Minimalismus Mitmenschen überzeugen

10 Wege, um deine Mitmenschen von deinem Minimalismus zu überzeugen

Du willst dein Leben entrümpeln, aber deine Familie und Freunde spielen da nicht mit? Sie können nicht akzeptieren, dass du deinen Besitz reduzierst und deine Ziele und Gewohnheiten hinterfragst. Dein  Minimalismus ist in den Augen deiner Mitmenschen nur ein Spleen. Was kannst du dagegen tun?

 

Dein Wunsch nach Veränderung wird – egal, um welche Veränderung es sich handelt – sehr wahrscheinlich auf Widerstand stoßen. Besonders bei den Menschen, die dir am nächsten stehen. Darüber wunderst du dich, schließlich weißt du genau, dass diese Veränderung gut für dich und dein Umfeld sein wird. Eine kleine Auswahl an Sprüchen, die ich schon gehört habe:

 

Du wirst jetzt aber nicht zum Asket?

Nicht, dass du es mit deinem Minimalismus übertreibst?

Das ist jetzt aber nicht sehr minimalistisch. (Anlass egal, dieser Spruch scheint irgendwie immer zu passen)

 

Woher kommt dieser Widerstand?

Ganz einfach: Es liegt an unserer Angst vor Veränderung. Du willst dich verändern, du willst also ein neuer Mensch werden. Deine Familie und Freunde befürchten vielleicht, dass sie in deinem neuen Leben keine Rolle mehr spielen werden. Oder dass du von ihnen verlangst, sich ebenfalls zu ändern.

 

Hier sind 10 Wege, wie du der Skepsis deiner Mitmenschen begegnen kannst

 

1. Frage dich, ob die Sorgen begründet sind

Du bist offensichtlich unzufrieden mit deinem Leben, sonst würdest du es nicht ändern wollen. Das ist gut. Jede Veränderung ist meiner Meinung nach besser, als in einer unglücklichen Situation zu verharren. Dabei solltest du aber ehrlich zu dir sein: Hat diese Unzufriedenheit auch etwas mit den Menschen in deinem Leben zu tun? Belastet dich deine Partnerschaft? Gibt es Freunde, Familienmitglieder oder Bekannte, die dir Energie rauben? Kurz gesagt: Möchtest du auch einige Menschen aus deinem Leben entrümpeln? Wenn ja, sei mutig und geh diesen Schritt.

 

2. Rede mit den anderen über ihre Ängste

Du weißt also, dass nicht die Menschen, sondern nur die Dinge in deinem Leben dich belasten. Du willst weder deinen Partner noch deinen Freunde oder Familienmitglieder wegreduzieren. Dann sag diesen Menschen, dass ihre Sorgen unbegründet sind. Erklär ihnen, warum und wie du dich verändern willst und was du dir davon erhoffst. Beziehe sie in diesen Prozess mit ein, anstatt allein vor die hin zu wurschteln.

 

3. Sei ein Vorbild

Der einfachste Weg, andere Menschen vom Minimalismus (oder einer anderen Lebensweise) zu überzeugen, ist, diese vorzuleben. Punkt.

 

4. Lass die Finger fremdem Eigentum

Gaaaaanz wichtig: Gib nie etwas weg, das dir nicht gehört. Das ist Diebstahl und das gehört sich einfach nicht. Vielleicht stören dich die CD-Sammlung deines Partners oder die unzähligen Spielzeugkisten deiner Kinder, doch solange sie diese Dinge behalten wollen, muss du damit klar kommen.

 

5. Probeweise entrümpeln

Bei gemeinsamem Besitz, von dem sich deine Familienmitglieder einfach nicht trennen wollen, kannst du einen Trick anwenden: Räume den Gegenstand in den Keller oder auf den Dachboden und lass ihn dort, bis ihn jemand vermisst. Je nachdem, wie lange das dauert (oder ob es überhaupt eintritt), kannst du mit den anderen zusammen entscheiden, diesen Gegenstand wegzugeben. Weigern sie sich weiterhin, hast du zumindest ein ziemlich gutes Argument. Ich habe vor einigen Wochen meinen alten Messerblock weggeworfen, mein Freund hat das noch nicht bemerkt (Also, Schatz, wenn du das hier liest: Das Ding ist im Müll, die Messer liegen in der Schublade).

