

    • PiaMester

      Hallo Sebastian,

      Danke für deinen Kommentar. Irgendwie, dachte ich beim Lesen, hat Schenken sehr viel mit Schuldgefühlen zu tun. Man fühlt sich schuldig, wenn das eigenen Geschenk nicht so groß oder originell ist wie das, was man von der Person früher einmal bekommen hat. Man hat Schuldgefühle, wenn man etwas aus verschenkt, was derjenige schon besitzt oder nicht gebrauchen kann. Man bekommt Schuldgefühle, wenn man überraschend beschenkt wird und kein Gegengeschenk dabei hat.
      Schenken und beschenkt werden hat genauso viele schöne, wie unschöne Seiten, finde ich.

      LG
      Pia

  2. Hallo Sebastian,

    wobei dieses Erlebnisse geschenkt bekommen auch schon zum Problem wird für die Beschenkten und sie unter Druck setzt, weil sie kein Interesse daran haben oder Angst davor. Gerade vom Beispiel Heißluftballon hab ich das neulich noch gelesen. Da musste die Partnerin mit. Beide wollten nicht. Besser als Vorschlag unterbreiten und zusammen mit einer anderen Idee zur Wahl stellen.

    Ich hab das Schenken abgeschafft. Außer bei den mir 4 nächsten Leuten. Davon sind 2 Kinder.

    Pia, bist du wirklich so ehrlich? Ich wäre beleidigt. Selbst wenn ich Dinge geschenkt bekomme, die sich verbrauchen, muss ich sie ja verbrauchen und fühle mich davon belästigt. Nachdem ich 1 ganzes Jahr nur Dinge aufgebraucht hab, will ich gerade das nicht mehr. Deswegen: Mich nerven Geschenke einfach. Ein gutes Gespräch oder Zusammensein reicht doch!

    Falls du gerade meine Weihnachtsgeschenke zusammen stellst: Ich würde von der Wildlasagne nehmen. 🙂

    Mir hat geholfen, durch die Wohnung zu gehen und mit den Augen eines Anderen meine Dinge zu betrachten. Das zeigt den Wert der Sachen. Weil du oben den Effekt wieder ansprichst, dass man Dinge überschätzt. Das stimmt.

    Liebe Grüße,
    Tanja

    • PiaMester

      Hallo Tanja,

      Meinst du ob ich ehrlich bin, wen ich Geschenke weiterverschenke? Wenn mich jemand darauf anspricht, was mit seinem Geschenk passiert ist, und ich es wirklich weitergegeben habe, dann sage ich das auch. Ganz automatisch, ich bin nämlich ziemlich schlecht im spontan lügen. Da brauche ich Vorlauf und eine gute Geschichte 😉

      Erlebnisse zu verschenken kann echt in die Hose gehen. Jemanden mit Höhenangst in einen Heißluftballon zu setzen oder einen Tierhaarallergiker zum Pavian-Kuscheln zu zwingen tut weder dem Beschenkten gut noch dem Tier. Es ist wirklich schwierig, da das richtige Erlebnis zu finden.

      Die Wildlasagne ist schon gegessen und verdaut, aber ich kann dir gerne das Rezept geben. Geht auch mit Rind, Pferd oder Meerschweinchen, was du halt gerade da hast 😉

      LG
      Pia

  3. christine

    Nur beim ersten Gegenstand war das Loslassen schwer, weil das schlechte Gewissen drückte. Nach dem fünften Stück ist das Ausmisten normal. Jede(r) kann sich daran gewöhnen.
    Bei Geschenken bin ich mittlerweile „radikal“ geworden, weil mich unnötige Dinge nerven und nicht mehr erfreuen. Auf der anderen Seite weiß ich, dass Menschen sich freuen, wenn sie etwas schenken. Also sage ich, womit sie mir eine Freude machen können. Das ist noch ungewohnt für viele. Doch sie verstehen, da sie auch das eine oder andere doofe Geschenk bekommen haben, dass eine konkrete Wunscherfüllung – ob groß oder klein – beiden Seiten gut tut. Eine Einladung in ein Café mit Plauderstunde ist genauso schön wie ein großer Blumenstrauß (bitte nicht für mich) oder eine Fahrt mit dem Kettenkaroussell. Ebenso frage ich nach, womit ich anderen eine Freude bereiten kann. Oft darf ich mir aus drei, vier Wünschen einen heraussuchen, der wenig kostet und trotzdem Augen leuchten lässt.
    Wie wäre es mit einem Artikel übers richtige Schenken?

    • PiaMester

      Hallo Christine,

      Gute Idee. Wenn nicht jetzt ein Text übers richtige Schenken, wann dann?

