Bullet Journal im DIY-Notizbuch

Lange Zeit habe ich nach einem einfachen Organisations-Tool gesucht. Und endlich habe ich das Gefühl, es gefunden zu haben. Es ist (Trommelwirbel) ein Notizbuch! Aber nicht irgendein Notizbuch…

Ich weiß, dass ich mit meinem Problem nicht alleine bin. Es gibt zahlreiche Seiten im Internet, auf denen sich Menschen mit der einen Frage beschäftigen: Welches ist das richtige Organisationssystem für mich? Ein Notizbuch, ein gebundener Kalender, ein Ringbuch (meist Filofax), oder eine Sammelmappe wie das Midori Travelers‘ Notebook? Oder doch lieber eine App? Dann wird alles probiert, die Vor- und Nachteile werden diskutiert, und am Ende sind alle ganz konfus und glauben, niemals ihren „Planner Peace“ zu finden. Von außen betrachtet klingt das ziemlich lächerlich. Als ob es keine größeren Probleme gibt, als die Frage, wo man seine Termine aufschreiben soll?

Mittlerweile glaube ich jedoch, das dahinter etwas ganz anderes steckt. Und zwar die nackte Angst, nicht mithalten zu können. Nicht alles schaffen zu können. Ein perfektes Planersystem verspricht, dass wir nie wieder etwas vergessen, sei es ein Termin oder eine Aufgabe, dass wir unser Leben mit diesem Werkzeug effektiv planen können und dadurch niemals den Überblick verlieren. Nach dem Motto: Mit einem ausgeklügelten Plan ist die Hälfte schon erledigt. Und dann planen die Leute und organisieren und kategorisieren und systematisieren und kommen nicht ins Tun. Nicht, dass es mir nicht oft genauso ginge…

Wir glauben, mit einem ausgeklügelten Plan unser Leben in den Griff zu bekommen.

Je komplizierter das Werkzeug, desto besser funktioniert es, oder? Hm…, wenn du mich fragst: Nö!

Und damit komme ich zu dem Hilfsmittel, das mich im Alltag begleitet: Ein simples Notizbuch.

Notizbücher faszinieren mich ja schon seit Jahren. Ich habe in der Vergangenheit einige schöne Exemplare gekauft, wusste aber nie, was ich damit anfangen sollte. Und so landeten sie irgendwan halbgefüllt in einer Schublade. Ich habe eine Menge alternative Planersysteme ausprobiert (zum Beispiel diese hier), aber dass das alles auch mit einem stinknormalen Notizbuch funktionieren müsste, ging mir nicht aus dem Kopf.

Irgendwann kam ich zu dem Schluss, dass meine Scheu vor Notizbüchern zwei Ursachen hat: 1. Ich wusste nicht, wie ich sie benutzen sollte, und 2. schüchtern mich teure Notizbücher ein. Mit einer Einkaufsliste die eierschalfarbenen Seiten eines 15-Euro-Büchleins verschandeln? Niemals!

Meine Lösung: Ein billiges, selbstgestaltetes Notizbuch und das Bullet-Journal-System.

Seitdem bastelte ich mir meine Notizbücher selber. Ich verwende dazu Din-A6-Chinakladden. Die kosten zwischen 99 Cent und 2 Euro und es gibt sie in jedem Schreibwarenladen. Ich bevorzuge kariertes Papier. Die Kladde beziehe ich mit Stoffresten (wie in diesem Tutorial) und füge noch ein Verschlussgummi sowie ein Lesebändchen hinzu. Somit habe ich ein Notizbuch mit einer tollen Haptik und allen Funktionen, die mir wichtig sind (Lesebändchen, Verschlussgummi), außerdem mit einem Design nach meinem Geschmack.

Das Innenleben orientiert sich am Bullet Journal. Allerdings bleibt der Index bei mir immer ein frommer Wunsch. Und ich beginne jeden Tag eine neue Seite. Meine Monatsübersichten gestalte ich immer mit besonders viel Liebe und Washi-Tape. Oft wird bei diesem System kritisiert, dass man nicht mehrere Monate im Voraus Termine eintragen kann. Das stört mich weniger, weil ich nebenbei noch mit dem Google-Kalender arbeite.

