7 Tage, 7 Dinge, Woche 36

Das, wovon ich mich in dieser Woche getrennt habe, ist mir unglaublich schwer gefallen: Ich habe 7 Menschen aus meiner Facebook-Freundesliste gestrichen. Mein Kriterium dafür: Würde ich auf der Straße niemals erkennen oder habe ich noch niemals ein persönlich mit gesprochen. Einer davon war eine Ausnahme: Ein Kollege, der vor über einem halben Jahr verstorben ist, den ich aber persönlich kannte. Ich finde es immer befremdlich, wenn die virtuellen Identitäten nach dem Tod eines Menschen noch weiterleben.

Eigentlich nehmen Facebook-Freunde ja keine Platz weg. Ok, von einigen möchte man nicht jeden Tag in der eigenen Timeline lesen, aber das lässt sich ja technisch steuern (hab ich mal gehört). Dennoch war es ein gutes Gefühl, diese Liste zu entrümpeln. Und ein komisches. Denn wir hören ja immer wieder, wie wichtig netzwerken ist. Netzwerken. Was für ein Wort. Es gibt massenhaft Bücher und Seminare zu dem Thema. Dabei geht es vor allem darum, wie man gezielt zwischenmenschliche Kontakte knüpft, die einem beruflich weiterhelfen. Das ist so berechnend. Wenn man einen fremden Menschen kennen lernt, weiß man ja gar nicht mehr, ob der einen jetzt wirklich nett findet oder nur an der Erweiterung des eigenen Netzwerkes arbeitet. Beim Netzwerken oder Networking mangelt es halt manchmal an Ehrlichkeit. Man biedert sich an und macht sich beliebt in der Hoffnung, von diesem Menschen später einmal zu profitieren. Natürlich kann da auch Sympathie im Spiel sein, umso besser. Aber was, wenn nicht? Muss ich mich dann verstellen, damit mein vielversprechendes Gegenüber mich als Kontakt hinzufügt? Bin ich bescheuert, wenn ich Kontaktanfragen via Facebook, Xing und Co. ablehne?

Ich finde man muss und darf trennen. Berufliche Beziehungen dürfen sachlich bleiben, wenn die Sympathie fehlt. Private Beziehungen dürfen auch dann herzlich sein, wenn der eine vom anderen nicht beruflich profitieren kann. Man darf Kontaktanfragen ablehnen, wenn der Kontakt nie über einen Eintrag in eine virtuelle Freundesliste hinausgehen wird. Man darf sich korrigieren, wenn man einmal jemanden angenommen hat, den man eigentlich gar nicht kennt und niemals als Freund bezeichnen würde.

Was haltet ihr vom gezielten Netzwerken? Wie entscheidet ihr, wen ihr in eure Freundesliste aufnehmt und wen nicht? Löscht ihr auch manchmal Kontakte?

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12 Kommentare

  1. Ich habe mich vor etwa 3 Jahren von meinem kompletten Facebookprofil getrennt. Damals war ich mit den ganzen „Zwangserneuerungen“ (z.B. Chronik etc.) nicht zufrieden und ständig hörte man von irgendwelchen Sicherheitslücken.
    Geholfen hat mir bei der Entscheidung, dass mein Freund kein Facebookprofil hat, dass eine Freundin sich ebenfalls von Facebook verabschiedet hat und der Gedanke, dass alle FREUNDE, mit denen ich tatsächlich in Kontakt stehe auch andere Wege finden, mich zu kontaktieren.
    Damals habe ich gerade mit dem Studium angefangen und konnte von Anfang an immer stolz sagen: „Nein, ich habe kein Facebook.“ 🙂

    Ich bereue die Entscheidung nicht, muss aber gestehen, dass man danach andere „Suchtportale“ findet. 🙂 Bei mir war es das Kleiderkreiselforum und jetzt eben mein Blog, den ich allerdings nach meinen Wünschen gestalten kann. 🙂

    • PiaMester

      Hallo Julia,

      Als ich meine Freundesliste durchgegangen bin, war ich auch ziemlich erstaunt, dass einige Bekannte offenbar ihr Profil gelöscht haben. Sehr viele sogar. Denen ging es bestimmt ähnlich wie dir.

  2. Janni

    Ja ja, das Netzwerken, da fragt man sich ja manchmal schon, wie die Menschen in der Prä-Internet-Ära überhaupt überleben konnten… Ich habe mich ebenfalls von Facebook getrennt, war da eh so gut wie nie aktiv und vermisse auch überhaupt nichts. 🙂

    • PiaMester

      Hallo Janni,

      Das frage ich mich auch manchmal. Ich glaube, die Menschen waren auch früher neugierig, was ihre Mitmenschen so treiben, und haben geklatscht und getratscht. Allerdings war das in der Zeit vor dem WWW nur im kleinen Rahmen möglich, in der Nachbarschaft hauptsächlich. Facebook kommt mir manchmal vor, wie die (weltweite) Nachbarschaft des Digital Native. Ich glaube das sind im Grunde dieselben Mechanismen. Nur dass man jetzt nicht mehr vor die Tür gehen muss, um zu erfahren, wer sich von wem getrennt hat und wer gerade wo im Urlaub war und wer weshalb seinen Job verloren hat 😉

  3. Liebe Pia,

    danke sehr für diesen aufrichtigen, wohl nicht ganz leicht gefallenen Blogbeitrag. Ich hatte diese Gedanken im letzten Herbst, und ich habe mich von 570 Facebook“freunden“ getrennt. Warum und wie ich das gemacht habe, habe ich in einem Blogpost beschrieben:

    „Warum ich 570 Facebook-Freunde löschte, oder: Sinnvolles Arbeiten mit Facebook“ (http://tinyurl.com/weniger-fb-freunde).

    Jetzt habe ich wieder ein gutes Gefühl beim „Facebooken“. Es bringt auch deinen Lesern viel, wenn du Beruflich und Privat gut trennst.

    Alles Gute, Sandra

  4. Hallo Pia!

    Ich habe mich auch von meinem privaten FB-Zugang getrennt. Das wurde mit der Zeit echt anstrengend sich durch die vielen Postings durchzulesen.

    Also insofern – FB-Freunde nehmen schon Raum ein, aber mehr in Richtung Zeit.

    Mir hat das damals sehr gut getan und ich möchte dahin auch nicht mehr zurück.

    Für meinen Blog habe ich schon einen FB-Zugang aber das ist für mich etwas ganz anderes, weil ich damit anderen ermögliche, dem Blog über FB zu folgen.

    Jedenfalls beglückwünsche ich Dich sehr herzlich zu Deiner Entscheidung.

    lg
    Maria

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