      LG
      Pia

  4. Also rein theoretisch kann ich dir gut folgen, alles sehr logisch. Aber manchmal bin ich wirklich ein Hamster. Ich male und nähe gern. Von Pappen, Papiere und alter Kleidung, die ich noch upcyclen könnte, kann ich mich nur SEHR schwer trennen. Und freue mich jedes Mal sehr, wenn ich wieder eines dieser Materialien weiterverarbeitet habe… Ich glaube, für mich sollte das Ziel im Hinblick darauf nicht darin liegen, mich von meinem Hobbzy zu trennen, aber vielleicht einen besseren Überblick über meinen Bestand zu haben, damit die Wahrscheinlichkeit, dass ein Stoff oder Papier im entscheidenden Moment zum Einsatz kommt, höher ist 🙂
    Liebe Grüße, Marlene

    • PiaMester

      Hallo Marlene,

      Das kenne ich. Ich denke auch immer mal wieder: Daraus könnte ich doch noch was machen, das werfe ich mal lieber nicht weg. Meine absolute Schwachstelle.
      Einen besseren Überblick zu bekommen ist eine gute Idee. Man kauft ja oft auch Sachen neu, weil man gar nicht mehr weiß, dass man sowas schon besitzt.

      LG
      Pia

  5. Roxy

    Hallo Pia

    Ich interessiere mich sehr für den minimalistischen Lebensstil und möchte gerne sofort mit dem ausräumen beginnen. Nur die folgende Frage liegt mir noch auf dem Herzen: Wie ist das mit dem Kinderzeugs. Auf meinem Dachboden sind noch alte Comics, Spielsachen und Kassetten usw., welche ich meinen zukünftigen Kindern geben möchte (vlt. in 10 Jahren). Deshalb habe ich diese aufgehoben, denn diese wird es nicht mehr zum kaufen geben dann.

    Was meinst du dazu?

    Danke für deine Hilfe! Liebe Grüsse, Roxy

    • Pia

      Hallo Roxy,

      Das kenne ich. Ich habe noch eine Reihe Kinderbücher, die ich geliebt habe, und ich hoffe natürlich, dass auch meine Kinder sich dadrüber freuen werden.
      Andererseits: Hast du als Kind mit den Spielzeug deiner Eltern gespielt? Ich nicht. Es gab nur eine Puppe, die meiner Mutter gehört hat, und mit der ich auch gerne gespielt habe. Deine Kinder werden ihr eigenes Spielzeug haben wollen und es gibt dann wahrscheinlich schon wieder ganz andere Trends als in deiner Kindheit.
      Aber einige Sachen wird es dann wirklich nicht mehr zu kaufen geben. Wie wäre es damit: Kassetten kannst du sicher irgendwie einscannen und weggeben. Es gibt ja kaum noch Kassettenspieler, also wird es schwer, diese deinen Kindern irgendwann vorzuspielen. Comics kannst du einscannen. Oder du behältst nur ein paar Comics und gibst den Rest weg. Ich denke Batman, Superman und Co. wird es auch in 50 Jahren noch geben. Und bei Spielsachen würde ich genauso verfahren: Behalte ein oder zwei wirklich schöne Gegenstände, und gib den Rest weg.

      Ich hoffe, das hat dir geholfen.

      Liebe Grüße
      Pia

      • Roxy

        Hallo Pia,

        vielen Dank! Deine Antwort hat mir sehr geholfen! 🙂
        Ich werde nur eine Kiste mit meinen alten Sachen auf den Dachboden stellen.

        Liebe Grüsse
        Roxy

  6. Linda

    Hallo Roxy,
    Von meinen Eltern habe ich kein Spielzeug gehabt und für meine Kinder hatte ich auch nichts übrig, weil es nicht soviel gab. Aber meine Kinder geben heute gute Kinderbücher, Comics, Puppen und Cd’s und auch noch Kassetten aus ihrer Kinderzeit an ihre Kinder weiter, weil sie sie auch liebten.

  7. Sorry, Gegenstände und Fotos erfüllen nicht den gleichen Effekt. Gerüche sind sehr starke Erinnerungs“helfer“ und man kann an einem Foto noch so viel riechen, es riecht immer nach Foto und nicht nach dem was darauf abgebildet ist.

    Geschenke… naja… wenn man etwas verschenkt, dann ist es weg. Ich packe das einfach in eine Kiste und dann ist gut. Wenn man umzieht oder die Leute einfach nicht mehr kennt, kann man ausmisten. Erinnerungen genauso. Aber da liegt die Verantwortung bei mir, was ich behalte. Bei manchen Dingen muss man einfach erst durch Zeit einen emotionalen Abstand bekommen. Dafür ist der Dachboden da. Das Raclette-Set, den Sandwich-Maker oder das Waffeleisen können dafür gerne weichen.

    Richtig ist, dass die obigen Gründe häufig vorgeschoben werden um sich nicht mit dem Gegenstand beschäftigen zu müssen, sondern ihn einfach wieder wegpacken zu können. Kann ich ja nochmal brauchen. Sind die Gründe aber wirklich gegeben, sollte man nicht so leichtfertig damit umgehen.

    • Pia

      Hallo Edith,

      Was die Gerüche angeht stimme ich dir voll und ganz zu. Das kann ein Foto nicht.
      Ich finde es wichtig, sich der Gründe, warum man an etwas festhält, zumindest bewusst zu werden. Und dann kann man selber entscheiden, ob dieser Grund wirklich ausreichend ist oder einem die Gewohnheit oder der Geist nur einen Streich spielt.
      Man muss abwägen, was einem wichtiger ist: Mehr Platz oder der Gegenstand.
      Was wirklich kein guter Grund ist, wie du schon sagst: Sich nicht mit dem Gegenstand beschäftigen zu wollen.

      LG
      Pia

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