In meinem Notizbuch sammle ich Aufgaben, Ideen, kurze Textentwürfe, Telefonnummern und Adressen, kurz gesagt alle möglichen Infos, die mir tagsüber so begegnen (so wie Frau Momo in ihrem Superbuch). Für Gesprächsnotizen verwende ich allerdings einen anderen Block, das würde mein Notizbuch sonst ziemlich schnell sprengen. Voll ist das Notizbuch ungefähr nach vier Monaten. Dann bastele ich mir ein neues.

Was mir an diese System so gut gefällt: Ich habe alles an einem Ort gesammelt. Das Bullet-Journal-System gibt mir genug Möglichkeiten, meine Notizen zu organisieren und so schnell wiederzufinden. Andererseits schränkt es mich nicht ein. Mit einem leeren Blatt Papier und einem Stift kann man fast alles machen. Und es macht einfach riesigen Spaß, sein eigenes Notizbuch zu gestalten.

Hier nun ein paar Einblicke in mein derzeitiges Notizbuch:

Der Bezugsstoff ist buntgemusterter Cord.

Der Bezugsstoff ist buntgemusterter Cord.

 

So sieht eine Monatsübersicht aus. Dadurch, dass ich eine Seite mit Washi-Tape markiert habe, finde ich die Übersicht immer gut wieder.

So sieht eine Monatsübersicht aus. Dadurch, dass ich eine Seite mit Washi-Tape markiert habe, finde ich die Übersicht immer gut wieder.

Ja, ich habe eine Sauklaue...

Ja, ich habe eine Sauklaue…

Und hier habe ich mich mal am Handlettering versucht.

Und hier habe ich mich mal am Handlettering versucht.

Das linke Notizbuch habe ich von August 2014 bis Dezember 2014 benutzt.

Das linke Notizbuch habe ich von August 2014 bis Dezember 2014 benutzt.

Wie organisierst du dich? Welche Tools und Techniken verwendest du?

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21 Kommentare

  1. Ein Post ganz nach meinem Geschmack!!! Bin eingemachter Notizbuch-Fan. Ich liebe Notizbücher in allen Variationen. Das nächste wird ein Selbstgemachtes. Danke für die Anregung!!!

  2. barbara

    Hallo Pia,

    ich halte es ähnlich wie du. Ich nutze das Kalendersystem von Roter Faden mit Kalender und zwei Notizheften (eines nutze ich als To-Do-Liste, das zweite als Bücherliste, auf der ich mir Bücher aufschreibe, die ich lesen möchte). Ist ein To-Do erledigt oder ein Buch gelesen, streich ich es einfach durch.
    Ich habe auch im Lauf der Zeit gemerkt, dass es für mich so am einfachsten ist. Ich habe nicht viel Lust, mein Organisationssystem zu organisieren 🙂

    Schönes Wochenende!

  3. Ich habe im vorigen Jahr in Venedig eine DIN A4 Kladde gekauft. Die Künstlerin verkleidet übrigens nahezu ALLES. Eben auch Notizbücher.
    Aufs Selbermachen bin ich jetzt durch diesen Post erst gekommen. Mhm, hoffentlich wird mein Notizbuch bald voll 🙂

  4. Ich bin auch ein Fan vom kleinen Notizbuch für alles. Das habe ich schon seit vielen Jahren so.

    lg
    Maria

  5. O du freudiges Notizbuch… 🙂

    Ich bin selbst sehr großer Freund von ebensolchen. Mein System halte ich allerdings halbwegs flexibel. Zum Beispiel erfordern manche Projekte ein eigenes Buch. Vielleicht schreibe ich eines Tages mal darüber.

    Lieber Gruß,
    Philipp

  6. Ein Hoch auf das Notizbuch!
    BulletJournal ist mir tatsächlich a bissl viel Schreiberei aber ich hab mir ein bisschen was abgeschaut und angepasst und so soll es bei Planungssystemen auch sein!
    Deine Büchlein sehen spitze aus!