 

6. Finde Argumente für mehr Platz

Wie viele Dachböden sollten ursprünglich als Fitnessraum oder Gästezimmer dienen? Die meisten Räume sind einfach zu schade, um als Stauraum für überflüssigen Kram zu enden. Eine neue Nutzungsidee ist ein tolles Argument, um deine Familie vom Ausmisten zu überzeugen. Überlegt gemeinsam, was ihr mit dem neuen, freigewordenen Platz machen wollt (mit neuem Kram füllen ist dabei keine Option). Wie wäre es mit einem Spielzimmer, einem Platz für die Modelleisenbahn, einem Lesezimmer, einem kleinen Büro, einem Yoga-Zimmer oder einer eigenen Zimmerecke für das Haustier?

 

7. Gemeinsam verkaufen

Geld zieht immer. Schlag deiner Familie vor, eure ausgemisteten Gegenstände zu verkaufen und mit dem Erlös etwas zu unternehmen. Vielleicht reicht es ja sogar für einen richtigen Urlaub?

 

8. Nein sagen

Bei gemeinschaftlichen Anschaffungen hat jeder Beteiligte ein Veto-Recht. Nutze das! Die Couch-Garnitur ist noch tip top, aber dein Partner meint, dass es mal Zeit für eine neue Wohnzimmerausstattung wäre? Sag einfach Nein und erklär ihm deine Gründe.

 

9. Etabliere neue Schenk-Gewohnheiten

Geschenke bergen ein hohes Risiko, einmal als Entrümpelungs-Problem zu enden. Das Teil gefällt einem nicht und man braucht es auch nicht, aber aus Rücksicht auf den Schenker behalten wir es doch. Diese Zwickmühle kannst du nur umgehen, indem du neue Schenk-Gewohnheiten etablierst. Sprich mit deiner Familie und deinen Freunden und schlage zu Beispiel vor, dass zu Geburtstagen nur noch Sachen geschenkt werden, die sich aufbrauchen (Wein, Schokoladenkuchen, 100-Euro-Scheine). Oder dass an Weihnachten gewichtelt wird. Oder dass Geschenke weitergegeben werden dürfen. Bestimmt werden die meisten deiner Mitmenschen über solche neuen Spielregeln erleichtert sein.

 

10. Gemeinsam entrümpeln

Vielleicht beneiden dich deine Mitmenschen um deine Energie beim Entrümpeln, können sich aber selbst nicht dazu aufraffen oder finden keinen Anfang. Dann biete ihnen deine Hilfe an! Pass aber auf, dass du nicht zu missionarisch rüberkommst: Gib keine ungebetenen Ratschläge und kritisiere niemanden, nur weil sie Strumpfhosen sammelt, aber nie anzieht.

 

Fazit: Du kannst einfach alleine loslegen und dein Leben verändern, doch damit stößt du deine Mitmenschen eventuell vor den Kopf. Beziehst du sie hingegen in deine Pläne mit ein, ist es viel wahrscheinlicher, dass sie dich verstehen und unterstützen.

 

P.S. Danke Andrea für die Inspiration zu diesem Text!

 

Was sind deine Tricks, um deine Mitmenschen von Veränderungen zu überzeugen? Ist es dir schon mal passiert, dass du etwas entrümpelt hast und sich deine Familie oder Freunde quer gestellt haben?

 

Mehr Tipps und Inspirationen, wie du dein Leben entrümpelst, bekommst du in meinem Buch „Minimalismus: Weniger besitzen. Mehr leben.“ 

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20 Kommentare

  1. Einen ganz wichtigen Punkt hast du erwähnt: Minimalismus auf sein eigenen Leben anwenden. Ich halte nichts davon anderen die „Entrümplungsaktion“ aufzuzwingen. Und ja, man kann auch seine Kontakte minimieren. Was bringt es den Kontakt zur alten Schulfreundin aufrechtzuerhalten, wenn man sich schon lange nichts mehr zu sagen hat? Man hinterfragt es. Dafür braucht man nicht nur unbedingt das Entrümpeln.