    • Pia

      Hallo Frau DingDong,

      Das Notizbuch ist die beste Erfindung der Welt! Gleich nach Schokolade und Gummizughosen… 😉
      Und danke für das Kompliment.

      LG
      Pia

  7. Ich nutze in diesem Jahr zum ersten Mal den Artgerecht-Planer und bin begeistert von den Planungstools (https://inwachsendenringen.wordpress.com/2015/01/21/artgerecht-planer/). Das bulletjournal kannte ich bisher noch nicht und ich freue mich, dass ich bei dir auf diesen Hinweis gestoßen bin. Bei mir ist es auch so, dass ich langfristig (!) viele (!) Termine machen muss, deshalb funktioniert dieses Planungssystem sicher nicht im Ganzen für mich. Ohne Jahresübersicht komme ich einfach nicht aus. Aber vieles werde ich mir abschauen, vor allem die kleinen Symbole sind so schlicht wie wirkungsvoll. Hätte man auch selber drauf kommen können… Danke!

    • Pia

      Hallo äh, in ringen,

      Das dachte ich bei den Symbolen auch. Ist so ein Fall von *mitderflachenhandaufdiestirnklatschen*.

      LG
      Pia

  8. Danke für’s Wiederrauskramen bei Facebook 🙂 Ich mag Dein System, habe ich doch schon ewig nach einem gesucht und nie eines gefunden. Und dabei hatte ich mir mal vor Ewigkeiten einen Stapel wunderschöne Notitzbücher gekauft, die aber, wie so oft und wie bei Vielen jetzt nur mit ein paar beschriebenen Seiten hier herumfliegen….

    Liebe Grüße,
    Sandra

    • Pia

      Hallo Sandra,

      Das mit den paar beschriebenen Seiten kommt mir bekannt vor 😉

      LG
      Pia

  9. Linda

    Hallo Pia,
    mich würde das in deinem Blog interessieren. Bin auch so ein Planungsmensch und liebe Notizbücher ☺. Ich habe mir auch schon sehr schöne gekauft und mich schreckt das nicht ab. Ich schreibe drauf los. Ich habe mir auch eins selber gemacht und hab dafür ein Ringbuch zerschnitten. Hab das NAP von Marco Walter ausprobiert. Man findet alles wieder, was man mal notiert hat, weil es ein Inhaltsverzeichnis gibt, das immer drin bleibt. Nur die alten Seiten nimmt man raus und heftet sie irgendwie zusammen und bewahrt sie auf. Die Teile werden dann numeriert. Aber man muss das Buch dazu lesen um sich das vorstellen zu können. Leider ist mir das Buch zum Mitnehmen zu dick. Zusammengeklappt ist es 14,5 cm breit und 16 cm hoch und 5 cm dick. Hab mir da auch einen Umschlag für genäht, wo Kuli und Karten reinpassen. Die todolisten habe ich allerdings ausgelagert in einen Fotokalender, den ich geschenkt bekommen habe, wo auch die Termine drin stehen. Und für unterwegs nehme ich mein Smartphone Galaxy Note 3. Wichtiges übertrage ich dann zu Hause. Einkaufslisten sind da auch drin. Nun, das war jetzt ein halber Roman ;).
    Liebe Grüße 🙂

    • Pia

      Hallo Linda,

      Klingt ja nach einem ausgeklügelsten System 🙂

      Dann gibts demnächst mal eine Neuauflauge meines Bullet-Journal-Einblicks.

      LG
      Pia
      LG

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  11. Ulrike

    Hallo, ich kenne seit knapp 48 Stunden das Prinzip des Bullet Journals und bin auch über Deine Seite gestolpert. Finde die Idee die Notizbücher selbst zu beziehen ganz super und habe dank dieser Inspiration mit einem „alten“ Heft angefangen, welches jetzt eine tolle Haptik hat und mit viel Energie voll geschrieben werden wird!!! VIELEN DANK!!!

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    Danke für deine Einblicke. Toll dass dein bujo nicht so durchgestyled aussieht. So schön das alles bei anderen auch aussieht, aber ich habe weder die Zeit noch die Muße mein Bujo als Kunstwerk zu gestalten. Aber von dem Konzept bin ich voll begeistert.