    Liebe Grüße
    Maren

  2. Marcus

    >> Also, Schatz, wenn du das hier liest: Das Ding ist im Müll, die Messer liegen in der Schublade.

    Herrlich unterhaltsam. 😀

  3. Christine

    Ich bin auf dem Weg zum Minimalismus, ich muss dorthin nicht hetzen, sondern bestimme mein eigenes Tempo und genieße die Erleichterung, die das Entrümpeln in meinem Leben mit sich bringt. Das ist meine Antwort auf „Das ist aber nicht minimalistisch.“
    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Überzeugungsarbeit bei den wenigsten Menschen auf Gegenliebe stößt. Sie leiden nicht unter der Materialsammlung, sondern meinen, dass das zu einem normalen Leben dazu gehört und dass sie noch alles brauchen. Erst wenn eine gravierende Veränderung ansteht, z.B. ein Zimmer renoviert wird oder ein Umzug nötig wird, stellen sie fest, was sie alles bewegen müssen. Ab dem Zeitpunkt entrümpeln sie dann – manchmal extrem schnell und radikal oder in Wellen oder Stück für Stück.
    Was jeder tun kann, damit andere auf den Geschmack von Ausmisten kommen: davon schwärmen, wie gut die Minimalisierung tut. Dann kommt der andere eher drauf, dieses Ausmisten samt Erleichterung spüren zu wollen.

    • Pia

      Hallo Christine,

      Deine Antwort auf die Frage gefällt mir. Werde ich mir merken 🙂

      LG
      Pia

  4. Hallo Pia,

    meines Erfahrung nach zeigt das Vorleben am meisten Wirkung. 🙂

    Meine Familie und Freunde entrümpeln jetzt auch ein wenig. Und sie überlegen sehr lang, wenn sie mir ein Geschenk machen wollen. Ich finde das toll!

    Lieber Gruß,
    Philipp

  5. Mir fällt es immer auf bei der Vermieterrolle. Viele meinen, das ist schnelles Geld verdienen. Und dann kommt das Sichdrumkümmern, Reparaturen, mit Leuten vor Gericht stehen, jede Menge Ärger, Buchhaltung, Zeitfresser. Und sehr viel Gejammer! Geld draufzahlen. Das hätte man sich ja ganz anders vorgestellt. Ein Jahr später haben sie dann noch ein Haus dazu gekauft und vermieten das auch noch. Jammern noch mehr! Ich sag da immer gar nix zu. Solange man mich nicht explizit nach meiner Meinung fragt.

    Meine Erfahrung ist, manche Leute passen mit der Zeit nicht mehr zu einem. Tut schon mal weh. Ist aber so!

    • Pia

      Hallo Tanja,

      Über die Vermieterrolle habe ich nie nachgedacht. Meine Studentenbude war in einem Mehrfamilienhaus, das der Vermieter geerbt hatte. Der war total überfordert damit, ständig genervt und hat sich um nichts gekümmert. Das Ergebnis war, dass das Haus immer maroder wurde. Wenigstens war die Miete billig 🙂

      LG
      Pia

  6. Mato

    Guter Artikel , aber heute möchte ich dir ein riesen Kompliment für das Outfit deines Blogs aussprechen. Ich finde es sehr ansprechend und gelungen! Das erfreut das Auge…

    • Pia

      Hallo Mato,

      Vielen Dank! Das höre ich gerne. War mir doch immer ein wenig unsicher, ob das neue Layout bei den Lesern gut ankommt.

      LG
      Pia

  7. Hallo Pia.
    Schön das ich dich so inspirieren konnte.
    Deinen Beitrag mußte ich erst mal sacken lassen.
    Aber er hat mir doch sehr weitergeholfen.
    Zumal ich dadurch einen anderen Blickwikel hatte/habe.

    Vielen Dank

    Andrea

    • Pia

      Hallo Andrea,

      Vielen Dank für deine Anregung!

      LG
      Pia

  8. Hallo,
    nach einigen versuchen völlig zwecklos.Meine frau kann nichts damit anfangen, sobald ich etwas entsorge oder verkaufe kommt wieder ein neuer Gegenstand ins Haus.Es ist wie in einem Hamsterrad.Ich kann anwenden was ich möchte, ich finde keine Lösung.
    bussard

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